„Mit Putin bin ich fertig“ – Offener Brief an Gysi

von Dr. Wolfgang Schacht, am 30. Oktober 2022

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,

wer sind Sie, wer ist Vladimir Putin? Kein Mensch in der großen weiten Welt kennt Sie, Herr Dr. Gysi, aber die ganze Welt kennt Vladimir Putin! Warum?

Weil Vladimir Putin

  • kein Vasall des amerikanischen Establishments ist, sondern ein wahrhaft souveräner Politiker eines wahrhaft modernen Russlands in einer wahrhaft mehrpolaren Welt;
  • sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren Bürgerinnen und Bürgern Russlands, aber auch bei vielen Menschen in anderen Ländern und Völkern der Welt, dank seiner grenzenlosen Liebe und Zugehörigkeit zu seinem Land, als wahrer Patriot seines Volkes und als zutiefst religiöser Mensch der orthodoxen Kirche, höchste Anerkennung und Achtung genießt;
  • dank seiner hohen Kultur, seiner phänomenalen Kenntnisse und Erfahrungen, seiner athletischen und männlichen Natur, seiner psychischen Ausgeglichenheit, seines beeindruckenden Humors, seiner ruhigen und überzeugenden Argumentation, seiner taktvollen und diplomatischen Sprache, ein weltweit geliebter und hoch geachteter Politiker ist und – ohne Zweifel – auch bleiben wird.

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi, als redegewandter Abgeordneter in der Partei „DIE LINKE“, der rein theoretisch die Interessen der „Arbeitnehmer“ (das sind diejenigen, die ihre Arbeitskraft geben und von den Kapitalisten erbarmungslos ausgebeutet werden!) im Vierten Deutschen Reich vertreten sollte, haben Sie uns offensichtlich in völliger Unkenntnis bestimmter Tatsachen und bei stark eingeschränkten politischen Sichtverhältnissen in Deutschland folgendes mitgeteilt: „Mit Putin bin ich fertig“.

Der Einmarsch der russischen Truppen war ein schwarzer Tag für die Welt. Ein Angriffskrieg ist im Völkerrecht immer verboten. Es kennt nur den verbotenen Angriffskrieg und den erlaubten Verteidigungskrieg“.

Schon an dieser Stelle – ohne das absurde Frage- und Antwortspiel im FURCHE Navigator fortzusetzen – sehen wir uns leider gezwungen, Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Gysi, in diesem offenen Brief einige sehr wichtige Fakten über die wahren Ursachen und Hintergründe der „speziellen militärischen Operation Russlands“ mitzuteilen:

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Rede von Hans Bauer, Vorsitzender der GRH

„Druschba Pipeline offenhalten!
PCK & Schwedt müssen leben!
Nordstream 2 in Betrieb nehmen!“

Solidaritätskundgebung in Schwedt am 29.10.22, Platz der Befreiung

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freunde und Genossen!

Wenn ich mir als ehemaliger DDR-Bürger Vergangenheit und Gegenwart von Schwedt vor Augen führe, so erkenne ich darin die Geschichte der DDR/Ostdeutschlands seit mehr als 60 Jahren.

Schwedt ist nicht nur schlechthin ein Ort im heutigen Brandenburg. Diese Stadt hat Geschichte geschrieben. Wie auch andere Städte in Brandenburg, wenn ich u. a. an Eisenhüttenstadt (Eisenhüttenkombinat Ost), an Brandenburg (Stahlwerk) oder an Wilhelm-Pieck-Stadt Guben (Chemiefaserwerk) denke. Mit dem Bau der Erdöltrasse wurde Schwedt zu einem Symbol der Erdölindustrie in der DDR. Wurde eine Art Hauptschlagader für die Wirtschaft unseres Landes. Nach dem Probebetrieb 1964 versorgte die über 3 000 km lange Pipeline von Tjumen in Sibirien bis nach Schwedt die Industrie der DDR zuverlässig mit Erdöl, Grundlage für die Chemieindustrie. Schwedt selbst wurde eine moderne sozialistische Stadt. Das PCK beschäftigte über 8 000 Mitarbeiter, die Stadt wuchs auf fast 55 000 Einwohner. Weitere Industrie siedelte an. Kindergärten und Erholungsheime, moderne Bildungs-, Kultur- und Sporteinrichtungen entstanden.

Die Trasse war aber mehr als ein wirtschaftliches Schwergewicht. Sie wurde nicht zufällig Druschba-Trasse genannt. Von den Bürgern auch als solche verstanden: Freundschaft zwischen der DDR und der SU sowie anderen sozialistischen Staaten. Vor allem aber zwischen den Völkern. Da war nichts verordnet. Das war den meisten ein Bedürfnis. Uns als Deutschen aber auch Dank und Verpflichtung gegenüber den Völkern der Sowjetunion, die uns vom Faschismus befreit hatten. Das waren unsere Lehren aus der Geschichte, im Gegensatz zur alten Bundesrepublik.

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US-Militärexperte im Interview: Weißes Haus plant militärische Intervention in der Ukraine

In diesem bemerkenswerten Interview warnt ein US-Kriegsheld und pensionierter Oberst der US Army, dass es in Washington “ernsthafte Pläne für den Einsatz von US-Streitkräften in der Ukraine gibt”. Das hält er für “sehr gefährlich”, weil er befürchtet, dass es dadurch zum Einsatz von taktischen US-Atomwaffen gegen Russland kommen könnte.

