KenFM am Set: Rainer Rupp über den Brexit und die Folgen

Veröffentlicht am 28.06.2016

Der Brexit hat die EU in eine mittlere Krise geführt. Ist der Austritt der Briten aus der Europäischen Gemeinschaft der Anfang vom Ende der Union? Werden jetzt z.B. auch die Franzosen, die Griechen, Portugiesen oder Spanier von ihren Regierungen verlangen, ein endsprechendes Referendum auf den Weg zu bringen? Während die Briten immer an ihrer nationalen Währung, dem Pfund, festgehalten haben, würde der Austritt eines EU-Landes mit dem Euro als Währung für Europa noch ganz andere Konsequenzen haben.

Warum haben die Briten sich gegen die EU entschieden? Welche Schichten der Gesellschaft waren für den Verbleib? Vor allem deutsche Medien versuchen uns zu vermitteln, dass vor allem gebildete junge Menschen für Europa („Remain“) gestimmt hätten, während die ergraute, eher einfacher gestrickte Landbevölkerung gehen wollte („Leave“). Diese Behauptung ist plumpe Propaganda, wie uns Rainer Rupp, Ökonom und Experte für die NATO, erklärt.

Es waren vor allem die Nutznießer der City Of London, die den Brexit ablehnten, während Arbeiter und normal Angestellte sich für den Ausstieg aus der Europäischen Union aussprachen.

Der Brexit ist der Ausdruck eines klassischen Klassenkampfes, der von untereinander uneinigen Eliten vor Jahren angezettelt wurde, ohne dass man je davon ausgegangen war, dass es tatsächlich zu einem Ausstieg käme.

Aber, so Rupp, der Brexit hat auch seine guten Seiten. Er hat die Kriegsgefahr mit Russland vermindert, denn die EU-Staaten sind aktuell derart verunsichert, dass sie sich auf weitere Experimente, wie die NATO sie konsequent vorantreibt, nicht einlassen werden.

Viele Staaten, so Rupp, wurden erst in die EU gelockt, um sie dann auch in die NATO zu drängen. Doch auch die NATO ist intern nicht mehr so stabil, wie sie zu verkaufen versucht. Die USA geben den Ton an und Europa muss gehorchen. So sind die Sanktionen gegen Russland Teil eines neuen kalten Krieges, nur dass vor allem Europa dafür einen hohen Preis bezahlen wird. Die USA sind auf Exporte nach Russland nicht angewiesen, machen aber hinter dem Rücken dennoch glänzende Geschäfte mit der russischen Föderation.

Das alles spricht sich rum und es kommt immer lauter zu Widerspruch, auch innerhalb des Militärbündnisses.

Wir stehen vor einer Art Rebellion, nicht nur in der EU, sondern auch in der NATO, und Merkel ist durch den Brexit angezählt und wird Mühe haben, bei den nächsten Wahlen politisch zu überleben. Zu diesem Ergebnis kommt Rainer Rupp.

KenFM traf ihn vor der britischen Botschaft in Berlin.

https://www.youtube.com/watch?v=NAdoDMkJeZk&feature=em-subs_digest

 



Großdemo gegen US-Basis Ramstein

31.05.2016

Großdemo gegen US-Basis Ramstein – Ein Interview mit dem Vorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbandes

Von der US-Kommandozentrale in Rheinland-Pfalz wird sowohl der US-Dohnenkrieg geführt als auch die neue nukleare Bedrohung gegen Russland gesteuert. Rainer Rupp im Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbandes Klaus Hartmann über die Kampagne „Stopp Ramstein“, geplante Aktionen im Juni 2016 sowie die Initiative „Deutschland raus aus der NATO – NATO raus aus Deutschland“.

Rainer Rupp: In der Kampagne „Stopp Ramstein“ arbeiten einige Dutzend lokale und bundesweite Organisationen der Friedensbewegung zusammen. Im Rahmen dieser Kampagne rufen Sie dazu auf, sich an den mehrtägigen Aktionen rund um die US-Air Base zu beteiligen, die mit einer 12 Kilometer langen Menschenkette von Kaiserslautern zur Air Base am Samstag, dem 11. Juni 2016, als Höhepunkt enden sollen. Warum ausgerechnet Ramstein? Artikel vollständig lesen ‘Großdemo gegen US-Basis Ramstein’ »



Rohrkrepierer II: Wie Russlands Wirtschaft die Ölpreiskrise übersteht

Beim Versuch, Russland durch einen Ölpreiskrieg zu destabilisieren, hat sich Saudi-Arabien ins eigene Knie geschossen. Rainer Rupp beschreibt den Verlauf der Fronten im Preiskrieg um die Ölförderung. Russland, so seine Einschätzung, verkraftet den niedrigen Ölpreis besser, als es viele im Westen erwartet haben.

