Atomkraftwerke geschlossen – Atombomben bleiben

Die folgenden Darlegungen sind eine persönliche Ansicht zur derzeitigen Debatte über die Teilhabe der Bundesrepublik Deutschland an den in Büchel stationierten US-Atomwaffen.

Um es vorauszuschicken, die Teilhabe der BRD an den Atomwaffen der USA ist völkerrechtswidrig, denn Deutschland hat den Atomwaffensperrvertrag ratifiziert. Darin heißt es im Artikel I „dass Staaten die über Atomwaffen verfügen, die Kontrolle über diese Waffen nicht an nichtnukleare Staaten abgeben dürfen…“ Dies gilt zu jeder Zeit – auch im Kriegszustand. Ebenso trifft Artikel II des Vertrages vollinhaltlich zu. Dieser lautet:

„Jeder Nichtkernwaffenstaat, der Vertragspartei ist, verpflichtet sich, Kernwaffen oder sonstige Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber von niemanden mittelbar oder unmittelbar anzunehmen. Kernwaffen oder sonstige Kernsprengkörper weder herzustellen noch sonstwie zu erwerben und keine Unterstützung zur Herstellung  von Kernwaffen oder sonstigen Kernsprengkörpern zu suchen oder anzunehmen.“

Nunmehr  hat der SPD- Fraktionschef im Deutschen Bundestag Rolf Mützenich, unterstützt von den Vorsitzenden der SPD, eine Diskussion über die Stationierung bzw. Abzug der US-Atombomben in Büchel initiiert. Er erklärte richtig, Atomwaffen erhöhen nicht unsere Sicherheit, sondern bewirken das Gegenteil.

Diese Meinung von Mützenich löste eine heftige Gegenreaktion, nicht nur seitens CDU / CSU, sondern auch in der SPD-Fraktion aus.

Nun ist das Thema Abzug der Atomwaffen aus Büchel nicht neu, sondern seit Jahrzehnten in der politischen Auseinandersetzung.

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Die BRD – ihre Stellung in Europa und ihr Verhältnis zu Russland

von Prof. Dr. Anton Latzo

Der ehemalige deutsche Reichskanzler Prinz Max von Baden schrieb in seinen Erinnerungen über die Wirkung der Oktoberrevolution auf Deutschland, man habe das „unheimliche Gefühl“ gehabt, dass der Sieg der Bolschewiki in Russland all denen in Deutschland den Rücken stärke, die den Krieg „stören“ wollen. Mit seltener Offenheit wird damit von deutscher Seite repräsentativ gesagt, dass die Grundhaltung Deutschlands schon damals von einer negativen Haltung zur Sowjetunion bestimmt war, weil sie, die Sowjetunion, den Krieg gestört hat. Auch für die Gegenwart ist es wichtig daran zu denken, denn es sagt sehr viel aus – über beide Seiten!

Die Stellung zu Russland ist also eine der außenpolitischen Hauptfragen, vor die Deutschland sowie alle diejenigen Parteien und Personen gestellt sind, die der Erhaltung von Frieden und Sicherheit in Europa und darüber hinaus lebenswichtige Bedeutung einräumen.

Wir sprechen nicht von einer BRD als Nachfolgerin von zwei gleichberechtigten deutschen Staaten. Mit den „ersten freien Wahlen“ von 1990 wurde die letzte Regierung der DDR beseitigt. In Verwirklichung der Alleinvertretungsanmaßung des nach 1945 in den westlichen Besatzungszonen restaurierten deutschen Monopolkapitals, wurde dessen Gesellschaft, Macht und Politik auf Ostdeutschland übertragen. Es wurde Expansion betrieben. Wir sprechen über die Stellung des dadurch entstandenen deutschen Staates zu Russland!

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Ein Widerwort zur Präsidentenrede

von Egon Krenz

Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkrieges in Europa fand in Berlin statt. Sowjetische Truppen hissten das Siegesbanner auf dem Reichstag. Unzählige Rotarmisten mussten noch in letzter Minute sterben.

