»Beschämender Eingriff in Freiheit der Wissenschaft«

“junge Welt” vom 12.06.2007 / Inland / Seite 8 /

Konferenz über HVA soll trotz Birthler-Boykott nachgeholt werden. Ein Gespräch mit Thomas Wegener Friis

Interview: Peter Steiniger

Thomas Wegener Friis ist Netzwerkkoordinator am Zentrum für Kalte-Kriegs-Studien der Süddänischen Universität, Odense

Sie sind Organisator einer wissenschaftlichen Konferenz zur MfS-Hauptverwaltung Aufklärung, die am 16./17. Juni in Berlin stattfinden sollte. Als Referenten waren auch Mitarbeiter der DDR-Auslandsaufklärung vorgesehen. Die Birthler-Behörde ließ die Veranstaltung kurzfristig platzen. Ziel der Tagung war, »die Geschichte der DDR-Spionage auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen«. Fehlt eine solche?

Es ging darum, Zeitzeugenberichte, also Oral History, in die wissenschaftliche Arbeit einzubeziehen. Es ist von zentraler Bedeutung für die Forschung, solche Zeitzeugen zu befragen. Hinzu kommt eine Besonderheit in bezug auf die DDR-Auslandsspionage. Während die Akten aus den anderen Abteilungen der Stasi im großen und ganzen erhalten sind, ist dies für die HVA nicht der Fall.

Kann man überhaupt eine seriöse Forschung zur Zeitgeschichte nur auf Akten stützen?

Das machen ja viele (lacht). Was unser Institut betrifft, legen wir größten Wert darauf, wichtige Zeitzeugen nicht auszulassen. Das gilt nicht nur für die HVA-Leute, sondern generell.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat Ihnen die Verträge für den Veranstaltungsort, das Harnack-Haus in Berlin, gekündigt. Zuvor untersagte die Beauftragte »für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes«, Marianne Birthler, BStU-Experten die Mitwirkung. Hat die deutsche Politik Angst vor der Wissenschaft?

Was im Hintergrund gelaufen ist, weiß ich nicht. Uns gegenüber verweist das Harnack-Haus auf die BStU. Man teilte uns mit, daß durch den Rückzieher der Birthler-Behörde ein ausgewogener Verlauf der Konferenz nicht mehr gewährleistet sei. Da bin ich zwar nicht ganz einer Meinung, freue mich aber, daß die Max-Planck-Gesellschaft damit auch sagt, daß bis dahin die Ausgewogenheit der Veranstaltung gegeben war.

Haben BStU-Vertreter bereits früher Bedenken geäußert?

Nein, Frau Birthlers plötzliche Kritik hat uns sehr überrascht. Für eine solche Konferenz geht man vielfältige Verpflichtungen ein. Es sollten Wissenschaftler aus Dänemark, Schweden, Holland, Rußland und Deutschland teilnehmen. Einer der Haupt-Referenten war der führende Geheimdienstexperte Helmut Müller-Enbergs von der BStU. Der Abteilungsleiter ihrer Forschungsabteilung hatte alles begutachtet. Als im Februar 2007 die Zusage kam, gab es keinerlei Kritik.

Als Referenten waren u. a. der letzte Leiter der HVA, Werner Großmann, sowie die Top-Spione Rainer Rupp und Gabriele Gast vorgesehen. Zieht Frau Birthler die Kompetenz dieser Zeitzeugen in Zweifel oder kommen diese einfach nur von der falschen Seite?

Es geht hier nicht um wissenschaftliche Bedenken, auch wenn Frau Birthler das vorschiebt. Die BStU hat klipp und klar erklärt, mit solchen Leuten könne man nicht reden. Sie seien aufgrund ihrer Vergangenheit als Zeitzeugen disqualifiziert.

War die HVA ein Instrument politischer Unterdrückung, sind ihre Mitarbeiter als Täter zu verdammen?

In der Bundesrepublik, in Dänemark und wohl allen Ländern ist Spionage natürlich verboten. Entsprechend sind Agenten immer Täter. Spionage gehört aber untrennbar zur Geschichte des Kalten Krieges. Das ist das, was für die Wissenschaft zählt. Es muß möglich sein, die Geschichte der Spionage aufzuarbeiten, ohne den Vorwurf, man lenke dadurch von der Unterdrückung in den kommunistischen Staaten ab.

Beschäftigt sich Ihr Institut auch mit der Rolle der anderen Seite im Agentenkrimi?

Ja, das tun wir. Zur Zeit laufen Untersuchungen zur US-Spionage gegen Dänemark im Kalten Krieg.

Wäre so ein Eingriff in die Wissenschaft in Dänemark möglich?

