Als “größte und erfolgreichste Friedensorganisation der Geschichte der Menschheit” wird die NATO von ihren Propagandisten gefeiert. Aber beim Gipfeltreffen häuften sich die Probleme, speziell mit Macron. Für ihn ist die NATO “hirntot”, für Merkel “wichtiger” denn je. Warum?
von Rainer Rupp
Da bezeichnet der französische Präsident Macron die NATO als “hirntot”. Wenig später wird der türkische Präsident Erdoğan persönlich und bezeichnet Macron – nicht die französische Politik – als hirntot. US-Präsident Trump, der bereits zu seinem Amtsantritt die NATO als “obsolet”, also als veraltet und überflüssig bezeichnet hatte, hatte plötzlich Gefallen an der NATO gefunden, weil die Europäer angeblich seit seinem Amtsantritt Dutzende von Milliarden Dollar mehr für Rüstung ausgegeben haben, vor allem für Waffen “Made in USA”.
Die Tatsache, dass ausgerechnet der kleine Franzose Macron nun Trumps “erfolgreiche” NATO heftig kritisierte, empfand der US-Präsident als “sehr übel”. Niemand bräuchte die NATO mehr als Frankreich. Aber er habe den Eindruck, dass Frankreich von dem Bündnis abfalle, so der verärgerte Trump am Dienstag. Zuvor hatten Trump und Macron in der US-Botschaft ein bilaterales Treffen gehabt, in dem sie hätten ihre Differenzen beilegen können. Das war offensichtlich wenig erfolgreich gewesen, denn während der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz unterbrach Macron Trump zweimal in seiner Rede, um ihn bei offensichtlichen Fehlern zu korrigieren und vor der Weltpresse zu blamieren.
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