Frankfurt – Abgesang der Friedensbewegung

Was macht die deutsche Friedensbewegung dieses Jahr am 8. Mai? In einer Zeit zunehmender US-NATO-Kriege und Kriegsdrohungen, auch in Europa, wäre bundesweit eine machtvolle Demonstration angesagt. Das Gegenteil ist der Fall, wie das Beispiel Frankfurt zeigt.

von Rainer Rupp

In einer Welt, in der die Kreuzritter der faschistoiden, westlichen Un-Wertegemeinschaft mit immer unverschämteren Lügen und Vorwänden andere Länder mit militärischen oder Wirtschafts- und Finanzkriegen überziehen, in einem Land, in dem aufeinander folgende deutsche Regierungen den Schwur der Überlebenden des Zweiten Weltkrieges “Nie wieder Krieg” unverschämt in ein “Nie wieder Krieg ohne uns” umgewandelt haben, hüllt sich die die traditionelle deutsche Friedensbewegung im Bundesland Hessen in ein auffälliges Schweigen.

Zwar war der Autor dieser Zeilen auf den ersten Blick über den bundesweit verbreiteten Aufruf zu einer Veranstaltung zum 8. Mai in Frankfurt hocherfreut, die unter dem Motto: “Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg” stattfinden soll. Die Freude dauerte nicht lange und wich bei näherem Hinsehen schnell der Übelkeit, denn sowohl durch Bildauswahl als auch Text offenbart das Flugblatt die ganze Erbärmlichkeit und vor allem die Geschichtslosigkeit der einst herausragenden hessischen Friedensbewegung.

Continue reading ‘Frankfurt – Abgesang der Friedensbewegung’ »

US-Imperium im Zerfall: Interview mit Rainer Rupp

..bei anderen gelesen:

Im Interview mit RT Deutsch spricht der Geheimdienst-Experte Rainer Rupp über die Spionage-Aktivitäten zur Zeit der Spaltung Deutschlands. Zudem analysiert der geopolitische Fachmann auch die aktuelle Weltlage. Ihm zufolge ist die US-Macht im Zerfall.

Erschienen bei RT Deutsch am 6.05.2019

Von wegen Geschichtsklitterung

..bei anderen gelesen:

Dem profilierten DDR-Historiker und MfS-Analytiker Klaus Eichner zum 80. Geburtstag.

Von Frank Schumann

Es war nach der Jahrtausendwende und das Auto unterwegs nach Hoyerswerda. Ein Häuflein Versprengter, ehemalige Genossen diverser Diensteinheiten, wollte mit den beiden über ein aktuelles Buch diskutieren. Die Publikation war wie meist nur der Aufhänger. Bei solchen Zusammenkünften ging es in der Regel um Selbstvergewisserung und Selbstermutigung. Die Revolutionäre von einst wollten sich von den Konterrevolutionären und ihren allgegenwärtigen Hilfstruppen nicht einreden lassen, sie hätten bis ’89 nur Mist gemacht und gehörten darum auf den Müllhaufen der Geschichte. Aber an dieser Überzeugung festzuhalten fiel schwer angesichts der Vereinzelung und des gewaltigen Heulens der Wölfe.

»Ich höre auf«, sagte Klaus Eichner unvermittelt. »Ich fühle mich überfordert. Und außerdem bin ich nicht mehr ganz gesund, wie du weißt.« Gotthold Schramm hinterm Lenkrad schaute unverändert geradeaus und sagte ein paar Kilometer nichts. Dann, ungewöhnlich ruhig und ohne Blick auf seinen Beifahrer: »Ich nehme die Kündigung nicht an!«

Die beiden haben, zumindest in meinem Beisein, nie wieder darüber gesprochen. Und weiter gemeinsam Bücher herausgebracht und vorgestellt. Sie waren – Gotthold Schramm verstarb am 18. Mai vor einem Jahr – jene beiden produktiven Personen der Zeitgeschichte, die als profilierte Insider das wahre Bild von der DDR-Aufklärung vermittelten. Unter anderem waren sie maßgeblich beteiligt an der Entstehung einer achtbändigen Geschichte der HV A. Dafür wurden sie des »Geschichtsrevisionismus« und der »Apologetik« geziehen.

Continue reading ‘Von wegen Geschichtsklitterung’ »

20 Jahre seit NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien: Medienlügen (1) – zum Tod von Mira Marković

..bei anderen gelesen:

Am 14. April 2019 starb Prof. Dr. Mirjana Marković im russischen Exil. Sie war die Witwe des jugoslawischen und serbischen Präsidenten Slobodan Milošević. Ihr Tod war für jene, die sich ohne Scham “Qualitätsmedien“ nennen, willkommener Anlass für den Blick in ihre Archive.

von Klaus Hartmann

In diesen Archiven fanden sie ihre eigenen Feinbildprodukte, mit denen sie von 20, 30 Jahren das Publikum auf die NATO-Aggression gegen Jugoslawien vorbereitet hatten.

