20 Jahre seit NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien (2): Medienlügen und “eingebettete” Journalisten

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Nach den westlichen, auf Krieg drängenden Politikern und ihren bezahlten Regierungs- und NATO-Sprechern verdienen jene besondere Beachtung, die sich gerne als “vierte Gewalt” im Staat feiern lassen: Die Mainstream-Medien mit ihren “eingebetteten” Journalisten.

von Klaus Hartmann

“Eingebettete” Journalisten erlangten wortwörtlich die Lufthoheit und leisteten in Vorbereitung der NATO-Aggression 1999 “ganze Arbeit” – beim “Ruhigstellen” der Bevölkerung. 1996, unter dem Eindruck der Sezessionskriege zur Zerstörung Jugoslawiens, veröffentlichte Mira Beham ihr Buch Kriegstrommeln über das Zusammenspiel von Medien, Krieg und Politik, das Verhältnis von Krieg und Kriegsberichterstattung seit dem Ersten Weltkrieg. In einer Rezension in der Zeit nennt Rudolf Walther “Kriegsberichte … Werkzeug(e) zur Unterdrückung dessen, was jene, über deren Köpfe hinweg entschieden wird, über ihn wissen möchten, sogar wissen müssten – zum Beispiel als Souverän in Demokratien”.

1999, das Jahr der NATO-Aggression gegen Jugoslawien, markiert über diese “ewige Wahrheit” hinaus einen qualitativ weitergehenden Schritt: die Perfektionierung der Strategie eines Informationskrieges. “Für Politiker und Militärs galt der Waffengang im Kosovo als gelungener Testfall für künftige ‘Information Operations’, einen elementaren Bestandteil der neuen ‘Information Warfare’-Strategie”, schrieb Elvi Claßen im Oktober 1999 auf telepolis. “Noch nie zuvor war die militärisch-politische Informations-Intervention im Krieg so vielschichtig und umfassend, so aggressiv und effektiv wie während dieses Krieges.”

Für Viele überraschend strahlte die ARD am 8. Februar 2001 die investigative Dokumentation von Jo Angerer und Mathias Werth aus: “Es begann mit einer Lüge. Wie die NATO im Krieg um Kosovo Tatsachen verfälschte und Fakten erfand”. Auf der Seite des Kasseler Friedensratschlags wurde kommentiert:

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Das Ende der DDR: »Die Partei wollte nichts mehr von uns wissen«

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Vorabdruck: Die Abwicklung der »Stasi«. Heinz Engelhardt im Gespräch mit Peter Böhm

Heinz Engelhardt, geboren 1944, war der erste und zugleich letzte Chef des DDR-Verfassungsschutzes, der indessen nur auf dem Papier existierte. Am 15. Januar 1990 wurde Engelhardt, zuletzt im Rang eines Generalmajors, vom Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Hans Modrow, mit der Vollmacht ausgestattet, das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS), hervorgegangen aus dem Ministerium für Staatssicherheit, »in all seinen Gliederungen aufzulösen«. Am selben Tag also, als die im Herbst 1989 gegründete Bürgerbewegung »Neues Forum« zur Demonstration gegen die »Stasi« bzw. »Nasi« aufrief. Engelhardt hat sich zu den damaligen Ereignissen in einem umfangreichen Gespräch mit Peter Böhm geäußert, das in den kommenden Tagen unter dem Titel »Der letzte Mann. Countdown für das MfS« im Verlag Edition Ost erscheinen wird. Wir veröffentlichen daraus einen Auszug. (jW)

Am 15. Januar 1990 rief die Bürgerbewegung »Neues Forum« zu einer Demonstration vor der Ruschestraße 103, der Zufahrt zum Komplex des MfS in Berlin-Lichtenberg auf …

Vor Beginn der für 17 Uhr anberaumten »Demonstration« heizte der »Zentrale Runde Tisch«, dessen Sitzung live im Fernsehen übertragen wurde, die Stimmung noch mächtig an. Es wurden Zahlen über Mitarbeiter und Bewaffnung des MfS ohne jede sachliche Grundlage in die Welt gesetzt. Das brachte natürlich die Volksseele zum Kochen. Die Demonstration »mit Phantasie und ohne Gewalt«, zu der die Veranstalter aufriefen, drohte zu kippen. Zumal die Demonstranten aufgerufen wurden, Steine und Mörtel mitzubringen. Man wolle uns einmauern, wenn wir den Komplex nicht freiwillig verlassen würden. Wir hatten keinerlei Erfahrungen mit derartigen Situationen. Festgelegt wurde, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Gebäudekomplex um 15 Uhr zu verlassen haben und nur eine Handvoll Freiwilliger bleiben dürfe – so ist es dann auch geschehen.

Wie verbrachten Sie den Tag? Wussten Sie am Morgen, dass am Abend Geschichte geschrieben würde?

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„Die Welt braucht Frieden statt Kriegsbündnisse“ – Aufruf zum Ostermarsch 2019

von Tilo Gräser

Die lokalen und regionalen Gruppen der bundesdeutschen Friedensbewegung rufen zum traditionellen Ostermarsch auf. Gegen Krieg und Aufrüstung, für Frieden und Entspannung – dafür werden auch in diesem Jahr Zehntausende bundesweit zu Ostern auf die Straßen gehen. In Berlin macht der Aufruf dazu klar: „Nein zur Nato!“
Der Austritt aus der Nato gehört zu den Forderungen des diesjährigen Ostermarsches in Berlin am kommenden Samstag. Hauptforderung ist wie bei den anderen bundesweit rund 40 Veranstaltungen dieser Art zu Ostern „Abrüsten statt Aufrüsten“. Die Ostermärsche der bundesdeutschen Friedensbewegung gibt es seit mehr als 50 Jahren.

