Wir haben nur sechs Minuten Zeit …

Rede von Beatrice Altman-Schevitz
für das
Munich-American Peace Committee
auf der Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz
am 18 Februar 2023

Ich habe nur 6 Minuten. 6 Minuten Zeit meine Meinung auf dieser Kundgebung zu sagen. 6 Minuten – genau so viel Zeit als es dauert, für eine Nuklear-bestückte Rakete Moskau zu erreichen. Die Rakete kommt aus der Ukraine?, die Rakete kommt aus Polen?, die Rakete kommt aus einem U-Boot irgendwo – und es trifft sein Ziel.

Schauen Sie jetzt auf Ihre Uhr. Wir haben nur sechs Minuten Zeit und danach haben wir einen nuklearen Krieg mitten in Europa. Mit solchen Raketen können wir in Europa nicht wissen, welches Land beim Abschuss verantwortlich ist.

Ich bin kein sogenannter Putin Versteher. Ich bin Amerikanerin von Buffalo New York und ich verstehe wie das US-Militär und die Regierung funktioniert und Kriege plant und vorbereitet.

1983 habe ich schon dieses Horror-Szenario in Deutschland erlebt. 1983 hatten wir nur 10 Minuten Zeit. Wir haben gegen die Mittelstrecken-Raketen demonstriert. Das Schlachtfeld sollte die DDR und Westdeutschland sein, aber das wurde verhindert. Heute ist das Schlachtfeld Ukraine und Russland.

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Friedensmanifeste und die Kriegspropaganda des Westens

Von Rainer Rupp

Was haben Kriegspropaganda und Narrativ gemeinsam? Wie viel Ukraine-Narrativ steckt im Manifest für den Frieden von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht? Eine falsche Diagnose kann verheerende Folgen haben. Am Ende könnte sich Schwarzers und Wagenknechts Manifest sogar als hilfreich für die Kriegstreiber erweisen.

Laut Bundeszentrale für politische Bildung ist Kriegspropaganda wir folgt definiert:

“Kriege sind vor allem in demokratischen Gesellschaften gegen den Willen der Bevölkerung schwer durchzusetzen. Deshalb müssen Regierungen und Militär sicherstellen, dass die Menschen den Krieg mittragen. Um ihr Ziel zu erreichen, setzen sie bewusst Medien als Mittel der Beeinflussung ein. Es wird ein Bild des Krieges vermittelt, das ihn als NOTWENDIG und UNAUSWEICHLICH darstellt. Die gezielte Beeinflussung der Öffentlichkeit für und während eines Krieges bezeichnet man als Kriegspropaganda.”

Aber heute wird so getan, als ob es keine Kriegspropaganda mehr gebe. Allerdings werden in dem freiheitlichsten und besten Deutschland, das es je gab, alle Stimmen gegen den in der Ukraine wütenden mörderischen Krieg zum Schweigen gebracht. Das Gleiche passiert mit Meinungen, die nicht in den Chor einstimmen, dass die jungfräulich-unschuldige Demokratie Ukraine ‒ in dem heldenhaften, faschistischen Freiheitskämpfer vom Typ Asow und Rechter Sektor und Kraken usw. unter Führung ihres begnadeten Führers und Präsidentendarstellers Selenskij gegen Putin, die Inkarnation des Bösen, in den Krieg ziehen ‒ einfach gewinnen muss. Eine Alternative dazu ist undenkbar.

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IL [ltalehti, Helsinki] sprach mit dem Führungsoffizier des Top-Spions Rupp, der die NATO ausspionierte: “Ich habe mein Land nicht verraten”

Laut Karl Rehbaum ist es auch dem Top-Spion Rainer Rupp zu verdanken, dass es 1983 nicht zum Atomkrieg kam.

Von Boris Salomon,

Iltalehti traf in Berlin einen Mann, der als Offizier des DDR-Geheimdienstes (HVA) den NATO-Spion Rainer Rupp anleitete.

Es handelt sich um Karl Rehbaum, der als Oberst im Ministerium für Staatssicherheit der DDR (Stasi) in der HV A-Abteilung XII für EU- und NATO-Angelegenheiten zuständig war.

