Die Wurzeln des Neuen Kalten Kriegs gegen Russland

von Rainer Rupp

Um diese Ursprünge und Ursachen des „Neuen Kalten Kriegs“ gegen Russland zu verstehen, müssen wir zurück in die Jahre 1990/1991. Das war die Zeit, in der die Vereinigten Staaten als einzige verbliebene Supermacht damit begannen, ihre Vision für die postsowjetische Welt zu formulieren, die entsprechenden Strukturen zu schaffen und umzusetzen.

Der zu dieser Zeit von den USA geführte Krieg gegen den Irak diente dem damaligen US-Präsidenten George Bush als willkommene Bühne, um in seinen öffentlichen Reden das Konzept seiner “Neuen Weltordnung” anzupreisen, die – natürlich unter US-Führung – „der Welt dauerhaften Frieden und Wohlstand bringen würde“.

Die Entwürfe für diese Neue Weltordnung (NWO) wurden allerdings im Pentagon erstellt. Ein gewisser General Walter R. Sharp, Leiter der Arbeitsgruppe zur Definition von Bushs NWO, stellte beispielsweise fest, dass die Schaffung einer “internationalen Gemeinschaft, die physisch sicher, wirtschaftlich stabil und kulturell frei ist”, nur durch die “weitere Entwicklung der internationalen wirtschaftlichen Interdependenz und durch den Abbau aller nationalen Barrieren für den wirtschaftlichen und finanziellen Austausch gelingen würde“, mit anderen Worten, die Neue Weltordnung könnte nur unter der Bedingung der totalen Globalisierung Erfolg haben. Um dem Nachdruck zu verleihen, verurteilte General Sharp natürlich das Prinzip der nationalen Souveränität als einen überholten, aber immer noch “populären Fetischismus”. Heute wird diese Meinung sogar von vielen jungen, “Keine Grenzen- Keine Nationen“-Linken geteilt, die immer noch eine unkontrollierte Einwanderung fordern und sich auch innerhalb der EU für ein Ende der nationalen Souveränität der Mitgliedstaaten einsetzen.

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Atlantic Council – Vom Thinktank zur Fabrik für Hetzschriften (Teil 1)

“Russland nach Putin: Wie der Staat wieder aufgebaut werden kann”. Das ist der provokante Titel eines Berichtes des sehr einflussreichen Atlantic Council. Aber mit Berichten wie diesem ist der Thinktank längst zum billigen Propagandamittel gegen Widersacher der sogenannten “Wertegemeinschaft” verkommen.

von Rainer Rupp

Das auf dem intellektuellen Niveau der Bild-Zeitung verfasste Papier des Atlantic Council dürfte allerdings selbst unter eingefleischten transatlantischen Kriegstreibern in Europa kaum begeisterte Leser finden. Es ist einfach zu primitiv in seiner Argumentation, zu dürr an belastbaren “Fakten”, in sich selbst zu widersprüchlich, zu offensichtlich in seinem geifernden Hass auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und zu blind in seinen einseitigen “Schuldzuweisungen” an den Kreml, der inzwischen für alle innen- und außenpolitische Probleme des Westens verantwortlich gemacht wird. Groteskerweise stellt der Atlantic Council das Papier als eine “in die Tiefe gehende Recherche” vor. Zugleich behaupten die beiden Autoren mit frecher Scheinheiligkeit, den Bericht aus Sorge um die Zukunft und das Wohlergehen des russischen Volkes verfasst zu haben.

Tatsächlich unterscheidet sich der vorliegende Bericht des Atlantic Council kaum noch von den anderen beschämenden Nachrichten, die in den letzten Jahren zunehmend aus den USA zu uns herüberschwappen. Wie ein hochansteckendes Virus wurden auch sie hier von Politik und Medien weiterverbreitet und haben das gesellschaftliche Leben vergiftet. Das gilt insbesondere für die Fake-Nachrichten über die Weltpolitik der USA als angeblicher Friedensmacht und Hüter der Menschenrechte, die von den sogenannten “Thinktanks” und selbst ernannten “Qualitätsmedien” mitsamt ihren vermeintlichen Konkurrenten wie Twitter, Facebook und Co. weiterverbreitet werden.

Dazu gehört aber auch die von der Führung der “Demokratischen Partei” der USA und von der Einheitsfront sogenannter “liberaler” Medien gepflegte Mär, dass der Ex-Präsident Donald Trump ein russischer Einflussagent wäre, der von seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin angeblich an der langen Leine geführt wurde. Das war kein idiotischer April-Scherz, sondern todernste Politik, die in den USA die letzten vier Jahre lang das Geschehen dominierte. Auch hierzulande wurde diese Mär von unseren Politikern und Medien fleißig im Sinne der neoliberalen, US-geführten Weltordnung weiterverbreitet.

