Nachruf auf den letzten Chef der DDR-Auslandsaufklärung: “Das war nicht das Ende der Geschichte!”

Werner Großmann, der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung im Rang eines Generalobersts, ist am 28. Januar nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben. Mit seinen 92 Jahren war er bis zuletzt bei Gesprächen am Krankenbett mit glasklarem Verstand und ungetrübten Erinnerungen gesegnet.

Nachruf auf den letzten Chef der DDR-Auslandsaufklärung: "Das war nicht das Ende der Geschichte!"
Werner Großmann, der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung

Von Rainer Rupp und Karl Rehbaum

Mit Großmann ist ein großer, geradliniger und aufrechter Mann von uns gegangen, der nach der Übernahme der DDR durch die BRD sogar bei ehemaligen Gegnern aus ausländischen Nachrichtendiensten Respekt und Anerkennung genoss. Nur in der BRD konnten sich weder die westdeutschen Politiker noch deren Geheimdienste und noch viel weniger die Medien wenigstens zu einem fairen und unvoreingenommenen Umgang mit der DDR und ihrer Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) durchringen.

Für die tiefverwurzelte und teils verbitterte Feindseligkeit, die selbst 30 Jahre nach dem Ende der DDR den Ehemaligen der HVA von westlich-deutscher Seite immer noch entgegenschlägt, wie jetzt wieder im Fall Großmanns, haben ausländische Kenner des Kalten Krieges und der damaligen Geheimdienstszene ihre eigene Erklärung: Damals war allgemein bekannt, dass nach dem israelischen Mossad die HVA weltweit als der erfolgreichste Geheimdienst für Auslandsaufklärung galt. Hinzu kam, dass die HVA mit erstaunlich geringen finanziellen Mitteln spektakuläre Spionageerfolge gegen den BND, gegen Parteien und Politiker der Bundesregierung in Bonn und gegen die NATO in Brüssel einfuhr.

Das alles habe das Selbstverständnis der Westdeutschen derart gekränkt, dass sie bis heute nachtragend seien und mit ihren ehemaligen Gegnern der HVA nicht “sportlich-fair” umgehen könnten, wie das zum Beispiel Vertreter der britischen Dienste und oder der CIA taten. Dafür, dass selbst die NATO-Verbündeten, vor allem die USA, vom westdeutschen BND nicht viel hielten, spricht auch aus der Aussage eines hohen CIA-Vertreters bei einem Gespräch in Washington Anfang der 1980er-Jahre, als er Rainer Rupp gegenüber in Bezug auf den BND von den “Boy Scouts (Pfadfindern) in Pullach” sprach.

Dagegen bescheinigten am 17./18. November 2007 anlässlich der Internationalen Konferenz an der Süddänischen Universität Odense zum Thema “Geschichte, Aufgaben und Einsichten in die HVA” eine ganze Reihe von ehemaligen Gegnern aus NATO-Ländern den anwesenden Führungskadern der aufgelösten HVA außerordentliche Effizienz und große Professionalität. Zugleich sprachen sie ihnen wegen ihrer Beiträge zu Sicherung des Friedens in den gefährlichsten Zeiten des Kalten Krieges ihre Anerkennung aus.

Bereits drei Jahre zuvor hatte auf einer ähnlichen Konferenz am 7. Mai 2004 in Berlin Mr. Milton Bearden, der u. a. in Deutschland Stationschef der CIA gewesen war und später zum Leiter der Sowjet- und Osteuropaabteilung im CIA-Hauptquartier aufstieg, den Beitrag der HVA zur Erhaltung des Friedens explizit gewürdigt. In seinem Vortrag sagte Bearden, dass es im Kalten Krieg in Situationen zugespitzter Spannungen auf beiden Seiten, sowohl in den USA als auch auf in der Sowjetunion, immer wieder zu gefährlichen “Fehleinschätzungen” und “schwerwiegenden Fehlkalkulationen” gekommen sei.

Wörtlich sagte Bearden: “In der Tat ist hier die Frage angebracht, wie sehr das allgemeine Niveau des Verständnisses über die Lage auf der anderen Seite dafür gesorgt hat, dass der Kalte Krieg kalt geblieben ist. Das ist auch durch die von der HVA … gesammelten Erkenntnisse zusätzlich befördert worden.” Abschließend betonte der hochdekorierte CIA-Mann, dass die HVA nicht nur der DDR, “sondern auch der Sache des Friedens gut gedient hat”.