Nein, so etwas wäre hier undenkbar. Es handelt sich um einen Eingriff in die Freiheit der Wissenschaft. Auch die Art und Weise von Frau Birthler ist beschämend: Daß sie ihrem Referenten quasi Redeverbot erteilt, gehört sich nicht, besonders bei einem Thema, wo es auch um Diktatur geht.

Soll die Konferenz nachgeholt werden?

Ja, und wir haben dafür die volle Unterstützung unserer Universität. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt mit Wissenschaftseinrichtungen durchgeführt werden, die sich der Freiheit der Wissenschaft verpflichtet fühlen.

 

Konferenz in Odense – 17./18. November 2007 – Erinnerungen eines Teilnehmers

Man schaut auf den Kalender und glaubt es kaum : es ist doch schon genau auf den Tag sechs Jahre her, dass am 17. und 18. November 2007 in Dänemark die dritte Konferenz stattfand, die sich mit der Geschichte und den Aufgaben der Hauptverwaltung A , des Aufklärungsdienstes des MfS der DDR, und auch mit gewonnenen Einsichten ihrer Mitarbeiter beschäftigte.

Sie war wohl die am besten vorbereitete Konferenz und Dank der vielen teilnehmenden Wissenschaftler und Fachleute aus einer ganzen Reihe von westlichen Ländern und deren Geheimdiensten auch inhaltsreichste Veranstaltung.
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Der Meisterspion – über jeden Verdacht erhaben

Vor 60 Jahren wurde Richard Sorge hingerichtet

Von Markus Wolf – erschienen im “neuen deutschland” vom 6./7. November 2004

Am 7. November 1944 – am Jahrestag der Oktoberrevolution – wurde das von der Justiz des kaiserlichen Japans verhängte Todesurteil gegen Richard Sorge und seinen engsten Kampfgefährten Hozumi Ozaki vollstreckt.

Über den Kundschafter Richard Sorge erfuhr ich zum ersten Mal zu Beginn meiner Tätigkeit im Außenpolitischen Nachrichtendienst der DDR Anfang der fünfziger Jahre aus westlichen Publikationen. Moskau schwieg. Mit einigen Mitarbeitern nutzte ich die Möglichkeit, den deutsch-französischen Film “Wer sind Sie, Doktor Sorge” zu sehen. Wir waren beeindruckt.

1964 meldete Moskau: Richard Sorge wurde postum der Stern »Held der Sowjetunion« verliehen. Danach gab es eine Reihe von Publikationen. Da hatten wir schon erfahren, dass seine Mitstreiter, die unter dem Namen Ruth Werner bekannt gewordene Kundschafterin »Sonja«, und sein Funker Max Christiansen-Klausen unter uns lebten. Seitdem wurde Sorge für unsere Kundschafter zum großen Vorbild.

Kein Spion aus Ost oder West hat so viel Aufmerksamkeit erregt wie Richard Sorge. In den letzten Jahren beschäftigt die Sorge-Forschung eine Heerschar japanischer, russischer, englischer und amerikanischer Historiker, jährlich erscheinen neue Bücher und Publikationen wissenschaftlicher Tagungen. In der deutschen Öffentlichkeit beschränkt sich das Wissen aber  meist auf das Klischee vom »russischen Meisterspion«.

Mit den diesjährigen Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Eröffnung der Zweiten Front und des  Attentates auf Hitler am 20. Juli 1944 war die einseitige Fixierung des Widerstandes gegen Hitler und des Anteils am Sieg gegen  Hitlerdeutschland auf Militärs und Vertreter des Bürgertums bzw. auf die Aktionen der westlichen Alliierten vorherrschend in Politik, Wissenschaft und Medien. Alle anderen Formen des Kampfes gegen den Hitlerfaschismus, der opferreiche Kampf der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, Widerstand aus Kreisen der Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Christen werden fast vollständig ausgeblendet. Auch der von deutschen antifaschistischen Kundschaftern bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geleistete Beitrag.

Sorge, Sohn eines deutschen Vaters und einer russischen Mutter, wurde 1895 in der Nähe von Baku geboren, wo sein Vater als Ingenieur arbeitete. Nach der Übersiedlung nach Deutschland verbrachte Sorge dort die nächsten 23 Jahre seines Lebens. Er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst, wurde schwer verwundet und lernte die Schrecken des Krieges kennen – für die weitere Geisteshaltung von Richard Sorge ein prägendes Erlebnis.

1920 promovierte er in Hamburg und bekam von seinem Doktorvater seine außerordentlichen analytischen Fähigkeiten bestätigt. Er trat 1917 der USPD und 1919 der KPD bei und leistete eine aktive politische Arbeit, entwickelte dabei als Propagandist und Korrespondent seine analytischen Fähigkeiten. Nachdem Sorge 1924 die Delegation der Komintern zum 9. illegalen Parteitag der KPD betreut hatte, erhielt er 1925 den Auftrag, in der Komintern-Zentrale in Moskau zu arbeiten. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der KPdSU.

