Gegendarstellung

An das

Zweite Deutsches Fernsehen Programmdirektion
55100 Mainz

ZDF Info Programmdirektion

Frau Nelsen-Minkenberg als Autorin,

Februar Film Berlin

                                                                                                           Berlin, 12. Oktober 2018

 Gegendarstellung

In den am 23.9., 24.9 und 29.9.2018 unter dem Titel „ Feind ist, wer anders denkt- Geheimnisse der Staatssicherheit“, von ZDF Info gesendeten Beiträgen, sowie inhaltlich gleichermaßen in der Sendung von ZDF- History vom 3o. 9. 2018 „ Der Krake – Die Geschichte der Stasi“ werden in unsäglicher Weise Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR entgegen der Wahrheit und den Tatsachen verleumdet und deren Tätigkeit als Verbrechen, willkürliche Repressionen und rechtswidrige Zwangsmaßnahmen gegen die DDR-Bevölkerung, aber auch gegen die BRD, dargestellt. Als Betroffener bzw. Beteiligter ( Interview) dieser Sendungen stelle ich fest und verlange umgehende Richtigstellung bzw. Streichung folgender Behauptungen in zukünftigen Sendebeiträgen oder anderer Verwendung:
Es wird berichtet, dass die DDR und das MfS zahlreiche faschistische Kriegs- und Menschlichkeitsverbrecher verfolgt hat, die u.a. in Schauprozessen verurteilt wurden. Gleichzeitig habe das MfS solche Verbrecher geschont und für seine Zwecke erpresst. Diese Behauptung ist als erfunden zurückzuweisen.
Unter Bezug auf ein Interview mit mir von Frau Heike Nelsen-Minkenberg, das für den Beitrag nur mit unwesentlichen Aussagen und in starker Kürzung gezeigt wurde, wird behauptet, ich habe bei Verhören von Nazi- und Kriegsverbrechern diese mit Druck und Manipulationen zum Geständnis gebracht. Dazu erkläre ich nachdrücklich, dass solche Untersuchungsmethoden weder von mir und den anderen mir bekannten mit derartigen Ermittlungsverfahren befassten MfS­ Untersuchungsführern praktiziert worden sind. Das habe ich auch ausdrücklich Frau Nelsen­ Minkenberg im Interview erklärt. Ich habe ihr auch in dem etwa einstündigen Interview ( Ton und Film) erklärt, dass vom MfS ausnahmslos alle ermittelten faschistischen Kriegs- und Menschlichkeitsverbrecher verfolgt wurden, soweit strafrechtliche Belastungen vorlagen, ungeachtet der Tatsache, dass einige von ihnen Inoffizielle Mitarbeiter des MfS waren ( Fälle Schuster, Frentzel, Kinder u.a.) oder sich in Funktionen des sozialistischen Staate DDR eingeschlichen hatten ( Fälle Langer, Mally, Timm).
In weiteren genannten Beiträgen wird ohne Beweisführung dargelegt, die Mitarbeiter der „ Stasi“ verübten Morde, u.a. durch Vergiften und Verblitzen. Es habe Kämpfer mit Mordausbildung gegeben, die „Stasi“ sei am Doping von 15000 DDR- Sportlern beteiligt gewesen und keine Medaille sei ohne Doping errungen worden. Dokumente, Zeugen und andere Beweise wurden für diese erfundenen Behauptungen nicht vorgelegt. Im besten Falle wurden Vermutungen ausgesprochen. Obwohl ich nicht alle Bereiche der Tätigkeit des MfS kennenlernte, kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass von Ihnen als Repressionen bezeichnete Handlungen gegen DDR­ Bürger nur dann stattfanden, wenn maßgebliche Gesetzesverstöße gegen die staatliche Sicherheit der DDR vorlagen und bewiesen wurden. Dazu erfolgten Zuführungen, vorläufige und tatsachliche Festnahmen und schließlich Zwangsmaßnahmen wie gerichtliche Verurteilungen, in leichteren Fallen Ordnungsstrafmaßnahmen und Verwarnungen.
Ich verwahre mich auch dagegen, dass in Ihrem Beitrag meine Bemerkung über die cholerische charakterliche Veranlagung von Minister Mielke zusammenhangslos in den Raum gestellt wurde, obwohl ich gegenüber Frau Nelsen-Minkenberg ausführlich dargelegt hatte, dass ich von Mielke wusste, dass er mit hoher Verantwortung, Kraft und Arbeitsenergie für die tatsachliche Sicherheit der DDR gegen alle Feindanschläge sorgte.

Ich verlange, die von mir dargelegten unwahren und unbewiesenen Behauptungen Ihrer Sendebeitrage bei zukünftigen Beitragen zu entfernen, zum Beispiel in der angekündigten Sendung von ZDF Info am 4. 11. 2018. Außerdem verlange ich die Veröffentlichung meiner Gegendarstellung im ZDF.

Reiner Stenzel