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Atlantic Council – Vom Thinktank zur Fabrik für Hetzschriften (Teil 2)

Im zweiten Teil der Analyse der angeblich “in die Tiefe gehenden Recherche” des Atlantic Council widerlegt Rainer Rupp die darin enthaltenen, nicht selten haarsträubenden Behauptungen und zeigt, worum es in dem und mit dem Bericht wirklich geht.

von Rainer Rupp

Aus der Sicht der beiden Autoren des vom Atlantic Council veröffentlichten Machwerks sieht die Zukunft Russlands unter dem Präsidenten Putin düster aus. Hier einige weitere Auszüge aus dem Bericht:

“Das Putin-Regime wird gemeinhin als autoritäre Kleptokratie bezeichnet. Sie ist von einer kleinen herrschenden Elite geprägt, die alle Macht und den größten Reichtum an sich gerissen hat. Diese Macht konzentriert sich auf den Präsidenten, der einen Großteil davon an die Geheimpolizei delegiert. Die Klienten des Präsidenten kontrollieren die Staatsfinanzen und die Großkonzerne. Dabei kann es sich um Staatsbeamte oder private Geschäftsleute handeln. Die Strafverfolgung und das Justizsystem sind dem Präsidenten untergeordnet.”

“Der Hauptgrund für die unglückliche Situation des russischen Volkes liegt darin, dass die gegenwärtige Elite die aktuellen Realitäten nur noch unzureichend wahrnimmt und einfach auch nur zu kriminell ist. Praktisch sind alle Mitglieder der höheren Führung des Landes in Korruption und andere Verbrechen verwickelt.”

“Das Putin-Regime entwickelt sich weiter, obwohl das Wort ‘Entwicklung’ unangebracht ist, denn das Regime fällt auseinander.”

“Das grundlegende Problem ist, dass Putins Regime sich nicht um das Wohlergehen der Bevölkerung kümmert, sondern nur um seine eigene Macht, seinen Reichtum und die Wahrnehmung seiner Macht nach außen.”

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Warum die USA die russische Zivilisation vernichten wollen

..bei anderen gelesen..

von Dr. Wolfgang Schacht

Der amerikanische Präsident, Joe Biden, erklärte im Zusammenhang mit dem „Tag des Widerstandes gegen die Okkupation der Krim und Sewastopols“, der am 26. Februar jedes Jahr von der Ukraine begangen wird, dass die amerikanische Macht niemals die Vereinigung der Krim mit Russland anerkennen wird.

Schon in unserem Beitrag „Unbequeme Wahrheiten“ [1] haben wir geschrieben: Im völligen Einklang mit dem geltenden Völkerrecht haben sich die Bewohner der Krim (einschließlich von Sewastopol) am 16. März 2014 in einem Referendum für den Anschluss ihrer Region an die historische, geistige und kulturelle russische Heimat entschieden. Mit der an die Macht gelangten faschistischen ukrainischen Regierung in Kiew wollten sie nicht mehr zusammenleben. Folgen wir der Logik der USA und ihrer europäischen Vasallen, dann war der Anschluss der DDR an die BRD ein Verstoß gegen das Völkerrecht und keine Wiedervereinigung, sondern eine Annexion. Die Forderung nach einem Referendum der DDR-Bürger für bzw. gegen die „Vereinigung“ wurde schon im Keim erstickt und de facto vom Tisch gefegt.

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Navalny’s Spuren zur CIA

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

In meiner Tagesdosis von letzter Woche haben wir die eklatante Doppelmoral der westlichen Politiker und ihrer Mainstream-Propagandamedien bei der total gegensätzlichen Behandlung von Assange und Navalny bloßgestellt. In der heutigen und der nächsten Tagesdosis wollen wir den mal mehr und mal weniger starken Indizien nachgehen, die darauf hinweisen, das Navalny womöglich von westlichen Nachrichtendiensten, gesteuert wird, wofür nach Indizienlage die CIA und vor allem der britische MI6 in Frage kommen.

Dieser Verdacht gegen Navalny ist nicht erst seit der jüngsten „aktiven Geheimdienstmaßnahme“ in Form der fake-Novitschock-Vergiftung entstanden. Vielmehr ist die Nähe Navalnys und auch die seines engsten Mitarbeiters in Moskau, Vokow, zu westlichen Geheimdiensten seit 10 Jahren immer wieder mal auffällig geworden. Allerdings ist das noch kein Beweis dafür, dass die betroffenen Personen tatsächlich als aktive Agenten für CIA oder MI6 arbeiten. Wenn das so wäre, könnte man erwarten, dass Navalny und sein Mitarbeiter Volkow längst von der russischen Gegenspionage FSB verhaftet worden wäre; sollte man meinen.

Aber der russische FSB, ebenso wie vergleichbare Dienste überall in der Welt, sind in der Regel mehr daran interessiert, enttarnte Agenten erst einmal zu beobachten und ihre Verbindungen und Netzwerke zu studieren, als eine schnelle Festnahme zu machen. Nicht selten wird auch versucht, enttarnte Agenten umzudrehen, damit sie ihre Auftraggeber mit Spielmaterial versorgen, und mit echt klingenden, aber falschen Informationen dem Gegner ein falsches Bild vermitteln, um ihn in eine gewünschte Richtung zu lenken und zum Fehlermachen zu verleiten.

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