Der Leiter des Militärischen Nachrichtendienstes, General Jan Bersin (genannt »Der Alte«), wurde auf Richard Sorge aufmerksam und verpflichtete ihn zur Kundschaftertätigkeit für die Rote Armee. Nach Einsätzen in Großbritannien und in Skandinavien in den Jahren 1928/29 erfüllte Sorge von 1930 bis 1933 Aufträge in China/Shanghai.

Anfang 1933 erhielt er den Auftrag, eine Kundschaftergruppe in Japan aufzubauen (später bekannt als die Gruppe »Ramsay«), wobei er sich mit seinen echten Personalien  eine Existenz als deutscher Journalist aufbaute. Erste Voraussetzungen für diese Gruppe hatte Sorge bereits in Shanghai schaffen können. Er lernte dort seinen Freund und bedeutsamsten Mitkämpfer, den japanischen Journalisten Hozumi Ozaki kennen, einen überzeugten Marxisten, der einer Nachrichtengruppe der KP Chinas angehörte. Ozaki kehrte 1932 nach Japan zurück, wurde bereits 1933 Berater des Stabes des japanischen Expeditionskorps für China und 1938 Berater der Regierung des Prinzen Konoe in Japan. Damit erhielt er Zugang zu höchsten Führungskreisen Japans und Einblicke in die Strategien und Absichten der herrschenden japanischen Kreise.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung gehörten zur Gruppe Ramsay bis zu ihrer Verhaftung im Oktober 1941 mindestens 16 Quellen und über 40 Sympathisanten. Es handelte sich durchweg um japanische und chinesische Patrioten, die den Kriegskurs des kaiserlichen Japans als ein Unglück für Japan ablehnten und bereit waren, aktiv die Opposition gegen diesen Kurs und für eine konsequente Friedenspolitik zu unterstützen.

Sorge hatte sich innerhalb kurzer Zeit einen engen Freundeskreis unter den Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Tokio und viele enge Verbindungen unter weiteren Ausländern in Japan geschaffen. Der langjährige Militärattaché und spätere deutsche Botschafter Dr. Eugen Ott zählte Sorge zu seinen engsten Beratern. Er nutzte Sorges Analysen über Entwicklungen in Japan zur Verbesserung seines Ansehens in Berlin und zog Sorge u.a. zur Bewertung von ein- und ausgehenden Chiffre-Telegrammen heran. Ähnlich gute Beziehungen bestanden zu den Militärattachés der Botschaft. Zum Vertreter der Gestapo in Tokio, Oberst Meisinger, unterhielt Sorge »Vertrauenskontakte«; er trat häufig als Referent in der NSDAP-Ortsgruppe auf und galt dort als »deutscher Patriot«. Auch zu japanischen Organisationen, Forschungseinrichtungen und zur Wirtschaft hatte Sorge außerordentlich gute Beziehungen. Er hatte tiefen Einblick in den Austausch von Ergebnissen der militärischen Forschung und Entwicklung zwischen Deutschland und Japan.

Aus den umfangreichen Informationen der Gruppe »Ramsay« an den Militärischen Nachrichtendienst der UdSSR soll auf zwei Komplexe hingewiesen werden: Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1941 übersandte Sorge mehrere Telegramme nach Moskau über die Vorbereitung der Aggression gegen die UdSSR, so u. a.: 6. März: Hitlerdeutschland wird nach Abschluss der Kriegsplanungen im Westen die Sowjetunion überfallen. 26. April: Analyse über die geplante Operation der deutschen Wehrmacht, die u. a. 150 Divisionen an der Grenze bereitstellt. 20. Mai: Erstmalige Terminangabe – 20. Juni mit der Hauptstoßrichtung Moskau. 15. Juni: Präzisierung des Termins auf den 22. Juni »in aller Frühe«.

Stalin ignorierte diese Informationen ebenso wie ähnliche der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack oder von Überläufern aus der deutschen Wehrmacht. Es gehört zu der größten Tragik dieser Kundschaftergeneration, dass ihre rechtzeitigen Warnungen in maßloser Selbstherrlichkeit von einem Mann vom Tisch gefegt wurden, der damit den Tod zehntausender Sowjetsoldaten und Zivilisten verschuldete. Sorge war wie viele andere in den Strudel der Verdächtigungen und Verleumdungen in der Zeit der Massenrepressalien in der Sowjetunion geraten. Sein Mentor, Jan Bersin, war bereits ein Opfer dieser Vernichtungsorgie; Sorge verdankte sein Leben dem Auslandseinsatz. Es zeugt von seiner Größe, dass er trotz des Wissens darüber und der Missachtung seiner Warnungen den Informationsfluss der Gruppe Ramsay nach dem deutschen Angriff weiter verstärkte.