Rehbaum, 85, ist trotz seines hohen Alters politisch aktiv. Nach seinen eigenen Worten kann er sich “als Rentner nicht bequem zurücklehnen”. Rehbaum hat zahlreiche Bücher und eine Reihe von Artikeln über seine Arbeit für das Ministerium für Staatssicherheit veröffentlicht, auf die er noch heute stolz ist.

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Frieden mit Russland! – Zwei ehemalige Generäle der DDR rufen zum Protest auf

Zwei offene Briefe an die russische Botschaft schlagen bereits erste Wellen in der Zivilgesellschaft im Osten Deutschlands. Generäle der Nationalen Volksarmee der DDR protestieren darin gegen den Kriegskurs der Bundesregierung – und fordern “Frieden mit Russland!”

Von Rainer Rupp

Gestern, am 30. Januar, wurden dem Verteidigungsattaché bei der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Sergej Tschuchrow, zwei offene Briefe von zwei ehemaligen Generälen der Nationalen Volksarmee der DDR übergeben.

In diesen beiden Briefen, die sich gut ergänzen, legen Generalleutnant a.D. Manfred Grätz, ehemaliger stellvertretender Minister, und Generalmajor a.D. Sebald Daum ihre Standpunkte zur aktuellen Kriegshysterie in Deutschland und der NATO dar. Im Gegensatz zum gefährlichen Geschwurbel der politischen und medialen Eliten “im besten Deutschland, das es je gab”, mangelt es diesen beiden Briefen weder an Klarheit noch an analytischer Schärfe. Zugleich reflektieren sie bewegende persönliche Erinnerungen an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges.

Unter der Überschrift “Deutsche Panzer gegen Russland ‒ Aufruhr meines Gewissens” schreibt Generalleutnant a.D. Manfred Grätz zum Beispiel, dass es bei dem “häufigen Geschwätz über die Frage, ob wir denn nun schon Kriegspartei sind oder nicht”, oft darum geht, “auszuloten, ob wir (in der Eskalation) nicht noch einen Schritt weiter gehen dürfen oder nicht”. Für General Grätz sind die Fronten jedoch längst klar. “Wir sind mittendrin (im Krieg). Was sollte man denn sonst noch tun müssen, wenn man schon Panzer und andere schwere Waffen geliefert hat, mit dem ‘hehren’ Ziel, Russland zu besiegen?”

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Nazi-Brainwashing seit 90 Jahren – Zum 90. Jahrestag der Machtübertragung an Hitler

von Dr. Diether Dehm

“Nationaler Sozialist” produzierte Läusegift

Und dazu hatte er am 30. Januar “die Macht ergriffen”. Herrschende Lügen – Verzeihung: Framing und Narrative – steigen nur im Zusammenspiel aus Schulbuch und Nachrichtensprech (heute auch Wikipedia) nach oben. Aber Hitler ergriff keine Macht. Er bekam sie übertragen. Von Hindenburg. Weil das reaktionärste deutsche Monopolkapital um Thyssen, Flick und Hugenberg am 19. November 1932 ihm den Auftrag – Verzeihung: ihre “Industriellen-Eingabe” – erteilt hatte.  Und zwar mit einem: ‚Aber Dalli, Herr Reichspräsident!’  Denn 13 Tage zuvor hatten die Faschisten bei der Reichstagswahl über 2 Mio Stimmen verloren, davon – neben Nichtwählern – 700 000 Stimmen an die KPD (die nach ihrer “Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes” endlich nationaldemokatischer auftrat). Der süsse Nazi-Traum der Schwerindustriellen war kurz vorm Zerplatzen. Also mussten Vorbehalte gegen Hitler schnell ausgeräumt werden. Die gab`s dort. Nicht, weil irgendjemand ein besonderer Demokrat gewesen wäre. Sondern weil Krupp & Co noch von Wiedereinsetzung des Kaisers faselten.

Das änderte sich am 4.1.33 mit dem Treffen im Bankhaus Deutz/von Schröder, wo sich Hitler “wirtschaftlich als Liberaler” outen und so Großbankiers für sich begeistern durfte. Die Zerstörer*innen von Freiheiten – besonders die der zwei unteren Bevölkerungsdrittel – waren stets „wirtschaftlich Liberale”. Solange der Staat ihre markt-liberalen Abenteuer absicherte. Mit Steuermilliarden. Von Kanzlern wie Papen, Brüning, Hitler, Adenauer – bis dato.

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