Rohrkrepierer: Wie der Krieg um die Ölpreise begann

Beim Versuch, Russland durch einen Ölpreiskrieg zu destabilisieren, hat sich Saudi-Arabien ins eigene Knie geschossen. Rainer Rupp beschreibt den Verlauf der Fronten im Preiskrieg um die Ölförderung. Russland, so seine Einschätzung, verkraftet den niedrigen Ölpreis besser, als es viele im Westen erwartet haben. Teil 1

Ein Beitrag von Rainer Rupp

Das Treffen, bei dem die beiden mächtigen Männer, der US-Außenminister und König Abdullah, den vernichtenden Angriff gegen Russland ausheckten, fand – von der Öffentlichkeit kaum beachtet – im September 2014 anlässlich von John Kerrys Besuch in Saudi Arabien statt. Angeblich hatte man sich über den Krieg in Syrien und die Lage in der Region beraten. Tatsächlich aber ging es darum, wie man Russland und Iran, in denen die beiden Verschwörer ihre Hauptfeinde sehen, mit einem Streich vernichtend schlagen könnte. Für den Angriff sollten jedoch keine Kampfflugzeuge, Panzer und Bodentruppen ins Feld geführt werden sondern eine viel mächtigere Waffe, nämlich Öl, genauer: spottbilliges Öl. Continue reading ‘Rohrkrepierer: Wie der Krieg um die Ölpreise begann’ »

Bei anderen gelesen…

Eiskalte Geopolitik (II)

17.03.2016

BERLIN/MOSKAU/WASHINGTON

(Eigener Bericht) – Die Beteiligung von Eliteeinheiten der Bundeswehr an dem zur Zeit in Norwegen stattfindenden NATO-Manöver “Cold Response” (“Kalte Antwort”) verweist auf ein gesteigertes deutsches Interesse an der Arktis. Während die Truppe ihre Fähigkeiten im “Winterkampf” schult, strebt die Bundesregierung nach eigenem Bekunden an, die nördliche Polarregion zum “zentralen Gegenstand deutscher Politik” zu machen. Die durch die globale Klimaerwärmung bedingte Eisschmelze ermögliche sowohl die “Erschließung von Rohstoffvorkommen” als auch die “Durchfahrt von Schiffen in arktischen Gewässern” und eröffne damit neue “Perspektiven für die deutsche und europäische Wirtschaft”, heißt es. Unterdessen will Russland offiziellen Erklärungen zufolge den Seeweg, der den europäischen Nordatlantik über die russische Arktisküste mit dem Pazifischen Ozean verbindet (“Nordostpassage”), zu einem “Transportkorridor von globaler Bedeutung” ausbauen – gemeinsam mit China. US-amerikanische Medien sprechen bereits von einer neuen Phase der “Konkurrenz” um “Interessensphären” und bezeichnen die Arktis als künftigen “Zankapfel” zwischen Moskau und Washington. Continue reading ‘Bei anderen gelesen…’ »

Bei anderen gelesen….

Eiskalte Geopolitik (I)
15.03.2016
BERLIN/OSLO/WASHINGTON
(Eigener Bericht) – Bei einem zur Zeit in Norwegen stattfindenden NATO-Manöver mit Beteiligung von Eliteeinheiten der Bundeswehr wird der Einsatz von Kernwaffen gegen Russland trainiert. Die Übung unter der Bezeichnung “Cold Response” (“Kalte Antwort”) beinhaltet den Einsatz von Kampfflugzeugen des Typs “B-52”, die speziell für den Abwurf von Atombomben vorgesehen sind. Es gehe darum, die “nukleare Abschreckung” gegenüber Moskau zu verstärken, erklärt der Oberbefehlshaber des Strategischen Bomberkommandos der US-Armee, Admiral Cecil D. Haney. Parallel zu “Cold Response” üben Atom-U-Boote der US-Marine das Aufspüren feindlicher Unterwasserfahrzeuge im Polarmeer, um eine vermeintlich von Russland betriebene “Militarisierung der Arktis” zu kontern. Die Bundeswehr wiederum nutzt “Cold Response” für das Training ihrer auf Gewaltoperationen hinter den feindlichen Linien spezialisierten Truppenteile – beteiligt ist unter anderem das in illegale Tötungen in Afghanistan involvierte Kommando Spezialkräfte (KSK). Dieses erfülle seine Übungsaufträge in Norwegen “vorzugsweise ohne Publikum und bei Dunkelheit”, heißt es. Continue reading ‘Bei anderen gelesen….’ »

Rechter Spuk

Eher zufällig fiel mir das Buch von Generalmajor a.D. der Bundeswehr Gerd – Helmut Komossa mit dem Titel „Die deutsche Karte“ in die Hände. Es trägt den Untertitel „Das verdeckte Spiel der geheimen Dienste – Ein Amtschef des MAD berichtet.“

General Komossa war von 1977 bis 1980 Chef des Amtes für Sicherheit der Bundeswehr ( ASBw ), sowie des Militärischen Abschirmdienstes ( MAD ). Dies weckte mein Interesse. Continue reading ‘Rechter Spuk’ »

Geschmähter Friedensdienst

Die Spione der DDR handelten nach der Maßgabe, einen Krieg zu verhindern. Ihre Leistungen werden in Zeiten sich verschärfender Konflikte deutlich erkennbar

Von Werner Großmann und Wolfgang Schwanitz

In der kommenden Woche erscheint im Verlag Das Neue Berlin das von Klaus Eichner und Gotthold Schramm herausgegebene Buch »Top-Spione im Westen«. Darin berichten Agenten der Hauptverwaltung Aufklärung, des Auslandsnachrichtendienstes der DDR, über ihre Tätigkeit an den Schaltstellen westdeutscher Politik und Wirtschaft. Der Band erschien bereits 2003 unter dem Titel »Kundschafter im Westen«. Gegenüber der damaligen Fassung fehlen in der neuen Ausgabe drei der ursprünglich 31 Beiträge. jW veröffentlicht an dieser Stelle vorab das für diese Ausgabe verfasste Vorwort. (jW)

Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist die DDR Geschichte. Ihr Auslandsnachrichtendienst und alle anderen Institutionen sind es damit auch. Wer bei politischem Verstand ist, hat viele Gründe, dies zu bedauern. Der wichtigste Grund ist die Tatsache, dass inzwischen der Krieg wieder als eine normale Fortsetzung der Politik praktiziert wird. Continue reading ‘Geschmähter Friedensdienst’ »