Hitlerdeutschland wollte nach dem Überfall auf die Sowjetunion noch vor Wintereinbruch eine Kriegsentscheidung durch die Einnahme Moskaus erreichen. Zwei sowjetische Armeen waren eingekesselt und Guderians Panzerspitzen hatten die Verteidigungslinie um Moskau durchbrochen. In dieser Zeit kamen die Meldungen Richard Sorges in allerhöchster Not.

Am 6. September 1941 beschloss die kaiserliche Konferenz im kleinsten Kreis, die japanischen Kriegsvorbereitungen noch im Oktober zu beenden und den Krieg gegen die USA, England und die Niederlande zu beginnen. Ozaki hatte Einblick in das Protokoll dieser Tagung. Sorge analysierte, dass die kaiserliche Armee nicht in der Lage sein wird, an zwei Fronten zu kämpfen und die geostrategischen Interessen Japans im Augenblick auf den Südpazifik gerichtet sind. So kam es zu Sorges Funkspruch vom 14. September 1941 nach Moskau: Die japanische Regierung wird die UdSSR nicht angreifen; sie ist vor einem Überfall im Fernen Osten sicher.

Es war einer seiner letzten Funksprüche, dessen Bedeutung auch Stalin, der sich vor Moskau in einer verzweifelten Lage befand, nicht übergehen konnte. Teile der Fernostfront, ausgeruhte und gut ausgerüstete Einheiten, wurden eiligst nach Moskau verlegt. Dadurch trat bereits im November 1941 eine Stabilisierung der Lage ein. Mit der sowjetischen Gegenoffensive im Dezember 1941 wurden 35 Divisionen der faschistischen Wehrmacht aufgerieben und 250 Kilometer Geländegewinn erzielt. Hitlers Blitzkriegsstrategie war gescheitert.

Richard Sorge war als deutscher Antifaschist der tiefen Überzeugung, dass er mit seiner Kundschaftertätigkeit für die UdSSR einen bedeutenden Beitrag im Kampf gegen Krieg und Faschismus leistet. Er entwickelte dabei eine ungewöhnliche Meisterschaft. Seine enorme Intelligenz, seine analytischen Fähigkeiten verband er erfindungsreich mit taktischen Mitteln der Anpassung, Tarnung und Täuschung. Strenge Disziplin und Einhaltung der Konspiration scheinen seiner sehr unkonventionellen Auffassung von der Gestaltung seines Lebens entgegenzustehen – auch bei der konkreten Ausgestaltung seiner nachrichtendienstlichen Arbeit. Er konnte es sich bis zu einem gewissen Grad erlauben, im kleinen Kreis sowohl kritische Äußerungen über den Krieg Hitlerdeutschlands als auch realistische Einschätzungen über die Kriegschancen der Sowjetunion zu äußern. Diese »Geradlinigkeit « und »Offenheit« vertiefte das Vertrauen seiner Partner in der deutschen Kolonie. Wie so häufig bei der Einbeziehung starker Persönlichkeiten in geheimdienstliche Arbeit, entsprach sein Herangehen an die Erfüllung der operativen Aufgaben oft nicht den Regeln oder den Vorgaben der Zentrale.

Im Vordergrund der Aufgaben stand selbstverständlich die Informationsbeschaffung über die Pläne und Absichten, die Ressourcen und militärischen Kapazitäten Hitlerdeutschlands und Japans gegenüber der Sowjetunion. Aber es stärkte seine Position in der Botschaft erheblich, wenn er den deutschen Partnern verschiedene Interna aus japanischen Führungskreisen preisgab. Trotz des strikten Verbotes aus Moskau, sich jeder propagandistischen Tätigkeit zu enthalten, nutzten Sorge, sein Freund Ozaki und andere Mitglieder der Gruppe ganz gezielt die Möglichkeiten, japanische Kreise von den friedlichen Absichten der UdSSR und auch von ihrer militärischen Stärke zu überzeugen.