Die Stoßrichtung der psychologischen Kriegsvorbereitung ging damals gegen die Serben, wobei umstandslos an die bekannte rassistische Losung vom “slawischen Untermenschen” angeknüpft werden konnte. Ein Land ohne Regierung, aber mit einem “Regime”, und statt eines gewählten Präsidenten mit einem “Diktator” an der Spitze. Über die Methoden und die Gründe, Slobodan Milošević zur Hassfigur, zum Inbegriff des Bösen aufzubauen, wurde hier schon berichtet. Aber es geht noch eine Drehung gehässiger: Dahinter steht meist – und in diesem Fall tatsächlich – eine starke Frau.

Im Kriegsvorbereitungskontext legt “starke Frau” natürlich nahe, dass sie als Einflüsterin ihres Mannes seine Entscheidungen beeinflusste. “Sie zog als kommunistische Universitätsprofessorin in kritischen Momenten seiner Karriere die Fäden im Hintergrund”, erfährt man in der Neuen Zürcher Zeitung. So erinnert man sich von der Nachrichtenagentur AFP bis zur New York Times wieder des Ehrentitels “Lady Macbeth des Balkans”, sie sei “die treibende Kraft hinter dem Aufstieg Miloševićs” gewesen, und “die ehrgeizige Frau ging mit Härte auch gegen politische Gegner vor”.

Die Sprecherin von euronews kann zwar weder den Vornamen Mirjana noch den Nachnamen Milošević unfallfrei aussprechen, verkündet aber gelassen, “er gilt als Hauptverantwortlicher der Balkankriege.” Die New York Times spricht von einem “Paar an der Macht”, das “in Serbien Chaos angerichtet habe”. Slobodan Milošević, Präsident Jugoslawiens, wollte das Land vor der Zerstörung durch westgesponserte Separatisten bewahren, die US-Zeitung macht daraus, er habe das Land “in katastrophale Kriege in Kroatien, Bosnien und im Kosovo geführt” – was man dem US-Publikum mit seinen bekannten Geografie-Kenntnissen vielleicht glaubhaft machen kann.

Continue reading ‘20 Jahre seit NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien: Medienlügen (1) – zum Tod von Mira Marković’ »

20 Jahre seit NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien (2): Medienlügen und “eingebettete” Journalisten

..bei anderen gelesen:

Nach den westlichen, auf Krieg drängenden Politikern und ihren bezahlten Regierungs- und NATO-Sprechern verdienen jene besondere Beachtung, die sich gerne als “vierte Gewalt” im Staat feiern lassen: Die Mainstream-Medien mit ihren “eingebetteten” Journalisten.

von Klaus Hartmann

“Eingebettete” Journalisten erlangten wortwörtlich die Lufthoheit und leisteten in Vorbereitung der NATO-Aggression 1999 “ganze Arbeit” – beim “Ruhigstellen” der Bevölkerung. 1996, unter dem Eindruck der Sezessionskriege zur Zerstörung Jugoslawiens, veröffentlichte Mira Beham ihr Buch Kriegstrommeln über das Zusammenspiel von Medien, Krieg und Politik, das Verhältnis von Krieg und Kriegsberichterstattung seit dem Ersten Weltkrieg. In einer Rezension in der Zeit nennt Rudolf Walther “Kriegsberichte … Werkzeug(e) zur Unterdrückung dessen, was jene, über deren Köpfe hinweg entschieden wird, über ihn wissen möchten, sogar wissen müssten – zum Beispiel als Souverän in Demokratien”.

1999, das Jahr der NATO-Aggression gegen Jugoslawien, markiert über diese “ewige Wahrheit” hinaus einen qualitativ weitergehenden Schritt: die Perfektionierung der Strategie eines Informationskrieges. “Für Politiker und Militärs galt der Waffengang im Kosovo als gelungener Testfall für künftige ‘Information Operations’, einen elementaren Bestandteil der neuen ‘Information Warfare’-Strategie”, schrieb Elvi Claßen im Oktober 1999 auf telepolis. “Noch nie zuvor war die militärisch-politische Informations-Intervention im Krieg so vielschichtig und umfassend, so aggressiv und effektiv wie während dieses Krieges.”

Für Viele überraschend strahlte die ARD am 8. Februar 2001 die investigative Dokumentation von Jo Angerer und Mathias Werth aus: “Es begann mit einer Lüge. Wie die NATO im Krieg um Kosovo Tatsachen verfälschte und Fakten erfand”. Auf der Seite des Kasseler Friedensratschlags wurde kommentiert:

Continue reading ‘20 Jahre seit NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien (2): Medienlügen und “eingebettete” Journalisten’ »