In Berlin wird am Ostersamstag gegen die nun 70-jährige Nato als Kriegsbündnis protestiert. Das kündigte Mitorganisatorin Laura von Wimmersperg von der Berliner „Friedenskoordination“ (Friko) gegenüber Sputnik an. „Die Menschen wissen und fühlen, dass die Situation brenzlig ist“, erklärte sie. Daher rechne sie mit gutem Zuspruch am Samstag.

„Die Welt braucht Frieden statt Kriegsbündnisse“, so der Aufruf zum diesjährigen Ostermarsch in Berlin. In diesem wird an die Geschichte der Nato erinnert, die trotz des Endes des Kalten Krieges 1989/90 weiterexistiert. Der Krieg des westlichen Bündnisses vor 20 Jahren gegen Jugoslawien habe offengelegt, dass es sich dabei um „ein weltweit operierendes Angriffsbündnis“ handelt.

Gegen Nato-Aufmarsch und Bedrohung Russlands
Ebenso wird an die weiteren Kriege und Interventionen der westlichen Staaten unter Führung der USA und ihrer Verbündeten erinnert. „Heute steht die Welt vor den Scherben dieser völkerrechtswidrigen Politik, Regierungen anderer Länder zu stürzen, von Afghanistan, Irak, Libyen bis Syrien“, heißt es im Aufruf. Und weiter: „Die Bundesrepublik bedient sich der Nato und der EU-Militarisierung, um ihre Einflusszonen zu erweitern und sich ihren ‚Platz an der Sonne‘ bei der Aufteilung der Welt zu sichern. Inzwischen beteiligt sich die Bundeswehr an 14 Auslandseinsätzen.“


Hier weiterlesen: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20190417324719415-ostermarsch-2019-friedensbewegung-berlin/

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Konferenz in Belgrad lässt NATO-Werbung abblitzen (Teil II)

Teil II befasst sich mit der zukünftigen politischen Orientierung Serbiens im Spannungsfeld zwischen EU-Lockrufen aus Brüssel und Freundschaftsbeschwörungen und Hilfsangeboten der Russen. Allerdings bleibt die außenpolitische Bewegungsfreiheit Belgrads weiterhin beschränkt.

von Rainer Rupp

Nach dem Ende des NATO-Bombenkriegs im Jahr 1999 kam in einem vom Westen gesteuerten Putsch 2000 eine Marionetten-Regierung in Belgrad an die Macht. Ihre Aufgabe, die Bevölkerung dafür zu gewinnen, „zu vergeben, zu vergessen und nach vorne zu blicken” in eine gemeinsame Zukunft in der EU und der NATO, konnte sie nicht erfüllen. Bei der Wahl 2012 wurden die West-Marionetten davon gejagt. Seither ist das politische Pendel wieder etwas zurückgeschwungen, wie die Konferenz in Belgrad gezeigt hat.

Wir werden niemals ein Mitglied der NATO werden. Selbst wenn wir das letzte Land in Europa wären, das der NATO noch nicht beigetreten ist, werden wir kein Mitglied werden”. An dieser Stelle wurde die Rede des serbische Verteidigungsminister Aleksandar Vulins von einem lang anhaltenden, stürmischen Applaus im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal im ‘Haus der Armee’ in Belgrad unterbrochen. Dort hatte gerade der zweite Tag der Internationalen Konferenz “NATO-Aggression – Niemals vergessen – 1999-2019 – Frieden und Fortschritt statt Krieg und Armut” vom 22. bis 23. März 2019 anlässlich des 20. Jahrestags des NATO-Überfalls auf Jugoslawien begonnen.

“Niemals werden wir vergessen, dass die NATO unsere Kinder getötet hat”,

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Konferenz in Belgrad lässt NATO-Werbung abblitzen (Teil I)

NATO und EU umgarnen weiterhin die serbische Führung, um das Land in die beiden Frontorganisationen der westlichen Unwertegemeinschaft zu locken. Klarheit darüber schaffte in Belgrad eine hochkarätige internationale Konferenz zum 20sten Jahrestages des NATO-Überfalls.

von Rainer Rupp

Als die jüngste Aussage von Kanzlerin Merkels Außenminister Heiko Maas zum NATO-Überfall auf Jugoslawien letzten Samstag in Belgrad bei der internationalen Konferenz über das NATO-Völkerrechtsverbrechen von vor 20 Jahren bekannt gemacht wurde, löste sie unter den Teilnehmern unglaubliches Staunen und dann Empörung aus. Lediglich die anwesenden Serben schien das kühl zu lassen, waren und sind sie doch dieser Art von krimineller Arroganz aus den Mündern westlicher Politiker seit 20 Jahren ausgesetzt.

Der als Außenpolitiker augenscheinlich zu oft überbewertete und überforderte Heiko Maas (SPD) hatte es tatsächlich fertiggebracht, versuchsweise dem damaligen NATO-Massenmord an serbischen Zivilisten einen Persilschein auszustellen. “Ich glaube nach wie vor, dass die deutsche Beteiligung ein Ausfluss verantwortungsbewussten Handelns gewesen ist”, hatte der “hippe Heiko” gegenüber den “Stuttgarter Nachrichten” (Samstagsausgabe) gemeint. Nach all den inzwischen ans Licht gekommenen Lügen zur Rechtfertigung dieses Krieges und nach dem Eingeständnis selbst des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD), dass der Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien völkerrechtswidrig war, hätte man zumindest von deutscher Regierungsseite eine bedächtigere, einfühlsamere Reaktion erwarten können. Aber dafür hätte es eines anderen, eines für das Amt geeigneten Außenministers bedurft.

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