11. September – 20 Jahre später

„Die in dieser Petition vorgelegten überwältigenden Beweise zeigen zweifelsfrei, dass vorher angebrachte Sprengstoffe und/oder Brandsätze — und nicht einfach nur Flugzeuge und die darauf folgenden Brände — die Zerstörung der drei Gebäude des World Trade Centers verursacht und die überwiegende Mehrheit der Opfer an diesem Tag getötet haben.”

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Das ist ein Ausschnitt aus einer an die New Yorker Staatsanwaltschaft gerichteten Petition, die von den Feuerwehrchefs der Region New York am 24. Juli 2019 einstimmig verabschiedet worden war. Mit ihr forderten die Feuerwehrchefs eine neue Untersuchung in die Umstände der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Türme des World Trade Centers. In dem Schreiben beriefen sie sich auf eigene Erfahrungen vor Ort und auf die Untersuchungsergebnisse der Gruppe “Architects and Engineers for 9/11 Truth“ (Architekten und Ingenieure für 9/11 Wahrheit“).

Mit ihrer Petition widersprachen sie vollkommen dem offiziellen Narrativ der in den letzten 20 Jahren aufeinander folgenden US-Bundesregierungen. Eine neue Untersuchung, um den Opfern des 11.9. Gerechtigkeit zukommen zu lassen, hat es dennoch nicht gegeben. Daran ist der Tiefe Staat in den USA, einschließlich der Justiz, nicht interessiert. Stattdessen werden mit Winkelzügen und Nebelwerfern neue falsche Fährten gelegt, um von denjenigen, die mit der größten Wahrscheinlichkeit die Drahtzieher dieses schändlichen Verbrechens sind, abzulenken. Und mit den Drahtziehern, das kann ich schon jetzt sagen, sind nicht die Saudis gemeint.

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Analyse: Die Taliban sind jetzt militärisch besser ausgerüstet als viele NATO-Länder

Nach der US-geführten NATO stehen nun die afghanischen Taliban an zweiter Stelle der Rangliste der größten und militärisch bestausgerüsteten Terrororganisationen der Welt, sogar mit eigener Luftwaffe. Allerdings mehren sich die Zweifel, ob der Begriff Terrororganisation für die Taliban noch angebracht ist.

von Rainer Rupp

Im Unterschied zu den USA und anderen staatlichen NATO-Militaristen, die trotz der vernichtenden Niederlage in Afghanistan ihre imperialistische Politik zur Terrorisierung anderer Länder fortführen wollen, gibt es vor allem in den letzten Wochen und Monaten überzeugende Hinweise, dass die Einordnung der neuen Taliban als Terrororganisation nicht länger zutrifft. Denn die neuen Taliban haben nicht nur in der Hauptstadt Kabul, sondern im ganzen Land ohne nennenswerten Widerstand – weder von den bewaffneten Organen der US/NATO-Marionetten noch von der Bevölkerung – die Macht übernommen.

Die Taliban-Kämpfer zeigten sich sehr diszipliniert. Die vom Westen beschworenen Massaker an Minderheiten oder Andersgläubigen blieben bisher aus. Auch kam es zu keinen Plünderungen, vielmehr beschützten die Taliban während des Machtwechsels die öffentlichen Gebäude und Museen vor Plünderung durch Zivilisten. Welch ein Kontrast zur völkerrechtswidrigen US-Eroberung der irakischen Hauptstadt Bagdad, in der unter den Augen untätiger US-Soldaten die archäologischen Museen der Stadt in den ersten Tagen vom Mob geplündert und unersetzbare Schätze gestohlen worden waren.

Den Taliban scheint es gelungen zu sein, sich von der rein ethnischen Organisation aus religiös-fanatisierten, paschtunischen Gotteskriegern von vor 25 Jahren, die von saudi-arabischen Wahhabis und dem pakistanischen Geheimdienst Interservice Intelligence (ISI) unterstützt und finanziert wurden, zu einer multiethnischen, nationalen Befreiungsbewegung mit inklusivem Charakter zu wandeln. Andernfalls wäre der Machtwechsel nicht so schnell und gewaltlos möglich gewesen.