Zu einer derartigen Anerkennung, selbst in sehr abgestufter Form, sind die westdeutschen Gegner der HVA bis heute nicht fähig. Der Tod Großmanns hätte für ein solches Signal eine gute Gelegenheit geboten. Stattdessen wird sein Tod in perfider Weise dazu benutzt, erneut alte mediale Messer zu wetzen und mit abgedroschenen Parolen gegen DDR und HVA das Andenken an den Toten zu beschmutzen.

Der von der dpa verbreitete Text zum Tod Großmanns, der vom Spiegel über zahlreiche andere Medien bis hin zur Neuen Zürcher Zeitung aufgegriffen wurde, unterscheidet sich von der Wortwahl und im Sprachduktus kaum von den westdeutschen Schmähschriften gegen die HVA aus den Zeiten des Kalten Krieges. Der Text ist gekrönt von einem Porträtfoto Großmanns, nach dem man in Fotoarchiven sicher sehr lange suchen musste. Denn selbst seine langjährigen Freunde hatten auf den ersten Blick Probleme, in dem finster und böse dreinblickendem Mann auf dem Foto ihren ehemaligen Chef wiederzuerkennen. Seine Kollegen und Bekannten kannten ihn nur mit freundlich-offenem Gesicht, das auch seine innere Einstellung widerspiegelte.

Aber für das Gros der in Bezug auf die DDR gehirngewaschenen westdeutschen Leserschaft von Spiegel und Co. entspricht dieses dpa-Foto sicherlich dem verbreitetem Vorurteil, wie ein böser Stasi-Offizier auszusehen hat. Großmann war jedoch das genaue Gegenteil. Er war der hochkompetente Chef eines der erfolgreichsten Nachrichtendienste der Welt. Zugleich hatte er eine typische DDR-Karriere, die im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden vom gelernten Maurer bis nach ganz oben führte. Aus der Arbeiterklasse kommend, wusste Großmann schon als Jugendlicher, auf welche Seite er gehörte. Er wurde Mitglied der FDJ und der SED. Von 1952 bis 1990 gehörte er dem Außenpolitische Nachrichtendienst (APN) bzw. der HVA an. In verschiedenen Dienststellungen, vom Mitarbeiter bis zum Leiter der Hauptverwaltung ab 1986, erzielte er persönlich und mit von ihm angeleiteten Kollektiven vorbildliche Ergebnisse.

Seine hohe politische und fachlich-operative Bildung und praktische Erfahrung in der Bearbeitung gegnerischer Objekte und Parteien führten zu außerordentlich wertvollen Kenntnissen über deren Pläne und Absichten. Unter seiner Anleitung gelang es, mit nachrichtendienstlichen Quellen bedeutsame Positionen einzunehmen, und mit deren Informationen konnte ein tatsächlicher Beitrag zur Erhaltung des Friedens und zur Entspannung geleistet werden. Dass die HVA unter den weltweit agierenden Nachrichtendiensten einen Spitzenplatz einnahm, ist auch mit dem Namen Werner Großmann verbunden.

Großmann war in seinen Dienststellungen ein geachteter, korrekter, fordernder Leiter, der sich durch Sachkenntnis, politisches Urteil und Konsequenz Anerkennung unter den Mitarbeitern und Leitern erwarb. Seine Beurteilung der Ergebnisse war durchaus kritisch, auch auf Leitungsebene hielt er mit seiner Meinung nicht zurück. Von seinen Kollegen und Untergebenen wurde er wegen seiner einfachen und direkten Art sehr geschätzt. Überheblichkeit und Anmaßung waren ihm fremd. Er führte und hörte kollegial zu und stand stets hinter seinen Leuten.

