Dieses epochale Ereignis, das nicht nur Russland sondern auch die Weltgeschichte nachhaltig verändert hat, wurde am vergangenen Samstag, dem 30. September, vom Deutschen Freidenkerverband im Rathaus Pankow in Berlin in angemessener Weise gewürdigt.
von Rainer Rupp
Der deutsche Freidenkerverband, der vor über hundert Jahren aus dem Kampf der Arbeiterbewegung gegen die geistige Unterdrückung mit Hilfe der Religion durch die herrschende Klasse hervorgegangen ist, hat guten Grund, die Große Oktoberrevolution zu feiern. Denn über viele Jahrzehnte war dieser Versuch, eine echte Alternative zum Kapitalismus und Imperialismus zu schaffen, von Erfolgen gekrönt, die für die Menschheit bis dahin unvorstellbar waren.
Aus Russland, dem rückständigsten Land Europas, dem Land des Analphabetentums, dem Land der absoluten Armut und des Hungers und der Knechtschaft der Massen, wurde innerhalb von zwei Jahrzehnten ein moderner Industriestaat mit einer hochgebildeten Arbeiterschaft und einer auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen bauenden, mechanisierten Landwirtschaft. Und all das hatte der neue Sowjetmensch aus eigener Kraft geschaffen, ohne ausländische „Investoren“ und Banker, ohne die herrschende Kapitalistenklasse und ihre Profiteure, die auch heute noch verächtlich auf die arbeitenden Menschen herunterschauen.
In der Sowjetunion war ein für alle Mal die Zeit vorbei, in der Arbeiter für den Kapitalisten nichts anders als Objekte waren, „Produktionsfaktoren mit Ohren“. Unter Führung der KPdSU hatte die sowjetische Arbeiter- und Bauernschaft ihr Schicksal in die eigene Hand genommen; es gab schon kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit von acht Stunden am Tag, bezahlten Urlaub, kostenlose Gesundheitsversorgung und gesicherte Renten, sowie kostenlose Aus- und Weiterbildung, Recht auf Arbeit und auf ein Dach über dem Kopf. Von diesen sozialen Menschenrechten, die übrigens unter dem Einfluss der Sowjetunion auch in die Charter der Vereinten Nationen eingegangen sind, können auch heute die Menschen in den meisten Ländern der Welt nur träumen, zum Beispiel in Brasilien und selbst in weiten Teilen der USA.
Zwei Dinge waren für diese fulminante Entwicklung in der jungen Sowjetunion hauptsächlich verantwortlich: Erstens, die Entfesselung der kreativen Kräfte des ganzen Volkes und zweitens, die Tatsache, dass die Früchte der gigantischen, wirtschaftlichen Errungenschaften und des technologischen Fortschrittes nicht in die Gewinnmaximierung von Konzernchefs oder in die Taschen der großbürgerlichen Coupon-Schneider geflossen sind, sondern stattdessen die materielle Grundlage für die Errichtung einer neuen, sozialistischen und emanzipatorischen Gesellschaft geschaffen haben; mit dem Ziel der Verwirklichung weitreichender humanistischer Ideale, nicht nur in der UdSSR sondern für die gesamte Menschheit. Continue reading ‘2017 – Hundert Jahre Oktoberrevolution’ »
