Der Aggressor heißt NATO

Standpunkt. Ukraine: Streit um die Souveränität, Spiegelfechterei um das Völkerrecht, Drohgebärden gegen Moskau. Ein Plädoyer für Solidarität und Freundschaft mit Rußland

Von Sebastian Bahlo, Klaus Hartmann und Klaus von Raussendorff

Seit dem Staatsstreich in der Ukraine vom 22. Februar 2014 und insbesondere im Zuge der Entwicklungen auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim hat in den USA, den NATO- und EU-Ländern eine politisch-mediale Kampagne Fahrt aufgenommen, in der Rußland und insbesondere der Präsident Wladimir Putin hysterisch der rücksichtslosen Großmachtpolitik und des völkerrechtswidrigen »Landraubs« bezichtigt wird. Seitens der Regierungen der führenden NATO-Staaten wird die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation als »völkerrechtswidrige Annexion« gebrandmarkt. Mit dieser Kampagne soll der tatsächliche Charakter der Krise um die Ukraine als eines antirussischen Manövers verschleiert und weitere feindliche Akte gegenüber der Russischen Föderation psychologisch vorbereitet werden. Zunächst muß es erstaunen, daß Länder, die bis heute eine Vielzahl von fortgesetzten Völkerrechtsbrüchen begehen – darunter der Überfall auf die Bundesrepublik Jugoslawien 1999, die Invasion Afghanistans 2001 und des Irak 2003, die Anerkennung der Eigenstaatlichkeit des Kosovo 2008 –, derart offensichtlich mit anderem Maß messen, wenn sie das Handeln Rußlands beurteilen. Dieselben, die weismachen wollen, daß deutsche Sicherheitsinteressen im weit entfernten Afghanistan verteidigt werden, sprechen Rußland das Recht ab, seine unverkennbaren Sicherheitsinteressen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft wahrzunehmen. Und das sogar angesichts des eklatanten Unterschieds, daß zur Verteidigung deutscher Interessen in Afghanistan ein Oberst Klein ein Massaker an über 100 Zivilisten befiehlt, während der Anschluß der Krim an die Russische Föderation ohne eine einzige gewalttätige Handlung seitens Rußlands im Einvernehmen mit der großen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim vonstatten ging. Dieselben, die das Kosovo auf Grundlage einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung der Provinzregierung gegen den Willen der legitimen serbischen Zentralregierung anerkannt haben, sprechen der Russischen Föderation das Recht ab, den durch ein Referendum mit für sich sprechendem Ergebnis geäußerten Wunsch der Krim-Bevölkerung auf Eingliederung nachzukommen, in einer Situation, in der eine legitime ukrainische Zentralregierung nicht existiert. Continue reading ‘Der Aggressor heißt NATO’ »

Gespräch mit Generalleutnant a. D. Wolfgang Schwanitz und Generaloberst a. D. Werner Großmann zur Gründung des MfS vor 65 Jahren

Am 8. Februar vor 65 Jahren wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Innenminister Carl Steinhoff, ein ehemaliger Sozialdemokrat und von 1945 bis 1949 Brandenburgs Ministerpräsident, begründete vor der Volkskammer das entsprechende Gesetz. „Die hauptsächlichsten Aufgaben dieses Ministeriums werden sein, die volkseigenen Betriebe und Werke, das Verkehrswesen und die volkseigenen Güter vor Anschlägen verbrecherischer Elemente sowie gegen alle Angriffe zu schützen, einen entschiedenen Kampf gegen die Tätigkeit feindlicher Agenturen, Diversanten, Saboteure und Spione zu führen, unsere demokratische Entwicklung zu schützen und unserer demokratischen Friedenswirtschaft eine ungestörte Erfüllung der Wirtschaftspläne zu sichern. Zur Durchführung dieser Aufgaben bildet das Ministerium in den Ländern Verwaltungen für Staatssicherheit, die dem Ministerium unmittelbar unterstellt sein werden.«   Continue reading ‘Gespräch mit Generalleutnant a. D. Wolfgang Schwanitz und Generaloberst a. D. Werner Großmann zur Gründung des MfS vor 65 Jahren’ »

Laudatio von Dr. Arnold Schölzel Philosoph und Chefredakteur der Tageszeitung „junge Welt“.

Anlässlich der 

Preisverleihung des BüSGM für Solidarität und Menschenwürde

am 22.06.2014 in Berlin an den Journalisten Rainer Rupp 

 

Lieber Rainer, liebe Ann, liebe Freunde und Genossen.

Zunächst herzlichen Glückwunsch, Rainer, für die Auszeichnung mit dem Preis für Solidarität und Menschenwürde. Für mich ist es eine große Ehre, die Laudatio auf Rainer halten zu dürfen. Es ist vor allem eine der seltenen Gelegenheiten, Dir für die unermüdliche Arbeit zu danken, die Du für die junge Welt leistest. Continue reading ‘Laudatio von Dr. Arnold Schölzel Philosoph und Chefredakteur der Tageszeitung „junge Welt“.’ »

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Für die USA ist das Spionieren »unter Freunden« nichts Neues. Lange hat die Bundesregierung mit der Drei-Affen-Strategie reagiert. Gibt es etwas zu verbergen?

von Rainer Rupp

Die deutschen Geheimdienste vom BND bis zum sogenannten Verfassungsschutz stellen sich dumm. Die politische Führung in Berlin ebenso. Unvorstellbar, daß die US-Amerikaner, der Deutschen teuerste Freunde, hierzulande spionieren. So die offizielle Haltung bis vor kurzem. Aber daß sie genau das tun, hatte im Jahr 1993 bereits der damalige Direktor der CIA, James Woolsey, in aller Öffentlichkeit bekannt. Er sagte, nach dem Ende des Kalten Kriegs haben die politische und die Wirtschaftsspionage eine neue Priorität für den US-Geheimdienst. Wörtlich fügte er hinzu, dies bedeute »natürlich auch das Ausspionieren von Verbündeten wie Japan, Deutschland und Frankreich«. Continue reading ‘Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen’ »

Aus dem Leben unserer Kundschafter: Siegfried Wenzel

Siegfried Wenzel: Vietminh-Kämpfer – Flughafenleiter – Kundschafter 

Duc Viet, Major im Generalstab der Vietnamesischen Volksarmee und Chef der Flugsicherung des halbwegs fertig gestellten Flughafens von Hanoi, bestieg im Winter 1956 einen Eisenbahnzug, welcher ihn nach Deutschland bringen sollte. Duc Viet war blond und hieß, als er noch Obergefreiter der deutschen Luftwaffe war, Siegfried Wenzel.

Dieser Zug, inzwischen der siebte und damit letzte Transport, brachte einstige Angehörige der französischen Légion Étrangére, welche während des Indochinakrieges in Gefangenschaft geraten waren, zurück nach Europa. Konkret in die DDR. Die Rückkehr der »verlorenen Söhne« ging auf langjährige Korrespondenz zurück. Viele der kriegsgefangenen deutschen Fremdenlegionäre hatten sich an Präsident Wilhelm Pieck mit der Bitte gewandt, die DDR möge sich für ihre Freilassung einsetzen. Dies hatte sie getan, und die wechselseitige diplomatische Anerkennung im Vorjahr hatte die Sache befördert. Continue reading ‘Aus dem Leben unserer Kundschafter: Siegfried Wenzel’ »