Nach dem Untergang der DDR galt seine große persönliche Sorge den verfolgten Agenten im ehemaligen Operationsgebiet und auch den Mitarbeitern der Zentrale in der DDR. Vielfältig waren seine Initiativen, sein öffentliches Agieren, sein Eintreten für Gerechtigkeit und gegen Hetze und Verleumdungen. In Interviews und Publikationen setzte er sich vehement für die Verbreitung der Wahrheit ein. Viele der ehemaligen Kundschafter verband in diesen Jahren eine enge Freundschaft mit Großmann. Anlässlich seines Todes schrieb uns z. B. einer von ihnen, Klaus von Raussendorff, folgende Zeilen:

“Ich bewunderte ihn für seine unerschütterliche, aufrechte Haltung, die immer zu spüren war, wenn er sich in der Öffentlichkeit zu Fragen unserer früheren Tätigkeit äußerte. Er war immer noch unser Chef. Man konnte zu ihm aufschauen. Das bestärkte uns in dem Gefühl, einem Nachrichtendienst angehört zu haben, der in einzigartiger Weise auf Solidarität und gemeinsamer Überzeugung beruhte, und wir können zu Recht sagen: ‘Wir haben der Sache des Friedens und des Sozialismus gedient.’ Werner gab uns Rückhalt. Ich werde seinen stets heiteren, gelassenen Gesichtsausdruck nie vergessen. Seine Stimme war klar. Was er sagte, klang wie selbstverständlich. Er war ein außergewöhnlicher Mensch.”

Die von einschlägigen Kreisen immer wieder in den Medien platzierten Gerüchte, die Großmann aller möglicher Vergehen beschuldigten, erwiesen sich alle als hinterhältiger Rufmord. Selbst die westliche Generalbundesanwaltschaft konnte ihm nach akribischer Durchsuchung der DDR-Archive und Anhörung von Zeitzeugen keine Schweinerei zur Last legen.

Da sähe es mit dem BND ganz anders aus, wenn auch nur ein Bruchteil von dessen Akten an die Öffentlichkeit käme. Zur Erinnerung: Die HVA wurde aus gestandenen Antifaschisten gegründet, die aktiv entweder in russischer Uniform oder in Zivil im Ausland oder im Untergrund gegen die Nazis gekämpft hatten. Der BND war mit US-Hilfe aus einem Sammelsurium von Kommunisten- und Russenhassern, aus alten Nazis, Gestapo-Schergen und SS-Killern gegründet worden. Etliche diese Kriegsverbrecher tummelten sich noch in den 1970er-Jahren im BND.

Großmann konnte am Ende auf ein arbeitsames, erfolgreiches und erfülltes Leben zurückblicken, das wie überall auch seine Höhen und Tiefen hatte. Was die Tiefen betrifft, so teilten wir seine Trauer über das Scheitern unseres Versuchs, in der DDR dauerhaft eine florierende und gerechtere Gesellschaft ohne Ausbeutung und Kriegstreiber aufzubauen. Aber dieses Streben der Menschen nach einer solchen Gesellschaft ist mit dem Verschwinden der DDR nicht gestorben. Angesichts der in den letzten 30 Jahren gemachten Erfahrungen im entfesselten, real existierenden Kapitalismus kann weltweit beobachtet werden, dass das Pendel der historischen Entwicklung wieder zurückzuschwingen beginnt.

Lieber Werner, sei gewiss: Das war nicht das Ende der Geschichte!

Zuerst erschienen bei RTDE am 29.01.2022

Nachruf

Nur drei Monate nach ihrem Ehemann, unseren Genossen Lothar ist die Kundschafterin

                                                 Katharina Straube

                                                 geb. 04.04.1935

im Alter von 86 Jahren nach schwerer Krankheit am 20.01.2022 verstorben.

Von 1958 bis 1982 war sie als Quelle der Abteilung XV der Hauptverwaltung Aufklärung in den Konzernen Junkers-Flugzeug-Motorenwerke und MBB tätig und hat mit hoher Zuverlässigkeit ihre Aufgaben erfüllt. Auch nach Beendigung ihrer Kundschaftertätigkeit blieb sie mit uns eng verbunden.

In unserer Erinnerung hat Katharina einen festen Platz.

Für die Arbeitsgruppe Aufklärer der GRH

Karl Rehbaum                                                                   Eberhard Pätzold

Führte Pippi Langstrumpf die NATO-Verhandlungen mit den Russen?

