Der Inselstaat Großbritannien, der sich nie richtig der Festland-EU zugehörig fühlte, kann sich ohne das EU-Korsett von Regularien aus Brüssel in Zukunft wieder neu erfinden. Die britische Wirtschaft könnte gar “zum neuen Taktgeber Europas” werden, warnen deutsche Ökonomen.
von Rainer Rupp
Der Brexit ist vollzogen. Aber die Briten sind nicht weg, im Gegenteil: Der Inselstaat, der sich aus nachvollziehbaren Gründen nie richtig der EU zugehörig fühlte, hat nun wieder die Chance, sich unbehindert von dem aus Handelshindernissen und Regularien bestehenden EU-Korsett in Zukunft allein auf Basis britischer Interessen neu zu erfinden. Jenseits der EU könnte die britische Wirtschaft daher “zum neuen Taktgeber Europas” werden, meinte jetzt sogar einer der führenden Ökonomen Deutschlands.
Nach sage und schreibe 1.320 Tagen war es am 31. Januar endlich soweit, nachdem eine knappe Mehrheit der britischen Wähler zum Beginn des Sommers im Jahr 2016 für den Austritt aus der EU gestimmt hatte. Es war ein schwerer Weg, begleitet von nicht enden wollendem, starkem Druck aus Brüssel und zugleich von neo-liberalen EU-Anhängern im Inland. Vor dem Hintergrund einer furchterregenden Medien-Kanonade von Hiobsbotschaften für den Fall des Brexit sollten die Briten nochmals zur Urne gezwungen werden, damit sie beim zweiten Mal “richtig” wählen könnten – und sollten. Die Mehrzahl der Briten war jedoch fest entschlossen, den despotischen Strukturen des undemokratischen Monstrums “EU” in Brüssel und dessen Anhängern in London ein für alle Mal den Rücken zu kehren.
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