Israel: Ein Versagen und hundert Erklärungen

Von Dagmar Henn

Der palästinensische Angriff vom Wochenende hat den Ruf der israelischen Geheimdienste ebenso geschädigt wie den der israelischen Armee, in einem Maß, das allein schon einen palästinensischen Sieg darstellt. Natürlich fragen sich jetzt alle, wie das möglich war.

Es kursieren unzählige Theorien, wie und warum der Angriff gegen Israel aus dem Gazastreifen gelingen konnte. Aber ehe man sich mit ihnen auseinandersetzt, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, welch ungeheure Tragödie dieser Bruderkrieg darstellt.

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Nachruf

Genosse Generalmajor a.D. Horst Vogel

ehemaliger 1. Stellvertreter des Leiters der HV A

geboren am 11.05.1931

ist am 24.09.2023 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.

Horst Vogel, in einer Arbeiterfamilie geboren, erlernte nach Abschluss der Grundschule den Beruf eines Schlossers. Danach hatte er die Möglichkeit des Besuches der Arbeiter-und Bauern- Fakultät und von 1952 bis 1955 eines Studiums im Fach Ingenieurökonomie an der Technischen Universität Leuna-Merseburg. Hierbei entwickelte er ein besonderes Interesse an Wissenschaft und Technik.

Im Jahr 1955 wurde er Mitarbeiter des damaligen Staatssekretariats für Staatssicherheit. Zur HV A versetzt wurde er 1971 als Leiter der Abteilung XIII im Sektor Wissenschaft und Technik, deren Aufgabenstellung die Beschaffung von Informationen auf den Gebieten Nukleartechnik, Chemie, Biologie, Landwirtschaft und Medizin war.

1975 übernahm er die Leitung des Sektors Wissenschaft und Technik (SWT), wurde 1983 Stellvertreter des Leiters der HV A und 1989 erster Stellvertreter des Leiters.

Unter seiner Leitung leistete der Sektor Wissenschaft und Technik einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung des Friedens, zur Verhinderung militärischer Überraschungen, zur Entwicklung der Volkswirtschaft, zur wissenschaftlich-technischen Entwicklung in der DDR – und dies unter den Bedingungen einer erbitterten Auseinandersetzung mit den Gegnern unserer Entwicklung. Zu den herausragenden Ergebnissen des SWT gehören u.a. die Beschaffung der kompletten Dokumentationen der bundesdeutschen Waffensysteme Kampfpanzer „Leopard 2“ und des Flugzeuges „Tornado“. Die Liste weiterer bedeutender Arbeitsergebnisse ist beträchtlich.

Horst Vogel war bestrebt, dass die Ergebnisse der Arbeit seines Verantwortungsbereiches schnell und effektiv in der Praxis umgesetzt werden konnten. Voraussetzung dafür waren enge Beziehungen zu den Fachministerien der Regierung der DDR, sowie den Generaldirektoren und Forschungsleitern der Kombinate.

Seinen Angehörigen und den Genossen und ehemaligen Mitarbeitern der HV A wird Horst fehlen.

Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Für die Arbeitsgruppe Aufklärer
Karl Rehbaum

Schwarzbuch über die Gräueltaten der faschistischen Bandera-Anhänger

Von Prof. Dr. habil. Michael Jurewitsch Myagkov

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten die Führer der Organisation der ukrainischen Nationalisten (OUN) S. Bandera und R. Schuchewytsch eng mit der deutschen Abwehr II zusammen. Das erlaubte später den ukrainischen Nationalisten, sich ungehindert zwischen der Aufständigen Armee und den Strafkommandos zu bewegen. Sie erhielten von den Nazis mehr als 700 Mörser, etwa 10.000 schwere und leichte Maschinengewehre, 100.000 Handgranaten, 30.000 Minen und Granaten und mehr als 12 Millionen Patronen. Außer diesen Waffen hat das Hauptquartier der Aufständigen Armee 300 Feldradiostationen, etwa 100 tragbare Druckmaschinen sowie andere Ausrüstungen bekommen. Entsprechende Ausbilder und Spezialisten wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im Sommer 1944 erreichte die Ukrainische Aufständige Armee (UAA) mit 25.000 bis 30.000 Soldaten ihre größte Stärke. Laut Aussagen der Kommandeure der UAA waren 60% der Unteroffiziere und Soldaten aus Galizien, 30% aus Wolyn und Polesie und nur 10% aus der Dnjepr-Region.

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„Tag der Deutschen Einheit“ – Deutschland im Krieg gegen Russland

Von Doris und George Pumphrey*

Von deutschem Boden würde nur noch Frieden ausgehen, hatten die Regierungen der BRD und DDR im Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12.09.1990 erklärt. Mit dem Verschwinden des antifaschistischen Friedensstaates DDR am 3. Oktober 1991 und dem Ende des Warschauer Vertrages bzw. der Sowjetunion im gleichen Jahr konnte der BRD-Imperialismus jede Zurückhaltung ablegen. Der NATO bewies die BRD ihre Kriegs-Verlässlichkeit auch gleich bei der völkerrechtswidrigen Aggression gegen Jugoslawien 1999. Entgegen aller früheren Zusicherungen ist die NATO – und mit ihr die Bundeswehr – inzwischen bis an die Grenzen Russlands vorgestoßen. Russlands wiederholte Verhandlungsangebote zur Lösung der wachsenden Spannungen wurden vom NATO-Westen systematisch ignoriert.

Mit dem von den USA initiierten und mit Hilfe offen faschistischer Kräfte durchgeführten Putsch wurde 2014 in Kiew eine russophobe Regierung installiert, die ukrainische Verfassung suspendiert und allem Russischem der Kampf angesagt. Kiew begann einen Krieg gegen die russisch-sprachigen Ukrainer im Donbass, die sich weigerten die illegale russophobe Regierung anzuerkennen.

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Kanada oder Deutschland – Geschichte wird passend zurechtgebogen

Von Dagmar Henn

Die deutschen Ausflüchte zum Umgang mit der ersten Generation ukrainischer Nazis und jene des kanadischen Ministerpräsidenten sind einander sehr ähnlich. Im Kern leugnen sie das Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Die gezeigte Nähe der Gedanken ist nicht nur oberflächlich.

Man hat fast das Gefühl, alles, was historisch solide ist, soll verflüssigt werden. Oder vielleicht ist es auch ein eigenartiger Prozess politischer Verwesung, der dahintersteckt. Jedenfalls ist keines der Details im Skandal rund um den Auftritt des SS-Mannes Jaroslaw Hunka im kanadischen Parlament so banal, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Gegenteil, es ist die Enthüllung eines Zustandes, den man schon länger vermuten konnte, spätestens seit der “Solidarität mit der Ukraine”, ein Zustand, der selbst die Grundlagen des Völkerrechts tangiert.

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