Ist es Überheblichkeit oder Dummheit – oder beides? Sich die Welt so zu machen, wie sie einem gefällt, hat in der internationalen Militärpolitik gefährliche Folgen. Sowohl die USA als auch die NATO-Europäer verkennen bei Verhandlungen in Genf und Brüssel komplett den Ernst der Lage und die Gefährlichkeit für die europäische Sicherheit.

von Rainer Rupp

Wenn man die deutschen oder internationalen Medienberichte über das Russland-NATO-Treffen in Brüssel vom Mittwoch dieser Woche liest, kommt der begründete Verdacht auf, dass bei so viel Übereinstimmung der Inhalte die selbsternannten Qualitätsmedien es sich mal wieder nach altbewährter Methode leicht gemacht haben. Um keinem Politiker zu Hause mit einer eigenen Einschätzung der Dinge auf die Füße zu treten, nimmt man dazu die offizielle Presseerklärung des NATO-Generalsekretärs als Schreibvorlage und präsentiert diese mit kleinen Änderungen unter Berücksichtigung jeweils nationaler Aspekte als “exklusiven Bericht” des eigenen Korrespondenten vor Ort. Und wenn man sich die Presseerklärung der NATO selbst anschaut, dann erkennt man schnell, dass Washington hierbei die Feder geführt hat.

Angesichts der Sorgen vor einem neuen Krieg in Osteuropa habe die NATO einen vorsichtigen Versuch der Wiederannäherung an Russland unternommen, heißt es landauf, landab, und das allein sei schon positiv, egal was dabei rauskommt. Aber von Quasseln und noch mehr Quasseln, ohne dass die NATO auf die berechtigten Sorgen Russlands auch nur um ein Jota eingeht, davon hat Russland genug. Die Russen sind nach Genf und Brüssel gekommen, um die bedrohliche Kette zu sprengen, die US/NATO mit ihrer militärischen Expansion an die russischen Grenzen mit sturer und uneinsichtiger Entschlossenheit unaufhaltsam immer enger ziehen. Damit wird ein für alle Mal Schluss sein, entweder durch Verhandlungen oder mit anderen Mitteln. Das ist die erklärte Position Moskaus.

Continue reading ‘Führte Pippi Langstrumpf die NATO-Verhandlungen mit den Russen?’ »

Feindschaft und Egoismus – das sind die universellen Werte des Westens

..bei anderen gelesen..

von Dr. Wolfgang Schacht

Über die ständig zunehmende Russophobie des Westens ist im letzten Jahrzehnt so viel gesagt, geschrieben und diskutiert worden, dass inzwischen eigentlich jeder wissen müsste, was hinter dieser beispiellosen Verleumdungskampagne des größten Landes der Welt wirklich steckt [1], [2], [3]. Nach dem heldenhaften Sieg der Sowjetunion über den Hitlerfaschismus, nach der Offenbarung ihrer beispiellosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf dem Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg, nach der weltweiten Verurteilung ihrer Maschinerie der Massenvernichtung und des Genozids in der Sowjetunion wagten es die europäischen Philosophen, Geschichtsfälscher und Politiker nach 1945 noch nicht, von irgendwelchen „universellen westlichen Werten“ in ihrer verkommenen kapitalistischen Welt zu sprechen.

Erst als es gelang,
• die furchtbaren Verbrechen der Nazis aus den Köpfen der heranwachsenden neuen Generationen weitgehend zu verdrängen;
• am 4. April 1949 für den erneuten Kampf gegen die Sowjetunion den aggressiven Militärblock „NATO“ zu gründen;
• am 5. Mai 1949 im Geiste der alten „Freiheits- und Sicherheitsklischees“ (für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit!), die westeuropäischen Staaten in einem „Europarat“ (Vorgänger der „Europäische Union“) zu vereinen;
• Deutschland zu spalten und am 23. Mai 1949 mit aktiver Unterstützung der alten Nazis das Vierte Deutsche Reich (die BRD) zu gründen [4];
• die Traditionen des Zweiten und Dritten Deutschen Reiches in die am 12. November 1955 gegründete Bundeswehr zu integrieren,
• anstelle des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann, der von 1933 bis 1944 bei den Nazis im Gefängnis saß und 1944 ohne Gerichtsurteil auf Befehl von Hitler ermordet wurde, den ehemaligen treuen Anhänger von Adolf Hitler, Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg, zur Symbolfigur des antifaschistischen Widerstandes in der BRD zu deklarieren,
• die Sowjetunion und die sozialistische Staatengemeinschaft durch den feigen Verrat, durch Korruption und Hinterlist ihrer Führung zu liquidieren und als es ihnen schließlich auch noch gelang – man höre und staune –
• Stalin und Hitler in der westlichen Welt auf eine Stufe zu stellen und der Sowjetunion die Hauptschuld am Zweiten Weltkrieg zu geben,
da war endlich der Zeitpunkt gekommen, die „neuen universellen Werte“ (Rechtsstaat, Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit, …) für die Sicherung des weiteren Aufstieges der USA zur einzigen Weltmacht massiv in den Mittelpunkt des weiteren Kampfes gegen Russland zu stellen. Wen interessieren in diesem Zusammenhang die vielen unermesslich grausamen Kriegsverbrechen der USA in Korea (1950), im Libanon (1958), in Laos (1959), in Vietnam (1964), in der Dominikanischen Republik (1965), in Kambodscha (1967), im Iran (1980), im Libanon (1982), in Grenada (1983), in Libyen (1986), in Panama (1989), im Persischen Golf (1991), in Bosnien-Herzegowina (1993), in Haiti (1994), in Jugoslawien (1999), in Afghanistan (2001), in Liberia (2003), im Irak (2003), in Pakistan (2004), in Libyen (2011), in Syrien (2014), im Jemen (2015), … in Afghanistan (2021). Auf keinem einzigen internationalen Tribunal sind diese Kriegsverbrechen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gebrandmarkt worden. Im Gegenteil, sie werden vom Establishment und ihren Medien noch großmäulig und großkotzig als konkrete Beiträge im Kampf für „Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte“ deklariert [5], [6].

