Bei anderen gelesen:
–Faktencheck zur Berliner Luftbrücke (Teil 2)
von Tilo Gräser in Sputnik 22. Juli 2018
Die Westmächte haben im Sommer 1948 mit einer Luftbrücke auf die sowjetische Blockade der Transportwege nach West-Berlin reagiert. Zu beiden Ereignissen gibt es weiter Legenden, die Details und Fakten auslassen. Das gilt auch für die Ursachen und Zusammenhänge. Hier nun Teil 2 des historischen Faktenchecks zur Berliner Luftbrücke 1948.
Der renommierte Historiker Wolfgang Benz widmet der sowjetischen Blockade West-Berlins und der daraufhin durchgeführten westlichen Luftbrücke vor 70 Jahren ein Kapitel in seinem neuen Buch „Wie es zu Deutschlands Teilung kam – Vom Zusammenbruch zur Gründung der beiden deutschen Staaten“. Er beschreibt, wie es zu den Ereignissen kam. Die Sowjetunion hatte schrittweise die alliierten Transport- und Verkehrswege erschwert. Die entsprechenden „Nadelstiche“ mit Hilfe von „technischen Störungen“ hätten zugenommen, bis es zur eigentlichen Blockade kam.
Die überraschenden Maßnahmen der Sowjetischen Militärverwaltung (SMAD) in der Nacht zum 24. Juni vor 70 Jahren seien ein Schock gewesen, so Benz, „für die Berliner, für die Westmächte, für die ganze Welt“. Und: „Das Ziel der gründlich vorbereiteten Aktionen schien klar: Berlin vom Westen abzuschnüren, auszuhungern und nach dem irgendwann unvermeidlichen Abzug der Westmächte in Besitz zu nehmen.“
Der aktuelle Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) meint in seinem Vorwort zum unlängst erschienenen Sammelband „Die Berliner Luftbrücke – Erinnerungsort des Kalten Krieges“: „Dem Westteil Berlin sollten die Lebensadern durchtrennt werden, seine Bürgerinnen und Bürger wurden zum Spielball eines globalen Machtkampfe im Kalten Krieg.“ Die Luftbrücke habe West-Berlin das Überleben gesichert, so Müller. Continue reading ‘Wollte Moskau West-Berlin aushungern?’ »