Sorge war außerdem der Überzeugung, dass er seine umfassenden Kenntnisse in geeigneter Form auch den westlichen Vertretern der Anti-Hitlerkoalition zur Verfügung stellen müsste. Der mit ihm befreundete Journalist der Nachrichtenagentur Havas, Robert Guillain, schätzte dazu ein: »Natürlich hatte ich niemals den leisesten Verdacht, dass Vukelic und Sorge Spione sein könnten. Später begriff ich, dass sie glaubten, diese Indiskretionen dienten ihrer Sache, d. h. dem Kampf gegen Hitler und den Nazismus und der Verteidigung der Sowjetunion … Drei Jahre diente ich so ohne mein Wissen als Kanal für den organisierten Geheimnisverrat durch den Sorge-Spionagering.«

Das professionelle Vorgehen von Sorge wird auch durch das Telegramm Nr. 980 vom 29. März 1942, das Botschafter Eugen Ott zu seiner Rechtfertigung an das Reichsaußenministerium richtete, belegt: Sorge »gilt als guter Kenner ostasiatischer Verhältnisse … Nach meiner Erinnerung wurde er mir zum ersten Male Ende 1934 vorgestellt. Er war zu diesem Zeitpunkt schon Parteigenosse. Aus den Akten der Botschaft und Partei ergibt sich nicht, wie Sorge erreicht hat, von der hiesigen Ortsgruppe der Reichsparteileitung zur Aufnahme in die Partei vorgeschlagen zu werden. Desgleichen ist nicht festzustellen, dass von seiten der Botschaft eine Empfehlung Sorges an die ›Frankfurter Zeitung‹ erfolgt ist … Wie ich festgestellt habe, hat Sorge gelegentlich für den Luftwaffenattaché auch technische Angaben übermittelt. Zu den Nachrichten, die Sorge beibrachte, gehörten auch Informationen aus dem Konoe-Kreis. Mir ist nie der Verdacht gekommen. Dass Sorge etwa Kommunist sei oder sich sonst staatsfeindlich betätigte. Wie mir übereinstimmend die Waffenattachés, der Hoheitsträger und der hiesige Pressevertreter versicherten, ist auch ihnen kein solcher Verdacht aufgetaucht. Die deutschen Journalisten haben mir noch nach der Verhaftung Sorges einen gemeinsamen Brief geschrieben, in dem sie für ihn eintraten und zum Ausdruck brachten, sie hielten den Vorwurf kommunistischer Betätigung für gänzlich unglaubwürdig. Sie haben sich auch in der Folgezeit bereiterklärt, hierfür jederzeit Zeugnis abzulegen.«

Fast ein Credo der Aufklärungsarbeit vieler »Kundschafter des Friedens« ist die Erklärung Sorges gegenüber einem japanischen Staatsanwalt vom Juni 1942: »Die Sowjetunion wollte keine politischen Konflikte oder militärischen Zusammenstöße mit anderen Ländern, besonders nicht mit Japan, und wollte Japan nicht überfallen. Folglich kamen ich und meine Gruppe ganz sicher nicht als Feinde Japans hierher. Wir unterscheiden uns völlig von dem, was man normalerweise unter ›Spion‹ versteht. Der ›Spion‹ Englands oder Amerikas ist jemand, der die schwachen Punkte in Japans Politik, Wirtschaft und Militär als Angriffsziele auskundschaftet. Dies war nicht unsere Absicht, als wir Informationen über Japan sammelten.«

Angesichts dieser Haltung Sorges in der Haft gehören die Stellung in Moskau ihm gegenüber bis zur Widerlegung der Verleumdungen zu den finsteren Seiten der Stalinzeit. Noch sind nicht alle Akten zugänglich, die Forschungen nicht  abgeschlossen. So bedarf auch die Frage einer Klärung, ob das Leben des deutschen Patrioten und Sowjetkundschafters hätte gerettet werden können. Mein langjähriger Kollege und Leiter der Deutschlandabteilung des KGB, Generalleutnant a.D. Sergej A. Kondraschow, konnte sich viele Jahre mit bislang geheimen Dokumenten der sowjetischen Dienste befassen. In einem 2001 veröffentlichten Vortrag vor einem internationalen Symposium stellte er dazu fest, die Hauptursache des Auffliegens der Sorge-Residentur sei die verantwortungslose Führung durch die Leitung der Militäraufklärung der Sowjetarmee gewesen, begründet in der haltlosen Verdächtigung Sorges als japanisch-deutschen Spion. »Die Voreingenommenheit Sorge gegenüber kam darin zum Ausdruck, dass trotz seiner eindeutigen Verdienste gegenüber unserem Land während der drei Jahre zwischen seiner Verhaftung und der Hinrichtung keiner der Leiter der Aufklärung an die Möglichkeit seiner Rettung dachte. Es ist unverzeihlich, dass der ehemalige Leiter der Militäraufklärung, General Iljitschew, den Vorschlag der japanischen Seite ignorierte, einen Austausch Sorges gegen japanische Kriegsgefangene durchzuführen.«

Wie für viele andere dieser Generation stellt sich danach die bittere Frage nach dem Wert ihres Tuns, dem Sinn ihres Lebens. Für mich ist die Antwort klar: Kein Handeln war vergebens. Ob es die Flugblätter der »Weißen Rose« waren oder Informationen von Kundschaftern gegen den Krieg – kein Opfer war umsonst! Richard Sorge gebührt ein ehrenvoller Platz im antifaschistischen Widerstand.