Continue reading ‘Feindschaft und Egoismus – das sind die universellen Werte des Westens’ »

Wie der Krieg in der Ukraine verhindert werden kann

In einem Krieg um die Ukraine würden die USA und die NATO nicht nur militärisch verlieren. Um diesen Krieg zu verhindern, rät ein namhafter US-Stratege der Biden Regierung in einer bemerkenswerten Analyse, die ausgerechnet in einer dem US-Militär nahestehenden Publikation erschienen ist, eine dicke und bittere Pille zu schlucken.

von Rainer Rupp

Wie es der Namen schon sagt, steht das US-Internet-Portal “Defence One” dem Militär der Vereinigten Staaten nahe. Dennoch hat jetzt Dr. Lyle J. Goldstein, der an dem sicherheitspolitischen US-Institut “Defense Priorities” (Verteidigungsprioritäten) als Direktor des “Asia Engagement Programm” tätig ist, auf diesem vom US-Militär viel gelesenen Portal einen bemerkenswert friedfertigen Artikel zur Ukraine-Krise am 13. Dezember veröffentlicht. Darin legt der Autor weitgehend korrekt dar, wie sich das Problem aus der Sicht der Russen präsentiert. Zudem räumt er ein, dass die Russen berechtigte Gründe für die Verteidigung ihrer “roten Linien” haben, also auch für ihr Beharren auf dem Ende der stetigen westlichen Militär-Expansion immer näher an die russische Grenze. Nach dem Motto “Bis hierhin und nicht weiter” hat das auch Präsident Putin seinem Gesprächspartner Präsident Biden und damit auch indirekt der NATO ultimativ klargemacht.

Aber die Situation sei nicht so verfahren, wie viele glauben, argumentiert Dr. Goldstein, der vor seiner jetzigen Position bei “Defense Priorities” 20 Jahre lang als Forscher und Professor an der Universität der US-Kriegsmarine “U.S. Naval War College” lehrte. Um den Frieden in Osteuropa zu retten, müsste das sicherheitspolitische Establishment zum Realismus der Realpolitik zurückkehren und nicht länger engstirnig an das eigene Propaganda-Narrativ glauben.

Unter dem Titel: “Wie kann der Krieg verhindert werden” beginnt Dr. Goldstein seinen Artikel mit einer kurzen Beschreibung der Lage, so wie auch wir sie aus den einseitigen Berichten unserer Konzern- und Regierungsmedien kennen, die uns tagein, tagaus mit dem westliche Propaganda-Narrativ der russischen Aggressivität und Kriegsgefahr zudröhnen. Demnach sei es “durchaus denkbar, dass in Europa ein großer Krieg stattfinden wird”, und darüber hinaus sei es “auch möglich, dass sich dieser Krieg schnell auf Asien ausweiten könnte.”

Continue reading ‘Wie der Krieg in der Ukraine verhindert werden kann’ »