von Bruno Mahlow
„Dieser Tag des Sieges (Den‘ Pobedy) riecht nach Pulverrauch, ist ein Festtag – mit den Schläfen silbergrau. Diese Freude – mit den Tränen kommt sie auf. Tag des Sieges…“
Dies sind Zeilen aus einem sowjetischen Lied, das 1975 – viele Jahre nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg entstand. Der Text ist von Wladimir Charitonow (*1) , der einige Jahre am Moskauer Institut für Internationale Beziehungen studierte, dem Institut, das ich 1961 absolvierte.
Das Lied ist den immensen Leistungen der Völker der Sowjetunion im opferreichen Großen Vaterländischen Krieg an den Fronten und im Hinterland gewidmet. Und weder rein nüchterne Zahlen, noch –und erst recht nicht – Geschichtsfälschungen können die historische Wahrhaftigkeit dieses Bildes aus der Welt schaffen.
Zu den Eigenarten historischer Daten gehört, dass man deren Würdigung oft und vor allem an ihrem Höhepunkt, an den Siegen, d.h. an ihrem Ende ansetzt. Vieles historisch Wertvolle an Fakten und Lehren sowie Zusammenhängen kann dabei verloren gehen oder in Vergessenheit geraten. Ein Gedenkjahr wäre daher wohl sinnvoller als ein einzelner Gedenk- oder Feiertag.
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