Der Dolmetscher von Oberst Meisinger, Karl Hamel, der Sorge kurz vor der Hinrichtung im Gefängnis besuchte, beschreibt dessen Haltung angesichts des Todes mit den Worten: »Bewundernd registrierte der Besucher, wie ruhig und  beherrscht der Häftling erschien … Er machte den Eindruck eines Mannes, der stolz ist, ein großes Werk getan zu haben, und der sich nun darauf vorbereitet, den Schauplatz seines Wirkens zu verlassen.«

 

Gedenkfeier zu Ehren Dr. Richard Sorge

Gedenkstätte Dr. Richard Sorge

Etwa 100 Menschen versammelten sich am Donnerstag vor dem Gebäude in der Berliner Richard-Sorge-Straße 2, um des marxistischen Wissenschaftlers, Journalisten und sowjetischen Kundschafters zu gedenken. Richard Sorge (geb. 1895) war am 7. November 1944 vom Militärregime Japans in Tokio hingerichtet worden. jW-Chefredakteur Arnold Schölzel hob in einer kurzen Ansprache hervor, dass Sorge im September 1941 berichtete, dass Japan keinen Angriff auf den Fernen Osten Sibiriens plane. Daraufhin wurden von dort zur Verteidigung Moskaus Truppen herangeführt, die den deutschen Feldzug stoppten. Zu der Manifestation in Berlin hatte die Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung (GRH) erstmals 2012 aufgerufen. GRH-Vorsitzender Hans Bauer erklärte, aus dem Gedenken an diesem Datum solle eine Tradition werden. Die Teilnehmer legten Blumen an jener Stelle nieder, an der von 1969 bis 1991 eine Metalltafel an Richard Sorge erinnerte.

 

Wortlaut der Ansprache Arnold Schölzels:

Heute vor 69 Jahren, um 10.20 Uhr Ortszeit, starb Richard Sorge im japanischen Kerker unter der Hand des Henkers. Wer die vergangenen 23 Jahre in der Bundesrepublik erlebt hat, kann den Hass ermessen, der die japanische Militärclique veranlasste, den 7. November 1944, den 27. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution als Zeitpunkt für die Hinrichtung zu wählen. Der Hass auf die Revolution, auf gesellschaftliche Veränderung im Interesse der Bevölkerungsmehrheit, auf die Urheber der mehr als 40 Jahre dauernde Einschränkung der Handlungsfreiheit des deutschen Imperialismus, also auf die Sowjetarmee und die deutschen Kommunisten in Ost und West, begleitet in immer neuen und sich steigernden Schüben die neuen Ansprüche auf Vormacht und Teilhabe an Weltmacht aus Bonn und nun aus Berlin. An dieser Konstellation hat sich nichts geändert, auch wenn es derzeit hierzulande nicht unmittelbar um Leben und Tod geht. Als Richard Sorge ermordet wurde, hatte die Sowjetarmee in Stalingrad gesiegt, die Schlacht am Kursker Bogen erfolgreich geschlagen und stand an der Weichsel. Es war zu einem großen Teil sein Verdienst und das seiner Genossinnen und Genossen der Gruppe „Ramsay“, dass der Sieg über den Faschismus nahe gerückt war: Sie hatten am 14. September 1941 nach Moskau gemeldet, dass Japan die Sowjetunion nicht angreifen würde, der Ferne Osten sicher sei. So konnten Truppen aus Sibirien nach Moskau in Marsch gesetzt werden. Hitlers Blitzkrieg war gescheitert. Das entschied für lange Zeit und letztlich bis heute den Verlauf der Weltgeschichte. Wenn auch unter unendlichen Verlusten, von denen sich die Sowjetunion nicht mehr erholte, der militärische Sieg wurde errungen. Vergessen und verzeihen werden das die heute Herrschenden nie.

