Befreiung als Leitmotiv – Die DDR und der Trikont: Als Antifaschismus und Völkerfreundschaft Staatsdoktrin waren

Von Gerd Schumann

Die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika war der letzte große Erfolg, an dem die DDR im Trikont direkt beteiligt war – übrigens umgesetzt unter Beteiligung von DDR-Bürgern in Uniform an einer UN-Mission: Die 30 Volkspolizisten waren allerdings keine kriegsbereiten Blauhelme, sondern trugen blaue Barette auf ihren Köpfen. Am 21. März 1990 konnte Namibia seine Unabhängigkeit auf Grundlage der UN-Sicherheitsratsresolution 435 feiern, ganze drei Tage nach jenen Volkskammerwahlen in der DDR, die heute als die »ersten freien« bezeichnet werden. Hastig formierte Ostableger von CDU, SPD und FDP erhielten die absolute Mehrheit der Stimmen. Das bevorstehende Ende des sozialistischen Staates nahm – direkt und indirekt – starken, wenn nicht entscheidenden Einfluss auch auf den weiteren Unabhängigkeitsprozess im südlichen Afrika.

Die Möglichkeiten, einen antikapitalistischen Entwicklungsweg einzuschlagen, verringerten sich rapide. Ein solcher war zwar bereits vor 1990 immer unrealistischer geworden; in Angola und Mosambik blockierten die zerstörerischen Attacken vom Westen ausgehaltener bewaffneter Banden eine solche Perspektive. Nun standen die Chancen auch für die Befreiungskräfte Südafrikas und Namibias schlecht, sich wirklich vom ehemaligen Kolonialsystem zu befreien.

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Die zwei Pfeiler der BRICS: Russland und China als treibende Kräfte einer neuen Weltordnung

Von Rainer Rupp

Im Oktober versammelt sich die BRICS-Gruppe in Kasan, Tatarstan – über 90 Staaten sind dabei, als Mitglieder, Anwärter oder Beobachter. Doch wie wurden die BRICS zu einer derart mächtigen Kraft, die nicht nur den Globalen Süden, sondern auch europäische Nationen in ihren Bann zieht?

Russlands entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der BRICS

Die BRICS-Vereinigung, in ihrer ursprünglichen Formation bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, hat sich als bedeutende geopolitische Kraft etabliert und zeigt die weltweiten Veränderungen im wirtschaftlichen, militärischen und politischen Machtgefüge.

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USA wollen Chinas “ausbeuterische Praktiken in Afrika” stoppen

Von Rainer Rupp

Mit einem neuen Gesetz will Washington seine verlorene Kontrolle über Afrika zurückgewinnen. Dazu sollen chinesische Infrastruktur-Projekte im Rahmen der “neuen Seidenstraße” unter dem fadenscheinigen Vorwand, dass sie nicht “grün” seien, sanktioniert werden. Dieser Irrsinn ist ein weiteres Indiz dafür, wie kaputt die USA sind.

Der pensionierte Oberst der Chinesischen Volksarmee und leitende Wissenschaftler des Zentrums für internationale Sicherheit und Strategie an der Tsinghua-Universität in Peking, Prof. Zhou Bo, hatte letztes Jahr in der in Hongkong erscheinenden South China Morning Post geschrieben, dass das Schlachtfeld der Zukunft um die Herzen und Köpfe der Menschen nicht im Globalen Süden sein wird, wo die USA bereits sehr stark gegen China verloren haben, insbesondere in Afrika und Lateinamerika. Es werde auch nicht im Indopazifik sein, wo sich einige Länder nicht zwischen USA und China entscheiden wollen. Vielmehr werde es in Europa sein, wo die USA die meisten ihrer Verbündeten haben, wo aber zugleich China der größte Handelspartner ist.

Mit Europa könnte der ehemalige Oberst Recht behalten. Aber in Bezug auf Afrika hat es jetzt im US-Kongress Bewegung gegeben, was zeigt, dass die skrupellosen Neokolonialisten in Washington den bevölkerungs- und rohstoffreichen Kontinent nicht kampflos aufgeben und die Kontrolle dort zurückgewinnen wollen. Zu diesem Zweck hat eine parteiübergreifende Gruppe von Abgeordneten des Repräsentantenhauses einen neuen Gesetzentwurf eingebracht, der darauf abzielt, den “schädlichen Aktivitäten des kommunistischen China in Afrika entgegenzuwirken”.

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Die Friedensbewegung kann sich in dieser politischen Lage keine Spaltung leisten

Von Felicitas Rabe

Am Mittwoch sprach RT mit der langjährigen Berliner Friedensaktivistin Laura von Wimmersperg über die neu angekündigten US-Raketenstationierungen in Deutschland und die Reaktionen aus der deutschen Friedensbewegung.

Anfang Juli hatten die USA angekündigt, ab 2026 US-Marschflugkörper des Typs “Tomahawk” mit einer Reichweite bis zu 2500 Kilometern sowie Mehrzweckraketen vom Typ SM-6 und neu zu entwickelnde Überschallwaffen in Deutschland zu stationieren. Im Interview mit der Moderatorin der Berliner Friko (Berliner Friedenskoordination), Laura von Wimmersperg, fragte RT zunächst nach dem Motiv der USA, zum jetzigen Zeitpunkt neue Raketenstationierungen für Deutschland anzukündigen.

Die Berlinerin ist seit 1980 in der Friedensbewegung aktiv. Als die NATO im Dezember 1979 die Stationierung von Atomwaffen in Westdeutschland und vier anderen europäischen Ländern beschloss, gehörte sie zu den Gründerinnen der ersten Friedensinitiative in Westberlin. Damals seien innerhalb kurzer Zeit viele weitere Friedensgruppen in der Stadt entstanden, in Gewerkschaften, Kirchengemeinden, Schulen und Betrieben. Gemeinsam wollten sie die Stationierung von US-Atomraketen verhindern. Die ehemalige Lehrerin, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiern wird, war seit der Zeit durchgehend als Friedensaktivistin tätig.

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Wo bleiben die Beweise für den “Völkermord” in Srebrenica?

Von George Pumphrey

Die folgende detaillierte Recherche wurde im englischen Original im US-amerikanischen Covert Action Magazine anlässlich des 29. Jahrestages des sog. Massakers von Srebrenica am 11. Juli veröffentlicht – insbesondere vor dem Hintergrund der von Deutschland eingebrachten UN-Resolution zum “Völkermord” in Srebrenica.

Ein Mangel an Beweisen kann niemals zugegeben werden, da dies die Rechtfertigung für eine militärische Intervention entkräften würde.

Am 23. Mai 2024 verabschiedete die UN-Generalversammlung (UNGA) eine Resolution, mit der der 11. Juli offiziell zum “Internationalen Tag der Besinnung und des Gedenkens an den Völkermord von 1995 in Srebrenica erklärt wurde.

Wie die Abstimmungsergebnisse zeigen, war diese Resolution sehr umstritten. Anders als die beiden Resolutionen der Generalversammlung zum Völkermord – Ruanda 2003 und Holocaust 2005 –, die beide im Konsens verabschiedet wurden, zeigte diese Resolution eine stark polarisierte Generalversammlung. Von den 193 Mitgliedern der Generalversammlung stimmten nur 84 dafür, während die Mehrheit der Länder sich enthielten (68), nicht an der Abstimmung teilnahmen (22) oder dagegen stimmten (19).

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