In seiner Antrittsrede ließ Italiens neuer Premier Conte die Katze aus dem Sack. Den vielen Warnungen aus dem Mainstream zum Trotz will die neue Regierung in Rom ihre Wahlversprechen halten und sie kann dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung setzen.
von Rainer Rupp
Folgt man der Einschätzung des internationalen Online-Finanzportals Zero Hedge, dann sind sich die ökonomischen Wasserträger des herrschenden neoliberalen Mainstreams einig, dass das Programm der neuen Koalitionsregierung in Rom nicht umsetzbar ist, denn es sei “extrem kostspielig”. Dadurch würde die Verschuldung des Staates im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt nur noch höher.
Die neue Regierung in Rom ist aber fest entschlossen, die italienische Wirtschaft unter Rückgriff auf die unmodern gewordenen keynesianischen Methoden, u. a. durch direkte Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, aus dem neoliberalen Korsett zu befreien, in das die Europäische Union unter deutscher Führung ihre Mitgliedsländer zu deren Verderben gezwungen hat. Bei diesem sicherlich nicht einfachen Befreiungsschlag kann die neue Regierung fest auf die Unterstützung durch die Mehrheit der Italiener setzen, wie entsprechende Umfragen ergeben haben.
Deshalb lohnt es, sich an dieser Stelle nochmals die jüngsten Wahlergebnisse in Erinnerung zu rufen. Die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) bekam in den letzten Wahlen für beide Parlamentskammern durchschnittlich 32,5 Prozent der Stimmen. Dank des Wahlsystems konnte die Partei knapp 36 Prozent der Sitze in der Abgeordnetenkammer bzw. 35,5 Prozent im Senat für sich gewinnen. Die Lega konnte etwa 17,5 Prozent der Stimmen, aber 19,6 Prozent der Sitze in der Abgeordnetenkammer bzw. 18,4 Prozent der Sitze im Senat für sich verbuchen. Folglich hat die neue Regierung eine Mehrheit sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat. Continue reading ‘Das Neue Italien – Bereit für die Konfrontation mit Brüssel (III)’ »