Noch vor kurzem war die dank Frackingtechnologie emporgewachsene Industrie der Stolz der US-Politiker, machte sie doch die USA zum weltgrößten Erdölproduzenten. Jetzt ist die Fracking-Branche zum Problemkind von Trumps Regierung geworden. Und ein Ausweg ist nicht in Sicht.
von Rainer Rupp
Obwohl dank der Fracking-Methode die USA letztes Jahr vor Russland und Saudi-Arabien auf Platz eins der Erdölproduzenten aufgestiegen waren, können die Produzenten vom Fracking-Öl nur etwa 60 Prozent ihrer Förderung in den USA verkaufen. Deshalb sind sie darauf angewiesen, mit traditionellen Export-Staaten wie Saudi-Arabien und Russland auf dem internationalen Ölmarkt zu konkurrieren. Zugleich importieren US-Raffinerien auch weiterhin massenhaft Rohöl aus anderen Ländern. Der Grund: Das US-Fracking-Öl kann von einem Großteil der US-Raffinerien gar nicht verarbeitet werden.
US-Politiker – vor allen anderen Präsident Donald Trump selbst – sind in den letzten Jahren nicht müde geworden, über den Aufstieg der US-amerikanischen Ölindustrie zu prahlen. Aber die unangenehme Tatsache, dass die US-Energiewirtschaft zu ihrem Funktionieren weiterhin von beachtlichen Rohölimporten abhängig ist, hat jeder Prahlhans in Washington und in den medialen Megaphonen gern noch sehr bequem unter den Tisch fallen lassen. Die jüngsten, teils abstrusen Entwicklungen auf dem globalen Rohölmarkt hängen direkt mit dem Umstand zusammen, dass die USA zeitgleich bedeutender Exporteur wie auch Importeur von Rohöl sind.
Continue reading ‘Corona-Krise – Das Aus für die US-Fracking-Industrie’ »