Berlin will an der Seite der USA für die “regelbasierte internationale Ordnung” eintreten. In der SPD haben einige kalte Füße bei dieser Politik bekommen. Aber Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hätte gerne noch robustere Signale an die Adresse Pekings geschickt.
von Rainer Rupp
Kurs auf China: Die Fregatte “Bayern” hat dieser Tage Kurs auf China genommen, ausgerechnet ins aktuelle militär-politische Hochspannungszentrum des Südchinesischen Meers. Dort soll das stolze deutsche Kriegsschiff gegen China “Flagge zeigen” an der Seite der Amerikaner, Briten und Franzosen und anderer NATO-Verbündeter, die sich bereits dort tummeln.
Damit hätten sich vor den Küsten Chinas wieder dieselben Raubtiere vereint, die während des Jahrhunderts der chinesischen Erniedrigung, China geknechtet und ausgeraubt, gemordet und gebrandschatzt haben. Dieses bis heute präsente, chinesische Trauma begann 1840 mit dem Opium-Krieg, in dessen Verlauf die zivilisierten, christlich-humanen Kolonialstaaten China mit unaussprechbarer Brutalität versklavten, um dann endlich im Jahr 1949 von der Volksbefreiungsarmee vertrieben zu werden. Dank der kolonialen Hilfe des Westes war die uralte Kulturnation China auf das Niveau eines zerrissenen, bettelarmen, chaotischen Landes der Dritten Welt zurückgefallen, in dem kaum noch jemand lesen und schreiben konnte.
Als die deutsche Fregatte vor ein paar Tagen am 2. August mit 230 Männern und Frauen an Bord von Wilhelmshaven in See stach, wurde sie von der deutschen “Verteidigungs”-Ministerin Kramp-Karrenbauer mit markigen Worten verabschiedet. Allerdings erwähnte die Dame nicht, dass die Verabschiedung der “Bayern” fast auf den Tag genau 121 Jahre nach der Verabschiedung des “deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps” am 27. Juli 1900 vom gerade mal 25 Kilometer Luftlinie entfernten Bremerhaven stattfand. Auch damals war das Ziel China, mit dem von Seiner Kaiserlichen Majestät Wilhelm II höchst persönlich erteilten Auftrag, den Aufstand der patriotischen chinesischen Boxer-Freiheitsbewegung, die auch die im Süden der Shandong-Halbinsel an Chinas Ostküste gelegenen deutsche Kolonie erfasst hatte, mit äußerster Brutalität niederzuschlagen und auch vor Massakern nicht zurückzuschrecken.
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