Die aktuelle Weltlage ist derzeit brenzliger als kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Nach der von der russischen Staatsführung angekündigten militärischen und wirtschaftlichen Teilmobilmachung muss sich der “kollektive Westen” sofort ehrlich und ernstlich um Frieden mit Russland bemühen.
Von Prof. Dr. Kai-Alexander Schlevogt
Die Teilmobilmachung von Reservisten und die allmähliche Umorientierung hin zur Kriegswirtschaft in der Russischen Föderation, die deren Präsident, Wladimir Wladimirowitsch Putin, und Verteidigungsminister, Sergei Kuschugetowitsch Schoigu, am 21. September 2022 verkündet haben, stellen einen dramatischen Wendepunkt in der Ukraine-Krise dar, dessen Tragweite eigentlich nicht überschätzt werden kann.
Die Vorgänge an diesem geschichtsträchtigen Tag erinnern an die Reaktion Russlands auf den Beginn des “Unternehmens Barbarossa”. Diese folgenschwere Militäroperation im Zweiten Weltkrieg steht der gegenwärtigen russischen Führungselite, die sich aufgrund der traumatischen historischen Präzedenzfälle geradezu reflexartig von ausländischen Mächten bedroht sieht, als Referenz- und Vergleichspunkt ständig vor Augen. Auf der Uhr der Weltgeschichte ist es in Bezug auf die derzeitige Krise nicht mehr fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf. Die jetzige globale Lage ist aufgrund des vielerorts aufgestauten kollektiven Hasses, der weit verbreiteten Gewaltbereitschaft und des nahezu unermesslichen militärischen Angriffspotenzials der führenden Nationen der Erde, die einem gigantischen Pulverfass gleicht, erheblich brenzliger als kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges!
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