Die Tatsache, dass die schiitische Regierung in Iran, die mit den alten Taliban wegen derer vielen Massaker an der schiitischen Minderheit in Zentralafghanistan auf bitterbösem Kriegsfuß gestanden hatte, nun die neuen Taliban bereits vor dem offiziellen Machtwechsel in Kabul offiziell unterstützt hat, lässt den Schluss zu, dass sich in der neuen Taliban-Führung eine moderate und inklusive Richtung durchgesetzt hat. In die gleiche Richtung deuten auch die positiven Einschätzungen der Resultate der intensiven Gespräche, die eine hochrangige Taliban-Delegation in Russland und China geführt hat, wobei es über eine enge Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Afghanistans unter einer Regierung der nationalen Einheit unter Führung der Taliban ging.

In Vorbereitung auf das inzwischen unaufhaltsam gewordene Jahrhundert ohne US-Einmischung in Zentralasien war die umfangreiche Taliban-Delegation vor einigen Wochen in Moskau von Außenminister Sergei Lawrow und in China von Außenminister Wang Yi empfangen worden. Von allen Seiten wurden die Gespräche als sehr positiv bewertet. Vor diesem Hintergrund sorgt sich nun Washington, was mit der Masse der teils hochmodernen US-Waffen in Afghanistan geschieht.

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Kognitive Dissonanz – wie der Westen die Realität in Afghanistan verdrängte

In Deutschland wie auch in den USA hat die Überraschung über den Vormarsch der Taliban eine heftige Debatte über die Verlässlichkeit der Geheimdienstinformationen ausgelöst. Allerdings – in beiden Ländern lagen wohl zutreffende Einschätzungen vor; sie haben nur die Entscheidungen nicht beeinflusst.

Ein Kommentar von Dagmar Henn

Wie konnte es passieren, dass die Taliban scheinbar ohne Vorwarnung so schnell das ganze Land einnehmen? Warum war der Zustand der afghanischen Armee nicht bekannt? Diese und ähnliche Fragen dominieren augenblicklich die Debatte. All die teuren Dienste mit ihren Agenten und ihren gigantischen Abhöreinrichtungen hätten die entscheidenden Informationen übersehen.

Gestern allerdings schrieb das Wall Street Journal, es habe sehr wohl eine entsprechende Warnung gegeben, die über den “dissent channel”, den Kanal für abweichende Meinungen, eingegangen sei, und zwar schon am 13. Juli. Dieser Kanal für abweichende Meinungen endet unmittelbar auf dem Tisch des Außenministers. Er wurde in den USA bereits während des Vietnamkriegs eingeführt, als die Erfahrung gemacht wurde, dass abweichende Meinungen oft hilfreich sein können. Die Absender sollen nicht sanktioniert werden.

23 Mitarbeiter der US-Botschaft in Kabul sollen dieses Schreiben unterzeichnet haben. Sie warnten vor einem Zusammenbruch der afghanischen Sicherheitskräfte und forderten eine Beschleunigung der Evakuierungsmaßnahmen.

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Die Demütigung des Wertewestens in Afghanistan

von Rainer Rupp

“Das ist nicht Saigon”. Mit diesen Worten verteidigte US-Außenminister Anthony Blinken die chaotische Evakuierung des US-Botschaftspersonals und weiterer US-Bürger aus der afghanischen Hauptstadt Kabul. Damit wies er die Anspielungen in US-Medien und internationalen Presse auf die Niederlage der USA im Vietnamkrieg 1975 zurück. Damals gingen die apokalyptischen Bilder der Rettung des US-Personals per Hubschrauber vom Dach der US-Botschaft in Saigon rund um die Welt.

Derweil sprechen US-Senatoren und Kongressabgeordnete sogar von einer Situation, die „schlimmer als Saigon“ ist und werfen Präsident Joe Biden vor, „sich in Camp David zu verstecken, während die Taliban Amerika erniedrigen. Die Einnahme Kabuls durch die Taliban und der US-Abzug aus Afghanistan seien für die Vereinigten Staaten das „schlimmste außenpolitische Desaster seit Generationen“, so z.B. Senator Ben Sasse (Republikaner von Nebraska) letzten Montag.