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»Die NSA vergißt ihre Feinde nicht«

“junge Welt” vom 06.11.2013 / Schwerpunkt / Seite 3 /

Der US-Whistleblower Edward Snowden wäre in Deutschland nicht sicher. Das lehrt schon die Entführung eines Deutschen durch US-Geheimdienste vor 22 Jahren. Ein Gespräch mit Jens Karney. Interview: Rüdiger Göbel

Jens Karney (Jeffrey Martin Carney) wurde im April 1991 von Agenten eines US-Geheimdienstkommandos in Berlin entführt und in die Vereinigten Staaten verschleppt
Sie haben in den 1980er Jahren als Unteroffizier der Fernmeldeaufklärung der US Air Force in der Radaranlage in Berlin-Marienfelde gearbeitet. Und Sie waren für die Auslandsaufklärung der DDR tätig. In den USA gelten Sie – wie Edward Snowden und Bradley Manning – als Verräter. Was genau haben Sie gemacht?
Ich wurde 1982 nach Marienfelde beordert, wo ich als Sprachenspezialist die Luftstreitkräfte der DDR überwacht hatte. Schon vor meiner Entscheidung, in die DDR zu fliehen, war mir klar, daß vieles, was in Marienfelde betrieben wurde, nicht der Verteidigung von Westeuropa galt und noch weniger dem Erhalt des Friedens. Allein die Tatsache, daß die National Security Agency (NSA) auf unserem kleinen Trümmerberg eine sehr starke, aber heimliche Präsenz aufwies, unterstrich die Wichtigkeit unserer Aufgaben. Mit diesem Wissen war es mir leicht, eine Liste der aktiven sowie geplanten Projekte zu erstellen, die ich für gefährlich einschätzte. In der Regel handelte es sich um Projekte, die die Lahmlegung oder Sabotage der Kapazitäten der elektronischen Kampfführung der Warschauer Vertragsstaaten als Ziel hatten. Ich habe unzählige Provokationen beobachtet und teilweise auch selbst daran teilgenommen, bei denen nicht nur der Luftraum der DDR absichtlich verletzt wurde, sondern auch Flugzeuge und Menschenleben auf beiden Seiten rücksichtslos aufs Spiel gesetzt wurden. Ich sorgte dafür, daß solche Projekte zunichte gemachte wurden, ohne dafür die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gefährden. Der von mir angerichtete Schaden betrug nach Angaben der USA damals etwa 13 Milliarden Dollar.
Um den historischen Kontext in Erinnerung zu rufen: Am 1. September 1983 wurde das koreanische Zivilflugzeug KAL 007 durch einen sowjetischen Abfangjäger wegen Verletzung des Luftraumes über internationalen Gewässern westlich der Insel Sachalin abgeschossen. Alle 269 Personen an Bord kamen zu Tode. Am 25. Oktober 1983 starteten die USA mit der »Operation Urgent Fury« ihre Invasion in Grenada. Am 2. November desselben Jahres begann »Able Archer 83«, eine europaweite zehntägige NATO-Kommandostabsübung, die einen Krieg mit Atomwaffen simulierte. 1985 flohen Sie in die DDR, 1987 wurden Sie unter dem Namen Jens Karney dort eingebürgert. Nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik erhielten sie BRD-Ausweispapiere. Im April 1991 wurden Sie in Berlin auf offener Straße entführt. Was genau ist da passiert?
1987 wurde ich in die DDR eingebürgert. Diese Tatsache wurde in meiner MfS-Akte klar und deutlich erwähnt. Tatsächlich wurde ich Bürger der DDR. Ich ging wählen. Im Winter 1990 erhielt ich einen Reisepaß der DDR. Einige Monate später dann einen Reisepaß der BRD – ohne Probleme. Ich zahlte Steuern und war noch bis in die späten 90er Jahre – lange nach meiner Verschleppung also – beim zuständigen Steueramt gemeldet. Ich zahlte meine Beiträge für die Krankenkasse und die Rente. Diese Rente, wenn auch relativ klein, steht mir auch heute zu. Preußisch korrekt. Bloß deutscher Staatsbürger darf ich nicht sein …
Infolge des Verrats einiger weniger MfS-Offiziere kamen die US-Geheimdienste allmählich auf meine Spur. Die ersten Hinweise zu meiner Person wurden ironischerweise über den Verfassungsschutz weitergeleitet. Dort glaubte man ganz naiv, von den USA vor einer eventuellen Verhaftung informiert zu werden. Agenten der Air Force Office of Special Investigations (AFOSI) war es schließlich gelungen, mich aufzuspüren. Im Winter 1990/1991 lauerten sie auf den Bahnhöfen der U-Bahnlinie 2, wo ich damals als Fahrer arbeitete. Unter direkter Führung des AFOSI-Hauptquartiers in Washington und vom Büro des damaligen US-Botschafters Vernon Walters in Bonn wurde die Verhaftung ohne Wissen oder Genehmigung der zuständigen deutschen Behörden dirigiert. Am 21. April 1991 wurde ich auf der Straße von bewaffneten Mitgliedern der AFOSI entführt und zum Flughafen Tempelhof gebracht. Mir wurde jeder Kontakt zu deutschen Behörden verweigert, obwohl ich deutscher Staatsbürger war. Auch das Recht auf einen Anwalt wurde mir abgesprochen. Am nächsten Morgen wurde ich nach Frankfurt am Main geflogen, von dort ging es mit einer weiteren Maschine weiter – Destination: USA.
