Ein Widerwort zur Präsidentenrede

von Egon Krenz

Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkrieges in Europa fand in Berlin statt. Sowjetische Truppen hissten das Siegesbanner auf dem Reichstag. Unzählige Rotarmisten mussten noch in letzter Minute sterben.

In geografischer Nähe zu diesem historischen Ort hielt 75 Jahre später der Bundespräsident eine Ansprache, die zu meinem Entsetzen nur auf die Erinnerungspolitik der alten Bundesrepublik gerichtet war. Wer erwartet hatte, er würde darin auch den Anteil der sowjetischen Armee wenigstens an der Befreiung der deutschen Hauptstadt würdigen, wurde enttäuscht. Das Heimatland der Rotarmisten hatte mit 27 Millionen Toten die Hauptlast des Krieges getragen. Kein Land der Welt hatte mehr Opfer zu beklagen als die Sowjetunion. Jenseits aller ideologischen Barrieren sollten diese Fakten anerkannt und gewürdigt bleiben.

Dass dem Bundespräsidenten dies in seiner Rede keine Erwähnung wert war, halte ich zumindest für einen Fehler. Der Einwand, auch die Rolle der anderen Mächte der Anti-Hitler-Koalition blieben ja unerwähnt, ist kein Argument, sondern ein weiterer Fehler.

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Wer sind die wirklichen Kriegstreiber in unserer Welt?

..bei anderen gelesen..

von Dr. Wolfgang Schacht

Von „unserem“ ewigen Helden und großen Vorbild, Carl von Clausewitz [1], einem würdigen Vertreter des deutschen Adelsgeschlechts, das dank

• seiner Geburt,

• seiner Abstammung,

• seiner Traditionen,

• seiner Erfahrungen bei der Organisation und Führung von Kriegen,

• seiner Erfahrungen bei der Unterdrückung und Ausbeutung der eigenen und fremden Völker,

• seines Besitzes an Grund- und Boden,

• seines Besitzes an Wäldern und Seen,

• seines Besitzes an Burgen, Schlössern und Villen,

• seiner einmaligen Bildung und Erziehung,

• seines globalen wirtschaftlichen Einflusses,

• seiner politischen und ideologischen Macht und dank

• seiner beispiellosen Pflege des Untertanengeistes

von Gott berufen ist, das gemeine Gesinde (Prekariat) zu führen, stammt der berühmte Satz „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel.“ Aus seiner Epoche stammen auch die vom hohen Adel verbreiteten Mythen „Vom schönen Sterben“, „Vom Heldentod“, „Von der großen Ehre für … zu sterben“. Wer in den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts letztendlich wirklich starb, das wissen wir alle selbst!

Wenn wir der Bundeskanzlerin von Großdeutschland Glauben schenken, dann leben wir in einer interessanten und spannenden Zeit, in der

• erstmals (seit 1941!) wieder deutsche Truppen mit ihren europäischen und amerikanischen Verbündeten kampfbereit an der russischen Grenze stehen,

• „unsere“ großartige Bundesvorsitzende der CDU und Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer, sich nicht nur entschieden hat, die Alten Kriegs-Karten (AKK) aus dem Versteck zu holen, sondern auch moderne Atombomber und Jagdflugzeuge in den USA zu kaufen,

• „unsere“ hochverehrte EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, Russland die Zähne zeigt und – wer hätte das gedacht – auch noch ihre Muskeln spielen lässt.

Doch eine Frage, verehrte Leserinnen und Leser, sei uns in diesem Zusammenhang erlaubt:

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Der 75. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkriegs und seine Lehren für heute

von Bruno Mahlow

„Dieser Tag des Sieges (Den‘ Pobedy) riecht nach Pulverrauch, ist ein Festtag – mit den Schläfen silbergrau. Diese Freude – mit den Tränen kommt sie auf. Tag des Sieges…“

Dies sind Zeilen aus einem sowjetischen Lied, das 1975 – viele Jahre nach dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg entstand. Der Text ist von Wladimir Charitonow (*1) , der einige Jahre am Moskauer Institut für Internationale Beziehungen studierte, dem Institut, das ich 1961 absolvierte.

