Brief an den gefallenen Großvater

bei Dr. Wolfgang Schacht gelesen…

Jeder von uns hat zwei Großväter und zwei Großmütter. Jene, die Glück gehabt haben, konnten mit ihnen sprechen, ihnen Fragen stellen, sie umarmen und küssen. Solange sie am Leben waren, konnten wir auch von ihren großen Lebenserfahrungen etwas lernen.

Einer meiner Großväter ist gestorben, als ich zwei Jahre alt war. Von ihm blieben mir nur seine Orden (darunter auch der Lenin-Orden!), mein Vorname und mein Familienname. Mein anderer Großvater hat uns verlassen, als ich begann in die Schule zu gehen.

Die Mutter meines Vaters, der im Jahre 1940 geboren wurde, ist im Jahre 1942 gestorben.

Das einzige Verbindungsglied mit unserer Familie aus der Vergangenheit ist meine Großmutter mütterlicherseits. Sie hat … Gott sei Dank … sehr lange gelebt.

Auf den Spuren des Sieges – Brief an den gefallenen Großvater

Guten Tag, lieber Großvater!

Ich schreibe Dir 73 Jahre nach unserem Sieg über den Faschismus. Ständiger Zeitmangel, eine Unmenge von Sorgen und Rechtfertigungen bestimmen unser Leben. 73 Jahre sind vergangen, seitdem ihr das schrecklichste Monster in der Geschichte der Menschheit und das auf teuflische Grausamkeit beruhende faschistische System auf unserer Erde besiegt habt. Leider hast Du diesen Tag nicht erlebt. Du bist bei einem Angriff in einem kleinen Dorf in den unendlichen Weiten Russlands gefallen. Gemeinsam mit Deinen 1.226 Kampfgenossen wurdest Du in einem großen Grab am Fuße eines Hügels in diesem Dorf begraben. In einem Dorf, das bereits – wie viele andere auch – nicht mehr existiert. An diesem Ort ist schon ein junger Wald herangewachsen. Obwohl alle Bewohner ihr Dorf verlassen haben, ist das große Grab mit dem Denkmal erhalten geblieben. Continue reading ‘Brief an den gefallenen Großvater’ »

Kundschaftertreffen 2018

Nach einem Bericht von Günter Ebert

Zum 9. Mal fand am 21.04.2018 unser Treffen von ehemaligen Kundschaftern des MfS und der Armeeaufklärung der NVA mit ihren langjährigen Offizieren des MfS und der NVA statt.
Insgesamt nahmen 89 Personen teil, darunter der langjährige Leiter der HVA, Generaloberst a.D. Werner Großmann und als Vertreter der NVA Generalleutnant a.D. Manfred Grätz.
Grüße übermittelten Generaloberst a.D. Fritz Streletz, sowie Generalleutnant a.D.Wolfgang Schwanitz und Oberst a.D. Klaus Eichner. Continue reading ‘Kundschaftertreffen 2018’ »

Schlimmer geht’s nimmer

..bei anderen gelesen:

Seit dem Anschluss der DDR an die BRD sind gerade einmal 27 Jahre und sechs Monate vergangen. So nimmt es nicht Wunder, dass die Aufarbeitung noch im vollen Gange ist. Recht behalten hat der Leiter der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der bereits 2006 voraussagte, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Und erst unlängst, im Februar des Jahres, hat der Bundesrat beschlossen, einen Gesetzentwurf zur Aufhebung der Antragsfristen in den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen einzubringen. Damit soll es auch künftig möglich sein, Anträge auf Rehabilitierung zu stellen und zu prüfen, ob Personen einer IM-Tätigkeit nachgegangen sind.

von Ralph Hartmann

Dass die Aufarbeitung schon jetzt blendende Resultate erzielt hat, steht außer Frage. LeMO hat das Hauptergebnis auf den Punkt gebracht: »Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war eine kommunistische Diktatur, die mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) die Ostdeutschen überwachte und unterdrückte.« Doch wer oder was ist LeMO, wird sich wie auch ich so mancher Ossietzky-Leser fragen. Das Deutsche Historische Museum gibt Auskunft: »Das Lebendige Museum Online (LeMO) … ist ein virtuelles Museum. Es bietet wissenschaftlich fundierte Informationen sowie eine große Sammlung an Text- und Bildquellen zur europäischen Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart an.« Kooperationspartner sind die Stiftungen Deutsches Historisches Museum und Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie das Bundesarchiv. In ausgewählten Schulen wird LeMO im Unterricht eingesetzt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters ließ es sich nicht nehmen, 2014 eine überarbeitete Fassung im Berliner Tränenpalast freizuschalten. LeMO dient der »zielgruppenspezifischen, digitalen Vermittlung von Geschichte« und gewann zahlreiche Medienpreise. Continue reading ‘Schlimmer geht’s nimmer’ »

