Die auf einer rumänischen Basis stationierten US-Raketen destabilisieren das nukleare Gleichgewicht in Europa. Das angeblich nur auf Verteidigung ausgerichtete Raketenabwehrsystem gefährdet den INF-Vertrag außerordentlich.
von Rainer Rupp
Die mögliche Existenz US-amerikanischer „ballistischer Raketen“ auf der südrumänischen Basis Deveselu zielt auf die Außerkraftsetzung der MAD-Doktrin ab, der „gesicherten gegenseitigen Zerstörung“. Die Erkenntnis, „wer in einem nuklearen Krieg zuerst schießt, stirbt ganz sicher als Zweiter“, hatte trotz eines prekären atomaren Gleichgewichts der Kräfte im Kalten Krieg über Jahrzehnte den Frieden gesichert. Diese US-Alleingänge behindernde Stabilität soll durch den Aufbau der US-Fähigkeiten zu einem nuklearen Enthauptungsschlag gegen Russland unterlaufen werden.
Durch die blitzartige Zerstörung seiner zivilen und militärischen Kommando-, Kontroll- und Kommunikationszentren soll Russland nicht mehr in der Lage sein, einen massiven Vergeltungsschlag zu führen. Vereinzelte doch noch abgeschossene russische Atomraketen könnten durch tief gestaffelte US-Abfangsysteme wie Aegis abgeschossen werden.
Wörtlich schreiben die beiden oben (in Teil II; Anm. d. Red.) zitierten Experten der Nuklearkriegsführung an der US-Luftwaffenuniversität, die Professoren Keir A. Leiber und Daryl G. Press, dass sie aufgrund der Faktenlage zu dem Schluss gekommen seien, “dass die Vereinigten Staaten absichtlich das Ziel des ‘strategischen Primats’ (Vorherrschaft) verfolgen”. Die USA arbeiteten daran, “die Fähigkeit zu erlangen, die Kernwaffen (sowie andere Massenvernichtungswaffen) des Gegners auszuschalten”. Continue reading ‘Stationieren die USA nukleare Mittelstreckenraketen in Rumänien? (Teil 3)’ »