Aber Senator Sasse bellt den falschen Baum an. Nicht der überhastete US- und NATO-Abzug aus Afghanistan ist das Desaster, sondern die verbrecherische politische Entscheidung vor 20 Jahren, Afghanistan militärisch zu erobern und zu amerikanisieren. Senator Sasse sollte an die Hunderttausende von toten afghanischen Zivilisten denken und sich empören. Stattdessen sind es die über 5.000 toten US-Soldaten und US-Söldnern, und die 2250 Milliarden Dollar (2.250.000.000.000 $) offizieller Afghanistan-Kriegskosten, die sein Land in Afghanistan für nichts und wieder nichts in den Sand gesetzt hat.

Auch in den NATO-Hauptstädten hat inzwischen das politische Spielchen der Schuldzuweisung für die dieses Desaster begonnen. Dabei geht es wohlgemerkt nicht darum, wer für den kriminellen Angriffskrieg gegen Afghanistan und das nachfolgende Besatzungsregime verantwortlich ist, sondern es geht nur um das Abzugsdesaster. In Deutschland hatten sich vor 20 Jahren alle etablierten Parteien – mit Ausnahme der „Linken“ – Hals über Kopf an der Seite der Amerikaner in den Afghanistan-Krieg gestürzt, um Washington ihre Vasallenqualität zu demonstrieren.

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Chinas Jahrhundert der Erniedrigung

Das Trauma der Hundert Jahre Fremdherrschaft und Erniedrigung spielt nicht nur eine prägende Rolle in Chinas jüngerer Geschichte, sondern auch in der aktuellen Politik des Landes. Es erklärt, warum China sich rigoros gegen jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten verwahrt.

von Rainer Rupp

Die westliche imperialistische Aggression gegen China war von kolossaler, unerbittlicher und soziopathischer Natur. Die moralische Verdorbenheit der westlichen Eindringlinge ist reichlich dokumentiert. Und die Dokumente führen alle westlichen Ansprüche, eine überlegene Zivilisation zu repräsentieren, ad absurdum. Die meisten dieser Nationen, insbesondere die anglo-amerikanische Allianz, sind immer noch dabei zu versuchen, dem chinesischen Volk durch Drohungen, Zwang und offene Gewalt ihre Vorherrschaft aufzuzwingen.

Wer begreifen will, was heute in China vor sich geht, der sollte sich bemühen, die 3.600 Jahre alte, schon damals schriftlich aufgezeichnete Geschichte der großen Kulturnation China besser kennenzulernen. Erst dann wird voll verstehen, mit welcher Wucht  China vom “Jahrhundert der Erniedrigung” getroffen wurde und welche tiefen Narben diese Zeit im kollektiven Gedächtnis des chinesischen Volkes hinterlassen hat.

Das “Jahrhundert der Erniedrigung” bedeutete für die Chinesen, im eigenen Land rechtlos kolonialer Willkür unterworfen zu sein und in absolutem materiellem Elend zu leben. Erst mit der endgültigen Befreiung von der Fremdherrschaft auf dem chinesischen Festland im Jahr 1949 unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas konnte Chinas Kampf gegen Hunger und Krankheiten sowie der nächste lange Marsch in Richtung Wiedergeburt von Chinas kultureller, wirtschaftliche, politischer und militärischer Größe beginnen.

Dieser Weg hat sich letztlich als grandioser Erfolg erwiesen: Heute wird Chinas Erfolg rund um die Welt bewundert, wenn auch nicht immer neidlos. Das ist auch der Grund, weshalb das chinesische Volk trotz vieler schwerer Irrungen und Wirrungen der Kommunistischen Partei, die im Laufe der vergangenen sieben Jahrzehnte teilweise schwere Opfer an Menschen und Material gefordert haben, mit großer und fester Mehrheit auch heute noch hinter dieser Partei steht, welche jüngst ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert hat.

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