Vorwort und Übersetzung von Rainer Rupp

Colonel Douglas Macgregor gehört nicht zu den pensionierten Militärs, die aktuell als “Experten” die Studios der Mainstream-Medien bevölkern und das Narrativ vom “blutrünstigen Wahnsinnigen im Kreml” bedienen, gegen den die unschuldige “Ukraine gewinnen muss”. Vielmehr sind seine nüchternen Analysen zur aktuellen Lage in der Ukraine, in Europa und darüber hinaus profunde und ausgewogen.

Macgregor kann nicht nur auf seine Zeit in Uniform mit gefährlichen Kriegserfahrungen zurückblicken, sondern auch auf langjährige Arbeit im Stab. Er ist nicht nur ein hochdekorierter Kriegsheld, sondern er hat sich auch einen Namen als studierter Politikwissenschaftler und Militärtheoretiker, Professor und Autor von Büchern gemacht.

In Macgregors Einschätzungen fließen auch seine Erfahrungen beim US-Militär in Deutschland sowie im NATO-Hauptquartier ein. Auch die Führungsspitze des Pentagon hatte ihn offiziell als Berater an Bord geholt. Er spricht Deutsch, und Präsident Donald Trump wollte ihn als US-Botschafter nach Berlin schicken, aber Macgregor hatte sich im US-Establishment zu viele Feinde gemacht, und er wurde vom Senat nicht als US-Botschafter bestätigt.

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Die Welt darf nicht ohne US-Führung bleiben

Mit diesen Worten beschwört US-Außenminister Antony Blinken den Erhalt der bröckelnden US-Führungsmacht. Aber ist die Abwendung von der “regel-basierten Ordnung” des US-Alleinherrschers womöglich ein Schritt in den (chinesischen) Abgrund?

Von Rainer Rupp

Man dürfe nicht zulassen, dass die Welt ohne die Führung der USA bleibe, erklärte US-Außenminister Antony Blinken bei einer Veranstaltung an der US-Elite-Universität Stanford am 17. Oktober. Gemeinsam mit seiner Amtsvorgängerin, Ex-Außenministerin Condoleezza Rice, sprach er über die zukünftige Entwicklung und Bedeutung von Technologie, Diplomatie und nationaler Sicherheit und in diesem Zusammenhang ausgiebig über die Rolle Chinas. Unter anderem sagte Blinken:

“Rundum stehen wir in einem Wettrennen (mit China), um – wie ich bereits aus unserer Perspektive erklärte – die Ära zu gestalten, die auf die Post-Kalte-Krieg-Periode als nächstes folgt. Wie wird diese Zeit aussehen? Wessen Werte werden widergespiegelt werden? Wir haben eine einfache Entscheidung, denn die Welt organisiert sich nicht von selbst. Die USA haben die Wahl. Wenn wir uns an der Organisation nicht beteiligen und keine Führungsrolle übernehmen, bedeutet das eins von beiden: Entweder sie (die Welt) wird von jemand anderem übernommen, vielleicht von China, und zwar nicht in einer Weise, die voll und ganz mit unseren Interessen und Werten übereinstimmt, oder – was genau so schlimm ist – niemand tut es, dann entsteht ein Vakuum, das eher von schlechten Dingen gefüllt wird als mit guten.”

Hier haben wir sie wieder, die unausstehliche US-amerikanische Selbstverherrlichung, dass nur und ausschließlich die USA das Wahre, Gute und Schöne verkörpern und sich die US-Oligarchen selbstlos aufopfern, den Rest der Welt mit Gaben zu beglücken, wenn nötig mit Bomben und Granaten, mit Sanktionen und Hungersnöten, mit Millionen Toten und noch mehr Verletzten und Flüchtlingen. Aber die Länder der Welt haben längst hinter die glitzernde Kulisse der US-Oligarchen-Demokratur geschaut, erkannt, dass die politische Kaste sich einen feuchten Dreck um die existenziell notwendigen, täglichen Bedürfnisse der Masse der eigenen US-Bevölkerung kümmert, zugleich aber dem Rest der Welt Demokratie und Prosperität vorgaukelt.

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Weltmacht mit allen Mitteln

Vorabdruck. An einer friedlichen Ordnung des Planeten haben die USA nie Interesse gezeigt. In Washington gilt einzig die rücksichtslose Aufrechterhaltung der eigenen Dominanz

Autor Klaus Eichner

Klaus Eichner arbeitete ab 1959 in der Spionage­abwehr und ab 1974 als Chefanalytiker für US-Geheimdienste bei der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A).

In diesen Tagen erscheint im Berliner Verlag Edition Ost von Klaus Eichner der Band »Bis alles in Scherben fällt. Der Kampf der USA um eine neue Weltordnung«. Wir veröffentlichen daraus mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor das Kapitel »Feindbild USA. Berechtigt oder falsch?« (jW)

Der Widerstand gegen die USA und deren aggressive Politik zur Gestaltung einer neuen Weltordnung wird als überkommenes Relikt des Kalten Krieges diffamiert. Es sei eine Fortschreibung des alten Feinbildes, das sich doch mit dem Ende der Blockkonfrontation erledigt habe, heißt es. Die militärische Intervention Russlands in der Ukraine muss als Argument herhalten, dass nicht die USA die Welt unter ihre Militärstiefel zwingen wollen, sondern der Aggressor Russland heiße. Der »verbrecherische Überfall« – so die genormte Formulierung – habe bewiesen, dass die Furcht vor Russland bei seinen Nachbarn begründet war und ist. Deshalb hätten sie sich schließlich nach 1990 unter die schützenden Fittiche der NATO begeben.

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