Dort wurde nach mehreren Tagen entschieden, im Verfahren gegen mich nicht die Todesstrafe zu verlangen. Menschen, denen die Todesstrafe droht, werden aus Deutschland nicht ausgeliefert. Dabei hatte sowieso keiner die Deutschen gefragt. Die AFOSI-Agenten meinen noch heute, sowas hätten sie damals nicht nötig gehabt.
Was hat die Bundesregierung gegen das Kidnapping eines Bundesbürgers, der Sie waren, von deutschem Boden unternommen?
1997 erschienen in den deutschen Medien mehrere Artikel über meine illegale Verschleppung. Erst danach reagierte die Regierung der BRD mit einer Protestnote – einer Demarche – an die US-Regierung in Washington, und zwar wegen der Verletzung der deutschen Souveränität. Gleichzeitig informierten mich die deutsche Botschaft und das Konsulat in Chicago, daß sie mir nicht helfen könnten, da ich kein deutscher Staatsbürger sei.
Nach Verbüßung einer zwölfjährigen Gefängnisstrafe in Fort Leavenworth wollten Sie zurück nach Deutschland und hier leben. Warum ist Ihnen das nicht möglich?
Nach langer Vorbereitung und mit viel Hilfe von Freunden und Bekannten aus Deutschland zog ich im Herbst 2010 nach Berlin. Trotz einer festen Anstellung war es mir und meinem Adoptivsohn aus finanziellen Gründen nicht möglich, in Deutschland zu bleiben. Staatliche Hilfen wurden mir verwehrt. Ohne deutschen Paß mußten wir schließlich zurück in die Staaten.
Die Frage meiner Staatsbürgerschaft hing allein von einer nicht mehr auffindbaren Urkunde ab. Ohne dieses DDR-Papier war ich für die Behörden nur einer von zigtausenden Ausländern, die Deutschland als Heimat wählten. Der einzige Unterschied: Ich mußte zurück nach Hause, während andere bleiben durften.
Es war absurd: Einerseits meinte das deutsche Konsulat in Chicago, die Frage meiner Staatsbürgerschaft könne auf Grund der vielen verschwunden Dokumente der HVA nicht bestätigt werden. Dann aber hieß es, ich müsse gerade ein solches verschwundenes Dokument vorlegen – und kein anderes.
Das heißt, Sie waren still und heimlich ausgebürgert worden?
So kann man das sagen. Als ich 2003, kurz nach meiner Entlassung, aus dem Gefängnis meine beiden abgelaufenen Pässe sowie den DDR-Ausweis im deutschen Konsulat in Toronto vorlegte, herrschte Unsicherheit. »Ich will nach Hause«, sagte ich. Ein schneller Anruf nach Deutschland, danach die kalte Antwort: »Tja, Herr Karney, Sie will doch keiner …«
Bis heute will niemand darüber reden. Es ist für die Bundesregierung natürlich peinlich, so vom großen Bruder Amerika behandelt zu werden. Doch warum soll ausgerechnet ich dafür zahlen? Wenn meine MfS-Akte gegen mich benutzt wurde und wird, dann kann sie auch in meinem Sinne benutzt werden. Als Letztes kommt das Argument, daß die Ausstellung eines neuen BRD-Personalausweises gegen das sogenannte öffentliche Interesse verstößt. Als wäre die Auszahlung von Renten an ehemalige SS-Legionäre in den baltischen Staaten irgendwie hochmoralisch.
Nach dem Besuch des Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele beim US-Whistleblower Edward Snowden in Moskau wird darüber spekuliert, ob dieser gerne nach Deutschland kommen würde. Kanzlerin Angela Merkel hat bereits abgewunken. Könnten Sie Snowden dazu raten?
Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, daß man Edward Snowden so etwas vorschlägt. Sehen Sie, weder die deutsche Souveränität noch das internationale Recht haben verhindert, daß ich unter den Nasen der deutschen Behörden mit Waffengewalt verschleppt wurde. Niemand kann sagen, was Snowden in Rußland erwartet. Eins ist aber klar: Deutschland wäre für ihn lediglich eine Zwischenstation Richtung USA und Knast. Wladimir Putin meinte, Rußland vergißt seine Freunde nicht. Dafür vergißt die NSA ihre Feinde nicht.

Im Sommer hat Jens Karney seine Memoiren »Against All Enemies – An American’s Cold War Journey« (700 Seiten, 21,40 Euro) im Selbstverlag veröffentlicht. Bezug über Amazon. Weitere Informationen im Internet: www.against-all-enemi.es

Link zum Originalartikel in “junge Welt”