Ein Beitrag von Rainer Rupp

Obwohl der saudische Ölpreiskrieg sich eindeutig gegen Russland richtete, das für seine Unterstützung des rechtmäßigen syrischen Präsidenten Assad bestraft werden sollte, erklärten westliche Analysten, dass die Hauptstoßrichtung der Saudis gegen die US-amerikanische Fracking-Konkurrenz gerichtet sei. Damit, so die Legende, wolle Saudi-Arabien die an die US-Fracking-Industrie verlorenen Markanteile wiedergewinnen, hieß es allenthalben. Und bei einem Ölpreis unter 70 Dollar für das Fass arbeite die Hälfte der US-Förderpumpen bereits unrentabel. Tatsächlich sind inzwischen in den US-Fracking-Regionen Hunderte von Pumpen stillgelegt worden. Artikel vollständig lesen ‘Rohrkrepierer II: Wie Russlands Wirtschaft die Ölpreiskrise übersteht’ »



Rohrkrepierer: Wie der Krieg um die Ölpreise begann

Beim Versuch, Russland durch einen Ölpreiskrieg zu destabilisieren, hat sich Saudi-Arabien ins eigene Knie geschossen. Rainer Rupp beschreibt den Verlauf der Fronten im Preiskrieg um die Ölförderung. Russland, so seine Einschätzung, verkraftet den niedrigen Ölpreis besser, als es viele im Westen erwartet haben. Teil 1

Ein Beitrag von Rainer Rupp

Das Treffen, bei dem die beiden mächtigen Männer, der US-Außenminister und König Abdullah, den vernichtenden Angriff gegen Russland ausheckten, fand – von der Öffentlichkeit kaum beachtet – im September 2014 anlässlich von John Kerrys Besuch in Saudi Arabien statt. Angeblich hatte man sich über den Krieg in Syrien und die Lage in der Region beraten. Tatsächlich aber ging es darum, wie man Russland und Iran, in denen die beiden Verschwörer ihre Hauptfeinde sehen, mit einem Streich vernichtend schlagen könnte. Für den Angriff sollten jedoch keine Kampfflugzeuge, Panzer und Bodentruppen ins Feld geführt werden sondern eine viel mächtigere Waffe, nämlich Öl, genauer: spottbilliges Öl. Artikel vollständig lesen ‘Rohrkrepierer: Wie der Krieg um die Ölpreise begann’ »



Rechter Spuk

Eher zufällig fiel mir das Buch von Generalmajor a.D. der Bundeswehr Gerd – Helmut Komossa mit dem Titel „Die deutsche Karte“ in die Hände. Es trägt den Untertitel „Das verdeckte Spiel der geheimen Dienste – Ein Amtschef des MAD berichtet.“

General Komossa war von 1977 bis 1980 Chef des Amtes für Sicherheit der Bundeswehr ( ASBw ), sowie des Militärischen Abschirmdienstes ( MAD ). Dies weckte mein Interesse. Artikel vollständig lesen ‘Rechter Spuk’ »



Geschmähter Friedensdienst

Die Spione der DDR handelten nach der Maßgabe, einen Krieg zu verhindern. Ihre Leistungen werden in Zeiten sich verschärfender Konflikte deutlich erkennbar

Von Werner Großmann und Wolfgang Schwanitz

In der kommenden Woche erscheint im Verlag Das Neue Berlin das von Klaus Eichner und Gotthold Schramm herausgegebene Buch »Top-Spione im Westen«. Darin berichten Agenten der Hauptverwaltung Aufklärung, des Auslandsnachrichtendienstes der DDR, über ihre Tätigkeit an den Schaltstellen westdeutscher Politik und Wirtschaft. Der Band erschien bereits 2003 unter dem Titel »Kundschafter im Westen«. Gegenüber der damaligen Fassung fehlen in der neuen Ausgabe drei der ursprünglich 31 Beiträge. jW veröffentlicht an dieser Stelle vorab das für diese Ausgabe verfasste Vorwort. (jW)

Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist die DDR Geschichte. Ihr Auslandsnachrichtendienst und alle anderen Institutionen sind es damit auch. Wer bei politischem Verstand ist, hat viele Gründe, dies zu bedauern. Der wichtigste Grund ist die Tatsache, dass inzwischen der Krieg wieder als eine normale Fortsetzung der Politik praktiziert wird. Artikel vollständig lesen ‘Geschmähter Friedensdienst’ »



Libyen-Kriegsverschwörung

Humanitäre Intervention? E-Mail-Korrespondenz der früheren US-Außenministerin Clinton verweist auf westliche Interessen am Sturz Ghaddafis

Von Rainer Rupp

Warum intervenierte der Westen im Jahr 2011 in Libyen? Wie Beobachter seinerzeit schon eingeschätzt hatten, wurde auch dieser imperialistische Krieg nicht zum Schutz der Menschenrechte oder der Demokratie geführt, sondern knallharter wirtschaftlicher und geostrategischer Interessen wegen. Das geht auch aus der kürzlich bekanntgewordenen E-Mail-Korrespondenz der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton hervor, zu deren Herausgabe das State Departement gezwungen worden ist. Artikel vollständig lesen ‘Libyen-Kriegsverschwörung’ »