Die Washington-Post und die “Querfront” ‒ Verschwörungstheorie oder Geständnis?

Von Dagmar Henn

Und schon ist es wieder soweit, und die Freunde echter ukrainischer Nazis verteilen “Nazi”-Etiketten an ihre Gegner wie Karnevalsprinzen Kamelle. Nur, weil sich vielleicht doch noch eine breitere Friedensbewegung in Deutschland finden könnte.

Die Washington Post (WP) hat, wie viele andere Zeitungen, ein Motto auf ihrem Titel: “Democracy dies in darkness”, die Demokratie stirbt in der Dunkelheit. Mittlerweile sollte die Zeitung es eigentlich ergänzen: Die Demokratie stirbt in der Dunkelheit, die wir verbreiten.

Vor einigen Tagen veröffentlichte die WP einen Artikel, der ein mögliches Bündnis zwischen Sahra Wagenknecht und der AfD skandalisierte, dessen Grundgedanken weithin aufgegriffen wurden, bis hin zur Tagesschau. Russische Dienste betrieben ein solches Bündnis, wird darin behauptet, auch wenn das Blatt zugeben muss, keinerlei Beweise zu haben, dass die in Russland stattgefundenen Debatten irgendeinen praktischen Kontakt zu deutscher Politik haben. Wenn man genauer hinsieht, verrät dieser Artikel allerdings noch ganz andere Dinge.

Aber beginnen wir mit der skandalisierten Grundüberlegung, die tatsächlich nur eine Funktion erfüllt: bei der politisch mäßig gebildeten deutschen Linken die nötigen Stichworte anzubringen, um damit jeden in Verruf zu bringen, der sich gegen die NATO-Politik stellt. Denn schon die Grundannahme, dass ein solches Bündnis verwerflich sei, übergeht historische Musterfälle.

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Merkels Betrug und die westlichen Pläne

Von Dagmar Henn

Die Geständnisse von Merkel und Hollande bezüglich der Minsker Abkommen werden im Westen behandelt wie eine kleine Unanständigkeit. In Wirklichkeit ermöglichen sie einen Blick in einen Abgrund aus Hybris und wahnhaften Plänen.

Deutschland ist schon eigenartig unempfindlich geworden. Als wäre alles, was politisch geschieht, nur eine Fernsehsendung, keine Wirklichkeit; Handlungen ohne Bedeutung und ohne Sinn, für die niemand verantwortlich ist, weil sie keine Folgen haben. So in etwa war die Reaktion auf Merkels Enthüllung, mit den Minsker Abkommen habe sie nur der Ukraine Zeit verschaffen wollen. Die Aussage wurde hingenommen, als sei sie alltäglich, obwohl sieben Jahre lang behauptet worden war, Deutschland setze sich für einen Frieden in der Ukraine ein, den nur Russland verhindere.

Die doppelte Täuschung, Russlands wie der deutschen Öffentlichkeit, setzte sich nicht in Empörung um. Nicht einmal, als der ehemalige französische Präsident François Hollande seinerseits bestätigte, mit demselben Motiv verhandelt zu haben. Auch die Tatsache, dass das Minsker Abkommen durch Beschluss des UN-Sicherheitsrats zu geltendem Völkerrecht wurde – ohne dass die Vetomacht Frankreich dies verhinderte – und eine von Anbeginn geplante Sabotage dieses Abkommens einen gravierenden Verstoß gegen das Völkerrecht darstellte, ließ dieses Verhalten nicht als kritikwürdig wahrnehmen. Nicht in den deutschen Medien. Nicht einmal die Tatsache, dass bereits ein Jahr nach Unterzeichnung dieser Abkommen die EU Sanktionen gegen Russland verhängte, weil Russland die Abkommen nicht umsetze, obwohl die beiden entscheidenden Staatschefs der EU wussten, dass sie selbst eine Umsetzung nie beabsichtigt hatten, verlieh diesen Handlungen ein besonderes Gewicht.

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Dialog statt Waffen – überparteilich gegen den Krieg, Konferenz des OKV vom 27. März 2023

Am 27.03.2023 trafen sich in Berlin hochrangige Persönlichkeiten aus Ost und West aus Militär, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft, um sich weit über den eigenen Kreis der Mitglieder der Verbände des OKV hinaus den unterschiedlichen Standpunkten zu den einenden Fragen Frieden mit Russland – Dialog statt Waffen – im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu stellen.

Video Teil 1:

Video Teil 2:

Meinungsfreiheit vs. Meinungsdiktatur

von Rechtsanwalt Hans Bauer

Nicht “Dialog statt Waffen”, sondern “Waffen statt Dialog” ist die Politik der deutschen Regierung. Dieser Kriegskurs erfordert Voraussetzungen und Bedingungen: Die Zustimmung des Volkes. Ein Großteil der Bevölkerung muss ihm folgen, zumindest keinen ernsthaften Widerstand leisten. Nun wissen wir, dass Teile der Bevölkerung Russland als den bösen Aggressor sieht und deshalb insbesondere Waffenlieferungen zustimmt (nur im Osten, dem ehemaligen Gebiet der DDR, ist die Forderung nach Verhandlungen, Frieden und Freundschaft mit Russland stärker, viele wollen außerdem Deutschland nicht als eine Art Wurmfortsatz der USA sehen).  Der zivile Widerstand gegen die Kriegspolitik wächst zwar, reicht aber noch nicht, um zur Souveränität, Vernunft und Umkehr zu zwingen.

Wie ist es gelungen, einen großen Teil der Menschen so “kriegsreif” zu machen? Die Antwort ist einfach: durch Gebrauch und Missbrauch aller staatlichen Gewalten – der Legislative, der Exekutive und der Jurisdiktion. Mit dem Ergebnis: Massenmanipulation, Einschüchterung, Verdummung. Nichts Neues. In Dimension und Intensität m. E. aber doch eine neue Qualität. Und dabei spielen die überwiegend abhängigen Medien – die sog. vierte Gewalt – eine entscheidende Rolle. Die Medien preisen den Kriegskurs und werben für ihn in der Öffentlichkeit, predigen Feindschaft im Stile faschistischer Vergangenheit. Durch Fälschungen und Verschweigen, durch spektakuläre Berichte und Bilder. Und sie unterdrücken und bedrohen Andersdenkende.

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Friedensfrage muss in den Mittelpunkt!

Prof. Dr. Anton Latzo

1. Es wird viel über den Ukraine-Krieg gesprochen. Aber eben über KRIEG und weniger oder gar nicht über die wahren Ursachen und darüber, wie man zum FRIEDEN kommen kann. Die Außenpolitik der USA und der NATO-Staaten orientiert auf Lösung von Problemen mit militärischen Mitteln und Sanktionen – mit Gewalt! Das ist ein Charakterzug der internationalen Lage heute. Oder spricht im Westen jemand positiv über den 12-Punkte-Vorschlag Chinas?

Der Konflikt in der Ukraine ist nur in seinem komplexen historischen Zusammenhang zu verstehen und zu behandeln. Das Ignorieren dieser Tatsache kann zu einem unvollständigen Verständnis der Wege zu seiner Lösung oder sogar zu unrealistischen Entscheidungen führen.

2. Die Vorgänge werden isoliert und gewollt einseitig betrachtet, entstellt. Es wird unterschlagen, dass die Auseinandersetzungen in der Ukraine Bestandteil der aktuellen geopolitischen – aber auch der sozialen und ökonomischen weltweiten Prozesse sind.

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