Der Fall Nawalny und der Nowitschok-Nebel (Teil 2)

Im zweiten Teil untersucht der Autor die Ungereimtheiten hinsichtlich der “unabhängigen Bestätigung” des Nowitschok-Fundes in Proben von Alexei Nawalny durch verschiedene Labore. Es soll sich dabei um eine “härtere” Variante des Nervengifts handeln – was Fragen aufwirft.

von Jürgen Cain Külbel

Das Nervengift Nowitschok wurde für den Einsatz auf dem Schlachtfeld entwickelt, es tötet sofort. Philip Geraldi, den ich persönlich kenne und schätze, früher CIA-Spezialist für Terrorismusbekämpfung und Offizier der Defense Intelligence Agency, argumentiert:

Als (Alexei Nawalny) zur Behandlung in Deutschland war, wurde von seiner Familie eine mysteriöse Wasserflasche hervorgezogen, von der die Bundeswehrlabore behaupten, sie habe Spuren von Nowitschok auf ihrer Oberfläche. Wenn Nowitschok wirklich auf der Flasche wäre, wären seine Familie und die Flugbesatzung ebenso tot wie die Techniker der Bundeswehr.

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Der Fall Nawalny und der Nowitschok-Nebel (Teil 3)

Dieser Teil widmet sich dem britisch-deutschen Interagieren im Fall Nawalny und der Mission der deutschen, schwedischen und französischen Labore im Syrien-Krieg Und welche Rolle die OPCW dabei spielt. Also jener Labore, die bei Nawalny “zweifelsfrei” Nowitschok feststellten.

von Jürgen Cain Külbel

Das Phänomen ist bekannt: der Konsument von True Crime, von “wahren Verbrechen”, fragt sich kopfschüttelnd, wieso Ermittler die Bezüge zwischen Kapitaldelikten, die von einem Einzeltäter oder Serienmörder begangen worden sind, nicht sofort, sondern erst nach zäher Untersuchung oder durch Zufall erkannt haben. In der Realität ist das ein kriminalistischer Kraftakt, bei dem während der Fallbearbeitungen umfangreiche strategische, logistische und erkenntnistheoretische Probleme gelöst werden müssen. Nobody is perfect, noch immer wird nur jede zweite Mordserie tatsächlich als Serie erkannt. 

Ich sehe in den Chemiewaffen-Vorfällen, die die Welt seit 2013 in Syrien, Salisbury, Sofia und nun mit Nawalny in Russland in Atem halten, einen Zusammenhang, eine Art internationalen Kriminalitätsbrennpunkt mit geheimdienstlichem Hintergrund. Politik, Militär und Geheimdienste des kriegführenden “Wertewestens” zeigten stets nur wenig Interesse an einer wirklichen Aufklärung der Vorfälle und beeilten sich stattdessen, den vermeintlich Schuldigen zu benennen: Russland und Syrien, also Putin und Assad. 

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Interview mit Egon Krenz in der Prawda

(Egon Krenz hat freundlicherweise die originale deutsche Fassung zu Verfügung gestellt)

Andrey DULTSEV: Warum haben Sie Ihr Buch “Wir und die Russen“ jetzt geschrieben und veröffentlicht? Haben Sie den Zeitpunkt absichtlich ausgewählt?

Egon Krenz: Mit meinem Buch erinnere ich die Herrschenden hierzulande an eine von ihnen vergessene historische Erfahrung: Deutschland ging es immer dann am besten, wenn es gute Beziehungen zu Russland hatte. Das wusste im 19. Jahrhundert schon der Eiserne Kanzler Bismarck. Es gibt einen äußerst interessanten Brief seiner Urenkelin aus dem Jahre 1947 an Generalmajor Sergei Iwanowitsch Tulpanow, der damals in der sowjetischen Militäradministration in Deutschland tätig war, den ich in meinem Buch zitiere: “Es schreibt Ihnen die Enkelin des bedeutenden Staatsmannes Bismarck, dessen Vermächtnis immer ein ewiger und unzerstörbarer Frieden mit Russland war. Sogar auf dem Sterbebett … hat dieser wiederholt: ›Nie gegen Russland!‹ Zu diesem progressiven Erbe des Erz-Konservativen passt nun aber die aktuelle Außenpolitik Deutschlands überhaupt nicht. Begriffe wie “Bestrafungen” und “Sanktionen” aus dem Munde deutscher Politiker an Russlands Adresse sind nicht nur geschichtsvergessen, sie sind eine Anmaßung gegenüber einem Volk, das für Deutschlands Freiheit vom Faschismus sein Herzblut gegeben hat.

Damit erinnern Sie auch an die Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus?

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30 Jahre “Wiedervereinigung” mit bitterem Geschmack

30 Jahre nach der Einvernahme der DDR durch die Bundesrepublik Deutschland scheinen die Gräben tiefer und nicht flacher zu werden. Diesen Eindruck vermitteln zumindest jüngste Veröffentlichungen und Erklärungen von Ostdeutschen und über Ostdeutsche.

von Rainer Rupp

Heute, am 3. Oktober, feiert das offizielle Berlin 30 Jahre Wiedervereinigung mit vielen Jubiläums-Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen und anderen sogenannten Highlights zum Tag der Deutschen Einheit, die viele Menschen im Osten immer noch als westdeutsche Besatzung oder Annexion der DDR empfinden.

Dank Corona werden uns dieses Jahr wenigstens Großveranstaltungen erspart bleiben, nicht jedoch kitschige Präsentationen – wie das große schwarz-rot-goldene Herz, das in Potsdam während des Eröffnungstages der Einheits-Expo in der Ausstellung “Weg zur Einheit” im Mittelpunkt von schwarzen, roten und gelben Stoffbahnen die Herzen der Besucher dazu bringen soll, freudig schneller zu schlagen.

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Erklärung zu 30 Jahre Anschluss DDR — „Für eine bessere Zukunft“

Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden e.V. (OKV)

Vor 30 Jahren „trat“ die DDR der BRD bei. Viele DDR-Bürger hatten die Illusion, im nunmehr vereinten Deutschland ein friedliches, freies, gleichberechtigtes und wohlhabendes Leben führen zu können. Diese Illusion hat sich für die meisten Bürger nicht erfüllt. Sie sind gestrandet in einem Gesellschaftssystem der Raffgier und des Geldes. Sie leben in einem Staat, der Kriege führt, beim Waffenexport führend ist, die EU im Interesse des Kapitals dominiert, weltweit durch bewaffnete Interventionen und durch Ausbeutung von Mensch und Natur große Zerstörung, Elend, Armut und folglich Ströme von Flüchtlingen und Migranten erzeugt, die dann im Mittelmeer ertrinken können oder von der EU-Wertegemeinschaft in menschenunwürdigen Lagern ihrem Schicksal überlassen werden.

Besonders schockiert, dass wir nun in einem Staat leben, in dem die Herrschenden Russland und seine führenden Repräsentanten auf das Übelste verleumden und politisch, militärisch und wirtschaftlich erpressen.

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