Das Lied ist den immensen Leistungen der Völker der Sowjetunion im opferreichen Großen Vaterländischen Krieg an den Fronten und im Hinterland gewidmet. Und weder rein nüchterne Zahlen, noch –und erst recht nicht – Geschichtsfälschungen können die historische Wahrhaftigkeit dieses Bildes aus der Welt schaffen.

Zu den Eigenarten historischer Daten gehört, dass man deren Würdigung oft und vor allem an ihrem Höhepunkt, an den Siegen, d.h. an ihrem Ende ansetzt. Vieles historisch Wertvolle an Fakten und Lehren sowie Zusammenhängen kann dabei verloren gehen oder in Vergessenheit geraten. Ein Gedenkjahr wäre daher wohl sinnvoller als ein einzelner Gedenk- oder Feiertag.

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Mossad prahlt, medizinische Geräte, die für andere Länder bestimmt waren, gestohlen zu haben.

..bei anderen gelesen:

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der israelische Auslandsgeheimdienst den zweifelhaften Ruf von extremer Rücksichtslosigkeit und gewagten Undercover-Missionen erworben, die Morde und Entführungen beinhalteten. Aber in den letzten Monaten hat der Mossad eine Hauptaufgabe bekommen. Laut der Jerusalem Post vom 30. März hatte der rechtsradikale Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schon seit einiger Zeit den Mossad Chef Yossi Cohen, der ihm politisch sehr nahesteht, zum Chefbeschaffer von ausländischen medizinischen Geräten und Hilfsmitteln gegen Covid 19 gemacht. Letzteres ist natürlich nur ein Beweis für das totale Versagen des rassistischen Ministerpräsidenten in der Krise.

Warum ausgerechnet der Geheimdienst mit dieser Aufgabe betraut wurde, hat damit zu tun, dass ähnlich wie in Deutschland und vielen anderen Länder auch die politisch Verantwortlichen in Israel viel zu spät auf die Pandemie reagiert haben, um die notwendigen medizinischen Geräte und Mittel zur Versorgung der an Covid-19 Erkrankten regulär auf dem Weltmarkt einzukaufen. Als sie endlich begriffen hatten, was los war, waren die Märkte leergefegt und die Lieferzeiten für neue Produkte lang. Im Unterschied zu anderen Ländern wollten sich jedoch die Führer des „Auserwählten Volkes“ nicht auf lange Wartezeiten einlassen und deshalb musste der Mossad ran zur illegalen Beschaffung der Waren.

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Corona-Krise – Das Aus für die US-Fracking-Industrie

Noch vor kurzem war die dank Frackingtechnologie emporgewachsene Industrie der Stolz der US-Politiker, machte sie doch die USA zum weltgrößten Erdölproduzenten. Jetzt ist die Fracking-Branche zum Problemkind von Trumps Regierung geworden. Und ein Ausweg ist nicht in Sicht.

von Rainer Rupp

Obwohl dank der Fracking-Methode die USA letztes Jahr vor Russland und Saudi-Arabien auf Platz eins der Erdölproduzenten aufgestiegen waren, können die Produzenten vom Fracking-Öl nur etwa 60 Prozent ihrer Förderung in den USA verkaufen. Deshalb sind sie darauf angewiesen, mit traditionellen Export-Staaten wie Saudi-Arabien und Russland auf dem internationalen Ölmarkt zu konkurrieren. Zugleich importieren US-Raffinerien auch weiterhin massenhaft Rohöl aus anderen Ländern. Der Grund: Das US-Fracking-Öl kann von einem Großteil der US-Raffinerien gar nicht verarbeitet werden.

US-Politiker – vor allen anderen Präsident Donald Trump selbst – sind in den letzten Jahren nicht müde geworden, über den Aufstieg der US-amerikanischen Ölindustrie zu prahlen. Aber die unangenehme Tatsache, dass die US-Energiewirtschaft zu ihrem Funktionieren weiterhin von beachtlichen Rohölimporten abhängig ist, hat jeder Prahlhans in Washington und in den medialen Megaphonen gern noch sehr bequem unter den Tisch fallen lassen. Die jüngsten, teils abstrusen Entwicklungen auf dem globalen Rohölmarkt hängen direkt mit dem Umstand zusammen, dass die USA zeitgleich bedeutender Exporteur wie auch Importeur von Rohöl sind.

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