Weltbank empfiehlt Abschaffung des Mindestlohns

Weltweit fordern Gewerkschaftler und linke Ökonomen den gesetzlichen Mindestlohn. Dagegen rät die Weltbank in ihren aktuellen Empfehlungen den Regierenden der Welt dringend von Mindestlöhnen ab und fordert stattdessen weitere Einschnitte der Arbeiterrechte.

von Rainer Rupp

Sozialdemokraten, von Jeremy Corbyns Labour Party in Großbritannien über Bernie Sanders Anhänger der US-Demokraten bis hin zur SPD in Deutschland, wollen mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns die fortschreitende Verarmung von großen Teilen der nicht hochqualifizierten Arbeiter und Angestellten abbremsen. Dabei werden sie von Gewerkschaften und Linken unterstützt. Aber ihre Gegner sind mächtig, denn sie repräsentieren die transnationalen Konzerne, die sich von nationalen Grenzen nicht mehr stören lassen und sich als die Herren der Welt fühlen. Allerdings treten sie selten in der Öffentlichkeit in Erscheinung, um ihr rabiat-ausbeuterisches Geschäftsmodell zu verteidigen. Dafür haben sie ihre bezahlten Leute, Tausende von Politikern und Zigtausende von “Wissenschaftlern” in ihren Taschen.

Während die einen die Politik für sie machen, fertigen die Herren Professoren in ihren Instituten “wissenschaftliche” Studien an, die bestätigen, dass ihr angeblich humanes und liberales Geschäftsmodell dem Fortschritt der gesamten Menschheit dient, während es in Wirklichkeit ganze Völker in der Dritten Welt und breite Bevölkerungsschichten in den Industrieländern der sogenannten Ersten Welt ins soziale Elend gestürzt hat. Denn nichts anderes tut die viel gepriesene neoliberale Globalisierung, bei der sich der Gewinner alles holt und für die anderen nichts mehr übrig bleibt. Continue reading ‘Weltbank empfiehlt Abschaffung des Mindestlohns’ »

Antikommunistische Formierung

 Die Landesregierung in Thüringen kümmert sich besonders eifrig um die »Aufarbeitung« der DDR-Vergangenheit. Mit verheerenden Folgen. Ein Plädoyer gegen Geschichtsverzerrung, Kriegshetze und den Abbau von Grundrechten in der Bundesrepublik

 Von Ludwig Elm  25.04.2018

 Der Historiker Prof. Dr. Ludwig Elm, für die PDS Mitglied des 13. Bundestags (1994–1998), hat mit der folgenden Erklärung zum aktuellen »Bericht der Landesregierung zu ihren Aktivitäten auf dem Gebiet der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen«, veröffentlicht am 7. März, Stellung genommen. Unterstützt wird diese Erklärung von Prof. Dr. Edeltraut Felfe, Prof. Dr. Hermann Klenner, Prof. Dr. Anton Latzo, Prof. Dr. Ekkehard Lieberam und Prof. Dr. Manfred Weißbecker. (jW)

Seit Dezember 2014 ist in Thüringen eine Regierungskoalition von Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen unter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) tätig. Unter dem Einfluss der seit den neunziger Jahren von der CDU/CSU bundesweit im Zusammenwirken mit der SPD geprägten Geschichtspolitik sowie mit bündnispolitischen Vorwänden wurde von ihr die weitere und noch entschiedenere »Aufarbeitung« von Geschichte und Gesellschaft der DDR zu einem vorrangigen Projekt der Koalition und absolutem Schwerpunkt auf dem Gebiet historischer Forschung, Bildung und Propaganda erklärt.

Nach dem »Bericht der Landesregierung zu Stand und Weiterentwicklung der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen für den Zeitraum März 2015 bis Februar 2016« vom 23. Februar 2016 lag nach Jahresfrist als Unterrichtung des Landtages durch die Landesregierung der »Bericht der Landesregierung zu ihren Aktivitäten auf dem Gebiet der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen« vom 28. Februar 2017 vor. Am 7. März 2018 wurde dem Landtag unter dem gleichen Titel der Bericht für die Zeit vom März 2017 bis Februar 2018 zugeleitet. Der Zuschnitt all dieser Texte entspricht den Vorgaben der »Stiftung Aufarbeitung«, der Stasi-Unterlagenbehörde und ihrer Filialen sowie weiterer Einrichtungen. Die inhaltliche Orientierung ist anhand von Stichworten zu erkennen: Opferverbände, Rehabilitierungen, Heimkinder, Zwangsausgesiedelte, Zwangsadoptierte, Haftzwangsarbeit, verfolgte Schüler, SED-Unrecht im Sport, strafrechtliche Aufarbeitung, Erinnerungskultur und Gedenkstätten, Schule und Ausbildung, wissenschaftliche Aufarbeitung, politische Bildung, Demokratieerziehung, Zielstellung und Handlungsempfehlungen. Die Agenda erweist sich noch nach fast drei Jahrzehnten als die auf die Geschichts- und Erinnerungspolitik angewandte Deutung der DDR als bloßer »Unrechtsstaat« und »Diktatur«.

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