Der berühmte Santiago de Compostella, nach dem die Pilgerstadt in Galizien benannt ist, wurde vom Papst heiliggesprochen, nachdem er während der Reconquista über 1.000 Mauren die Köpfe abgeschlagen haben soll. Rainer Rupp erinnert das irgendwie an John McCain.
von Rainer Rupp
Auch in Deutschland haben Politik und Medien des toten US-Senators John McCain in Ehrfurcht und Bewunderung gedacht. Für das einst kritische Nachrichtenmagazin Der Spiegel titelte ein Marc Pitzkewar: “John McCain. Der letzte Held”. Für das Springer-Blatt Die Welt beschwor ein Clemens Wergin “McCains Vermächtnis”, dass “die Politik dringend wieder Anstand” brauche. Angeblich wurde dieser Anstand personifiziert von dem “Kriegshelden und Parteirebellen”, wie EuroNews McCain lobhudelte.
Auch das als deutscher Außenminister verkleidete NATO-Strichmännchen hat versprochen, “die Stimme des US-Senators John McCain in Erinnerung zu behalten”. In seiner Twitter-Meldung anlässlich des Todes von McCain hieß es: “Er stand für ein Amerika, das ein verlässlicher und enger Partner ist, das aus Stärke Verantwortung für andere übernimmt und auch in schwierigen Momenten zu seinen Werten und Prinzipien steht. Wir werden seine Stimme in Erinnerung behalten.”
Passend dazu gibt es jetzt Meldungen, dass das neue, fast eine Milliarden Euro teure NATO- Hauptquartier in Brüsseler nach John McCain benannt werden soll. Nur wenige Menschen hätten die Werte der NATO (Nordatlantischen Terrororganisation) so gut verkörperte wie der verstorbene US-Senator, heißt es bei CNN unter Berufung auf europäische McCain-Bewunderer.
Nun heißt es schon bei den alten Römern: “De mortuis nihil nisi bene”, also “über die Toten soll man nichts oder nur Gutes reden”. Daher hätte der Autor dieser Zeilen am liebsten gar nichts über McCain geschrieben. Continue reading ‘John McCain: Heiligsprechung eines Kriegsverbrechers’ »