Von Rainer Rupp
Aus russischer Sicht erhöht die Kombination aus ukrainischen Langstreckenangriffen auf sensible Ziele und die fortgesetzte massive militärische Unterstützung durch den Westen das Risiko, dass der Ukraine-Krieg in einen offenen Konflikt zwischen Russland und der NATO übergeht.
Im Ukraine-Krieg behalten die russischen Streitkräfte weiterhin entlang der gesamten Front die Initiative. In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die russischen Operationen vor allem auf den Donbass, wo sie wieder etliche strategische Durchbrüche erzielen konnten. Ziel ist offenbar die Eroberung der verbliebenen ukrainischen Stellungen bei den Industriestädten Kramatorsk und Slawjansk. Den Weg dahin haben bis vor wenigen Tagen zwei befestigte Stützpunkte, das bedeutende Malaja Piskunowka und Rai-Alexandrowka, blockiert. Beide sind inzwischen von russischen Einheiten erobert worden, und der Vormarsch der Russen hat sich wieder beschleunigt. Von der erhöhten Lage von Malaja Piskunowka aus können russische Kräfte nun weite Teile von Slawjansk sowie die Zufahrtswege zur Stadt unter Feuer nehmen. Derweil befinden sich die Kämpfe um Konstantinowka in der Endphase. Die verbliebenen ukrainischen Einheiten sind eingeschlossen, sämtliche Nachschubwege unter russischer Kontrolle.
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