Der Saal, in dem Göring sein Urteil erhielt: In Nürnberg wird Russland der Prozess gemacht

Von Astrid Sigena

In der kommenden Woche beschäftigt sich ein Kongress in Nürnberg an historischer Stätte mit dem “russischen Krieg gegen die Ukraine” aus menschen- und völkerrechtlicher Sicht. Die Auswahl des Ortes für die anklagende Veranstaltung soll historische Parallelen besonders greifbar machen.

Es hat schon fast Tradition, dass man sich in Nürnberg, der selbst ernannten Stadt des Friedens und der Menschenrechte, an der völkerrechtlichen Bewertung des Ukrainekriegs abarbeitet – noch bevor er überhaupt beendet worden ist. Und ohne dass sich der Nebel aus Hass und Propaganda zuvor gelichtet hätte.

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Der Reichstagsbrand und die vergessene Unterwerfung

Von Dagmar Henn

Es wären nie Parteiverbote und Zensurmaßnahmen gewesen, die den Hitlerfaschismus verhindert hätten. Es hätte bürgerlichen Mut gebraucht anstelle von Unterordnung und Gehorsam. Ein Gut, das heute so rar zu sein scheint wie im Jahr 1933.

Es ist eigenartig, dass die wohl folgenreichste Handlung unter falscher Flagge in der deutschen Geschichte, die sich gerade erst wieder gejährt hat, so wenig Aufmerksamkeit erhält. Aber es macht auch Sinn, denn so, wie im heutigen Deutschland vom Hitlerfaschismus erzählt wird, ist das ein störendes Detail. Die Rede ist vom Reichstagsbrand.

Hitler war seit dem 30. Januar 1933 Reichskanzler. Doch was das bedeuten sollte, zeigte sich klar erst mit dem Reichstagsbrand und den Tagen, die darauf folgen sollten. Heute ist man solche Ereignisse schon fast gewöhnt, terroristische Anschläge, hinter denen sich der eine oder andere Geheimdienst verbirgt ‒ die Weimarer Republik war es noch nicht.

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“Die müssen weg” ‒ Bundeswehr-Expertin sucht Wege für Abriss sowjetischer Ehrenmale in Deutschland

Von Wladislaw Sankin

Eine Bundeswehr-Wissenschaftlerin plädiert in einer Diskussion für die Entfernung sowjetischer Erinnerungsorte aus dem Stadtbild. Dies sei allerdings wegen der “deutschen Verantwortung” problematisch. In diesem Dilemma legt sie besonderes Augenmerk auf russische “Gräuel”.

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und die DFG-Forschergruppe “Militärische Gewaltkulturen” machten mit der Podiumsdiskussion am 12. Februar “die illegitime Gewalt und Gewaltkulturen in russischen wie sowjetischen Kriegen der Vergangenheit und Gegenwart” zum Thema. Die Videoaufzeichnung der Diskussion hat der YouTube-Kanal des Zentrums am Mittwoch veröffentlicht. Mit dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung hat die Bundeswehr offenbar das Interesse an der Korrektur des deutschen Geschichtsbewusstseins bekundet.

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DDR-Geschichte – Verpasste Gelegenheit

von Tilo Gräser

Eine Veranstaltung erinnerte am Dienstag, 11.Februar, an die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR vor 75 Jahren. Zu erfahren waren eine Reihe von interessanten Details, aber wenig über Zusammenhänge und Rahmenbedingungen. Auch ein Vertreter des Bundesnachrichtendienstes (BND) saß mit auf dem Podium.

Am 8. Februar 1950 wurde durch den Beschluss der Provisorischen Volkskammer der jungen DDR das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegründet. Seitdem gibt es um diese Institution und ihre Arbeit mehr Legenden als Fakten, auch wenn viele ihrer Akten seit etwa 35 Jahren zugänglich sind und sie zum bestuntersuchten Geheimdienst der Welt gemacht haben. Am Dienstag versuchte eine Veranstaltung im privaten Spionagemuseum in Berlin, an die Gründung des MfS vor 75 Jahren zu erinnern.

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Wie die Washingtoner Behörde USAID die Welt regierte

von Dr. Wolfgang Schacht

In den USA hat der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, mit der Schließung der „Internationalen Entwicklungsagentur“ (USAID) nach den Worten der westlichen Medien einen „beispiellosen Skandal“ ausgelöst. Ein Skandal ohne eine einzige kritische Bemerkung über die 64-jährige verbrecherische Tätigkeit dieser wichtigen Behörde des Außenministeriums der USA? Natürlich wurde sie von John F. Kennedy im November 1961 gegründet. Von wem sonst? Natürlich hatte diese bedeutende Behörden ihren Sitz in Washington, D. C. Wo sonst? Natürlich standen dieser erfolgreichen Behörde grenzenlose finanzielle Mittel zur Verfügung. Wem sonst? Natürlich ist ihre fleißige Tätigkeit die logische Fortsetzung der Versklavung und Ausrottung (Genozid) der eigenen Ureinwohner (Angeblich lebten damals nur 400.000 Indianer in Nordamerika!) zur effektiven und kostengünstigen Landgewinnung. Was sonst? Natürlich diente der Import von ca. 10 Millionen Sklaven aus Afrika (1661 – 1774) in erster Linie dem Zuwachs an Reichtum und Wohlstand. Wozu sonst? Die Liste der amerikanischen Verbrechen, die mit aktiver Unterstützung und Beteiligung der USAID – Behörde erfolgreich realisiert wurden, scheint unendlich zu sein. Versuchen wir trotzdem etwas Licht ins Dunkle zu bringen [1].

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