In geografischer Nähe zu diesem historischen Ort hielt 75 Jahre später der Bundespräsident eine Ansprache, die zu meinem Entsetzen nur auf die Erinnerungspolitik der alten Bundesrepublik gerichtet war. Wer erwartet hatte, er würde darin auch den Anteil der sowjetischen Armee wenigstens an der Befreiung der deutschen Hauptstadt würdigen, wurde enttäuscht. Das Heimatland der Rotarmisten hatte mit 27 Millionen Toten die Hauptlast des Krieges getragen. Kein Land der Welt hatte mehr Opfer zu beklagen als die Sowjetunion. Jenseits aller ideologischen Barrieren sollten diese Fakten anerkannt und gewürdigt bleiben.

Dass dem Bundespräsidenten dies in seiner Rede keine Erwähnung wert war, halte ich zumindest für einen Fehler. Der Einwand, auch die Rolle der anderen Mächte der Anti-Hitler-Koalition blieben ja unerwähnt, ist kein Argument, sondern ein weiterer Fehler.

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Wer sind die wirklichen Kriegstreiber in unserer Welt?

..bei anderen gelesen..

von Dr. Wolfgang Schacht

Von „unserem“ ewigen Helden und großen Vorbild, Carl von Clausewitz [1], einem würdigen Vertreter des deutschen Adelsgeschlechts, das dank

• seiner Geburt,

• seiner Abstammung,

• seiner Traditionen,

• seiner Erfahrungen bei der Organisation und Führung von Kriegen,

• seiner Erfahrungen bei der Unterdrückung und Ausbeutung der eigenen und fremden Völker,

• seines Besitzes an Grund- und Boden,

• seines Besitzes an Wäldern und Seen,

• seines Besitzes an Burgen, Schlössern und Villen,

• seiner einmaligen Bildung und Erziehung,

• seines globalen wirtschaftlichen Einflusses,

• seiner politischen und ideologischen Macht und dank

• seiner beispiellosen Pflege des Untertanengeistes

von Gott berufen ist, das gemeine Gesinde (Prekariat) zu führen, stammt der berühmte Satz „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel.“ Aus seiner Epoche stammen auch die vom hohen Adel verbreiteten Mythen „Vom schönen Sterben“, „Vom Heldentod“, „Von der großen Ehre für … zu sterben“. Wer in den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts letztendlich wirklich starb, das wissen wir alle selbst!

Wenn wir der Bundeskanzlerin von Großdeutschland Glauben schenken, dann leben wir in einer interessanten und spannenden Zeit, in der

• erstmals (seit 1941!) wieder deutsche Truppen mit ihren europäischen und amerikanischen Verbündeten kampfbereit an der russischen Grenze stehen,

• „unsere“ großartige Bundesvorsitzende der CDU und Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer, sich nicht nur entschieden hat, die Alten Kriegs-Karten (AKK) aus dem Versteck zu holen, sondern auch moderne Atombomber und Jagdflugzeuge in den USA zu kaufen,

• „unsere“ hochverehrte EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, Russland die Zähne zeigt und – wer hätte das gedacht – auch noch ihre Muskeln spielen lässt.

Doch eine Frage, verehrte Leserinnen und Leser, sei uns in diesem Zusammenhang erlaubt:

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Der 75. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkriegs und seine Lehren für heute

von Bruno Mahlow

„Dieser Tag des Sieges (Den‘ Pobedy) riecht nach Pulverrauch, ist ein Festtag – mit den Schläfen silbergrau. Diese Freude – mit den Tränen kommt sie auf. Tag des Sieges…“

Dies sind Zeilen aus einem sowjetischen Lied, das 1975 – viele Jahre nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg entstand. Der Text ist von Wladimir Charitonow (*1) , der einige Jahre am Moskauer Institut für Internationale Beziehungen studierte, dem Institut, das ich 1961 absolvierte.

Das Lied ist den immensen Leistungen der Völker der Sowjetunion im opferreichen Großen Vaterländischen Krieg an den Fronten und im Hinterland gewidmet. Und weder rein nüchterne Zahlen, noch –und erst recht nicht – Geschichtsfälschungen können die historische Wahrhaftigkeit dieses Bildes aus der Welt schaffen.

Zu den Eigenarten historischer Daten gehört, dass man deren Würdigung oft und vor allem an ihrem Höhepunkt, an den Siegen, d.h. an ihrem Ende ansetzt. Vieles historisch Wertvolle an Fakten und Lehren sowie Zusammenhängen kann dabei verloren gehen oder in Vergessenheit geraten. Ein Gedenkjahr wäre daher wohl sinnvoller als ein einzelner Gedenk- oder Feiertag.

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